Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- 1 & 2 (Jan.-Febr. 1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Der Sabbat h. wfaich provhjfä werk for the unsLilled. Special travelling propagandisis »re 40 be engaged to fnrther tbe cause, and the tjucstion of esiablishiug a loan iD»titutk»1 to assist the observant is now under consideration. Not ooly is there to be an address book of businesses and worksbops which clcse on the Sabbath, but a gnide is to be issued^giviug Information as to callings where Sabbath work may be dispensed with. Unr energetic German co-religionists haye furni>hed1 us with h. valuable cxample of an a<׳tive advocacv of Sabbath obseryanre s|e^dd anyone among us be inclined to take the matter seriously in hard. UebefSetzung: Das ״Sabbathproblem* erweckt wieder beson- ' ders A afgaejjwamkeit. Nicht, dass etwa der alte Versuch der Verlegung des SabBwk^auf den Sonntag noch einmal Gegenstand einer heissen - Diskussion geworden wäre, sondern man macht ernste Anstrengungen, durch dieggbrbeit auf einem zweifellos schwierigen Gebiet eine Stärkung des religiösen Lebens herbeizufähren. Den Anstoss zu einer praktischen Lösung hat eben Deutschland gegeben. In Berlin versamtialte sich eine, stark besuchte Konferenz des Vorstandes der Sabbufhfreunde, die yon Vertretern aus allen Teilen des Reiches i besucht jvar, zu vereinter Arbeit für die bessere Beachtung des siebente^Tages. Es zeugt von dem Eifer der orthodoxen Juden Deutschlands, da&> in diesem Lande 50 Vereine, mit 2894 Mitgliedern, existieren, die sich die Aufrcchterhaltung der segensreichrten jüdisehen Institution zur Aufgabe gemacht haben, deren Wirkung auf den Einzelnen, wie auf das nationale Leben erst neulich von den; Häuptern dt^ christlichen Kirchen Englands so beredt gepriesen wurde. Unsere deutschen Glaubensgenossen haben sich jedoch mit der ־blossen Fürsprache für dtji Ruhetag nicht zufrieden gegeben, sondern sie bemühen sich dureh praktische Mittel die eigentümlichen ן Schwierigkeiten zu überwinden, die dem Juden bei seiner Beobach- | tung entgegentreten. Die Vermittlung von Stellen, die den Sabbath heiligen.gesorgt ein Zentfalbureau in Frankfurt a. M. mit ansehnlichem Erfolg, ngds ein ähnlicher Verein besteht in Berlin, der ungelernten ArbeKern'»Beschäftigung verschafft. Wanderredner sollen zwecks , Förderung jler Sache engagiert werden, und die Frage der Errichtung'.einesTKredit-institutes zur Unterstützung von den Sabbath heilijjauden Personen wird gegenwärtig erwogen. Ferner soll nicht nur ein Adressbuch der am Sabbath geschlossenen Geschäfte und Werkstätten, sondern auch ein Führer heräusgegeben werden, der! über die Betriebe, in denen eine Dispensation von der Arbeit am! Sabbath zu «erlangen ist, Auskunft erteilt. Nachdem unsere ener- | glichen deutschen Glaubensgenossen uns dieses wertvolle Beispiel ' pidJitischer Verteidigung der Sabbathheiligung gegeben haben, sollte . sich auch unter uns jemand linden, der geneigt ist, die Sache ernsti haft -in die Harn) zu nehmen. : 1 I Gruss an den ersten Delegiertentag des Verbandes der Sabbathfreunde. Seid mir gegrüsst, Ihr wertgeschätzten Freunde, Die Ihr vereinigt heut von nah und fern, Zu ernstem Werk in heiliger Gemeinde, Vertrauend unsrem ew’gen Hoffnungsstem, Dejpj lichten Hoffnungsstern, der stets uns blinket, W^fin Rebevoll der Thora wir uns weih’n. ״Jiäroels Jugendzeit“, die freundlich winket Gleich eines Morgenrotes Dämmerschein, Das zu uns leuchtet aus vergangenen׳ Tagen, Des trüben Golü's finstre Nacht erhellt Und die Jahrtausende wird