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Der Sabbath · 1907-01-01 · 1 & 2 (Jan.-Febr. 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
1 & 2 (Jan.-Febr. 1907)
Date
1907-01-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Der Sabbath. 11 um alle ira Geschäft vorkommenden Dinge kümmern will, einflösst und ihn in seinem Angestellten eine entstehende Konkurrenz fürchten lässt. Diese namentlich bei jüdisehen Chefs leider allzusehr ausgeprägte Konkurrenzfurclit ist es aber, die einen Keil zwischen sie und ihre jungen Leute treibt und Missstimmungen hervorruft. Statt, dass jeder Chef eine gewisse Genugtuung darüber empfinden sollte, dass junge Kräfte mit dem שבח und durch den שבח zu Selbständigkeit und Ansehen gelangen, suchen sie dies durch kleinliche Mittel zu verhindern. Leider scheitern heute so viele junge Existenzen am mangelnden Kapital und wird diesem Uebelstand hoffentlich recht bald durch das geplante Creditinstitut abgeholfen. Wie der geehrte Herr Einsender am Schlüsse seines Artikels selbst darauf hinweist, dass es Sache des Verbandes ist, auf die Abstellung einer unberechtigten Ausnützung zu sinnen, so glaube ich, dass der Verband vor allem dahin wirken möchte, dass die Lohnverhältnisse der Angestellten aufgebessert werden, dann werden von selbst viele Missstimmungen schwinden. Keineswegs soll verkannt werden, dass auch unter den Angestellten U11rechte sich finden, die zu berechtigten Klagen Anlass geben, aber verfehlt dürfte es sein, daraus auf die grosse Masse der den Sabbath streng beobachtenden jungen Leute zu schliessen Möge dieser Artikel dazu dienen, durch die rückhaltlose Aufdeckung bestehender Missstände diese aufzuhebe:) und möge in absehbarer Zeit das wahrhaft jüdische Prinzip zum Durchbruch gelangen, das den Arbeitnehmer in jeder Beziehung dem Arbeitgeber gleichstellt, das aber auch den Arbeitnehmer verpflichtet, seine ganze Kraft in den Dienst des Arbeitgebers zu stellen. Mögen recht bald die bestehenden Missverständnisse zwischen den Chefs und diesen Angestellten schwinden zum Nutzen des Judentums und der »־w-Idee. / Vereins-Nachrichten. Frankfurt a. M., den 23. Januar. Die Propaganda-Commission des .Vereins zue Versicherung gegen Stellenlosigkeit* hat an die Geholfen und Gehülfinnen in den am Sabbath geschlossenen Geschäften unserer Stadt folgendes Handschreiben versandt: Wir gestatten uns hierdurch Ihre Aufmerksamkeit auf den bereits seit 1898 bestehenden Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit Scbomre Scbabbos zu lenken und nachstehende Ausführungen Ihrer besonderen Beachtung zu empfehlen. Wie sein Name besagt, bezweckt der Verein in erster Linie seinen Mitgliedern bei etwa vorkommender Stellenlosigkeit gegen Zahlung eiuer verhältnismässig geringen JAresprämie eine entsprechende monatliche Rente zu gewähren. Heute, nach ungefähr neunjährigem Bestand, befindet sich die Kasse trotz weitgehender Inanspruchnahme in einer so günstigen Position, dass sie in der Lage ist, allen an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Ein weiterer nicht minder wichtiger Zweig unserer Vereinstätigkeit ist die kostenlose Vermittlung von Stellen an junge Leute, die den Sabbath heiligen; auch auf diesem Gebiete haben Wir äusserst beftiedigende Erfolge zu verzeichnen. Wir wollen nicht verfehlen darauf hinzuweisen, dass sich auch die gleiche Ziele verfolgenden Schomre-Schabbos-Vereine in Berlin und Brcslau unserer Stellenvermittlungscentrale angeschlossen haben, sodass uns die bei diesen Vereinen gemeldeten Vakanzen ebenfalls bekannt sind. Die Schwankungen der wirtschaftlichen Lage bieten für niemanden eine unbedingte Sicherheit gegen die Gefahr der Stellenlosigkeit und darf es ja ausserdem als eine Ehrenpflicht gerade der besser situierten Gehilfen bezeichnet werden, durch ihren Anschluss die Versicherungskasse zu stärken und damit mittelbar zur Hebung des ganzen Standes beizutragen. Die Notwendigkeit einer Versicherung gegen Stellenlosigkeit kann heute, nandern viele kaufmännische Vereine sie in ihr -Arbeitsteld einbeziehen und sich dabei die Erfahrungen unseres Vereins zunutze machen, nicht mehr angezweifelt werden. Diese Kassen kommen aus leicht ersichtlichen Gründen für die den Sabbath heiligenden Angestellten kaum in ,Frage. Wir appellieren daher an den Gemeinsinn eines jeden ■ Einzelnen und bitten Sie, geehrter Herr, in Ihrem eigenen. 1 nteresse, sowie im Interesse der Gesamtheit als ordentliches Mit׳.! lied unserem Vereine beizutreten. Anmeldungsformular liegt hier bei Die Gegenwart hat bewiesen, dass nur auf dem Wege der . straffen Organisation etwas zu erreichen ist, der Verein würde durch den Zusammenschluss aller Gleichgesinnten, Mittel und Macht zu noch höherer Leistungsfähigkeit im Interesse der jüdischen Kaufleute gewinnen.' Zu Ihr,er Orientierung geben wir nachstehend eine kurze Uebersicht über die Leistungen, des Vereins seit seiner Gründung. Hochachtungsvoll! Der aus Angestellten zusammengestelltc Propaganda-Ausschuss des Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit. Der beigefügten Uebersicht über die Leistungen des Vereins entnehmen wir: Beiträge und Ansprüche der ordentlichen Mitglieder. Der Verein hat 3 Versicherungsklassen. Die Jahresprämic beträgt in Klasse I Mk. 6.—, Klasse II Mk. 9—, Klasse III Mk. 12.— Die im Falle der Stellenlosigkeit eintretende monatliche Ver gütung beläuft sich für Mitglieder der Klasse I auf Mk_ 30.— Klasse II Mk. 15.— Klasse III Mk. 60.—. Der Eintritt in Klasse II wird durch ein Minimalgehalt von Mk. 75.—, derjenige in Klasse III durch ein Minimalgchalt von Mk. 100.— monatlich bedingt. Ueber * die näheren Bedingungen geben die Satzungen Auskunft. Die Aus- Zahlungen der Versicherungskasse betrugen : 1905 Mk. 1039.58 an 10 Mitgl. 1901 Mk. 2088.95 an 28 Mitgl. 1904 » . 165 •.— . , 1900 , 713.25 , 13 n 19113 n 1377.— .18 , ■ ״ 1899 997.— , 10 «י 1902 * •2803.— , 28 ״ (Diese Zahlen zeigen, dass in den Jahren 1901 und 1902, den schlimmsten der letzten wirtschaftlichen’Krisis, die. Kasse sich geradezu als Bedürfnis erwiesen hat.) . Die Summe der seit dem Bestehen des Vereins an Stellenlose ausgezahlten Entschädigungen beträgt Mk. 10777.98 Trotz dieser Leistungen belief sich das Vereinsvermögen Ende 1905 auf die stattliche Summe von Mk. 26280.58. Durch die Stellenvermittlung des Vereins wurden besetzt: 1898 7 Stellen Transport 228 Stellen 1899 29 n 1903 "4 , 1900 60 1» 1904 84 , 1901 55 It 1905 100 , ' 1902 77 w 1906 lls_ ״ 228 Stellen insgesamt 604 Stellen. .Unter den im letzten Jahre besetzten Stellen befanden sich u. a. 4 mit einem Gehalt von Mk. 3000.— -.2700 » . - ■ ״ ״ 1 4 , ...» 2400.— 7 . . , 2100.— etc. etc. Die Gesamtzahl der Vereinsmitglieder betrug Ende 1905 636. Vermischte. Nachrichten, Berlin, den 23. Januar. Ueber das ״Sabbathproblem in Deutschland schreibt die Londoner Jewish World folgendes: The ,Sabbath Problem* is׳ again arousing spe|cial attention. It is not tbat the old favourite attempt of superseding the Jewish day of rest by Sunday is once more & point of heajed disenssion, . bnt earnest efforts are being made to tackle an admjttedly dithcult subject of living import to onr religious life. The lead towards a practical solution has just been given in German». A largely attended Conference of The Union of Friends of the] Sabbath, comprising representatives from all parts of the Empire] met in Berlin to take concerted action for the purpose of a better jobservanece of the seventh day. 1t is a tribute to the zeal of the!orthodox Jews in Gennany that fifty societies, with a membership 01) 2,894, exist in that country for the purpose of upholding one of the most beneficent of Jewisii institutiqns, the effect of which on individual and national life has recently been׳ so eloquently pleaded by״ tue heads of the Christian churches in England. Our GermaA co-religignists have not, however, remained conteat with the mere advocacy 01 a day of rest, bnt are endeavouring by practical means to overcome the peculiar difficulties attendant in it* obseivance by the Jewb. In order to obtain posts for those who keep the Sabbath, tbere is a Central Employment Bureau, which works with consideraüle success jn- Fr&nkfort-on-Main, and there is a somewhat similar sOciety in Berlin

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