überragen Gleich einem Gruss aus einer andren Welt Und doch aus einer Welt die uns gehöret. Die man gestaltet je njtch Willenslust Und jedem, den die Mode nicht betöret, ־ Mit'Wonne und mit Stolz erfüllt die Brust. Gewiss! Wir können selbst das Glück uns schmieden, In unsre Macht allein ist es gelegt, Der ״Sabbath“ ist’s, nur er verbürgt den Frieden Dem Volke, das in Treue ihn gepflegt Und mochte die Verfolgungswut auch toben, Und'iob der Dränger auch Vernichtung schwor, — Naht unser Sabbath, — ging durch ihn erhoben Aus allen Nöten Israel hervor. i Und jenes Segens sollte man entbehren, Der unser Heim zum lichten Tempel weiht? Den heil’gen Sabbath wollte man entehren, Der unsem Häusern Glück und Glanz verleiht? Das sei uns fern! Er soll uns heilig bleiben Und einem Retter gleich willkommen sein, Lasst ihn als Hort auf unsre Fahne schreiben, Der mächtig bannt des falschen Fortschritts Schei Drum auf zum Werk, und lasst uns ernst erwägpi Wie wir erringen, unser Ideal, Der Himmel aber leih’ uns Kraft und Segen, Dass neu erglüh’ des Sabbathglanzes Strahl! Wilhelm Freyhan-Breslk n! n. . Freitag Abend. Wie’s blitzt und blinkt im wohlig säubern Stübchei; Die Hausfrau schon im lichten Sabbathkleid, Im Staate auch der Gatte und das Bübchen; — Die Sonne sinkt, — schon ist es hohe Zeit! Was war's ein emsig Schaffen, fleissig Rühren, Zu rüsten alles, was der Sabbath heischt; Da galt es Scheuern und die Flammen schüren Zum Schalet, den am Sabbath man verspeist. Nun schaut noch einmal prüfend sie das Ganze Mit einem ״Gott sei Dank“ nach aller Müh’, Und sonnt zufrieden sich im Sabbath-Glanze, Den sie geschaffen hat seit morgens früh. Der Tisch gedeckt mit schneeig weissem Linnen Den Silberbecher und den Barchus trägt, Den sie geknetet selbst mit frommem Sinnen, Von dem ins Feuer Challah sie gelegt. Das Deckchen muss sie nun darüber breiten Mit Wappen Davids und mit Spruch geziert, Das sie dem Gatten bat geschenkt vor Zeiten, Da er zur Chuppah einst sie hat geführt, jetzt ist es Zeit, die Lichter zu entzünden, Die im Gebete sie dem Sabbath weiht, Und betend strebt sie ihren Gott zu finden Nach Alltags schwerer Müh’ und Last und Leid. — Der Sabbathgruss in friedlich frohem Tone.. Tönt in das Stübchen zu der Hausfrau Ohr, Vom Tempel kehrt der Vater mit dem Sohne; — Den Sabbathgruss ruft froh der And’ren Chor Der Gast steht an der Türe noch bescheiden Und schauet sinnend das Familienglück; Er denket wohl an altvergang'ne Zeiten, An’s teure, traute Elternhaus zurück. — Und segnend legt der Vater seine Hände Aufs Haupt der lieben Kinder andachtsvoll, Wie seinen Busen Freud’ und Friede weiten, Die sabbathlich das schlichte Heim durchziehn, Aus seiner Kehle jauchzend Töne gleiten Von Lieb’ und Andacht, Freud’ und Glück durchglüht כ ״Ein braves Weib, wohl dem, der es gefunden“, So tönt sein Lied voll Jubel und voll Dank, Und diese Herzens-Jubeltön’ bekunden, Dass ihm der grosse, grosse Wurf gelang. Des Escheth chajil Töne sind verklungen, Und auch der Kiddusch ist bereits gemacht, — ״Omen“ noch hat die kleine Schar gesungen, Und jetzt wird an die Mahlzeit erst gedacht Nun nach der Mütter altem Brauch bereitet Der Fisch in würd’ger Sauce vor euch steht, — Von Scherz und Rede war das Mahl begleitet, Und nun hebt Vater an das Tischgebet; Da preist er dankbar Gottes Vatergüte, Die uns ernährt, uns gab der Freiheit Land, Und bittet demutvoll, dass er behüte Uns, zu empfangen aus der Menschenhand■ Er nur allein soll führen und geleiten, Soll Segen spenden reich und tausendfach, Soll Weib und Kindern gnädig stehn zur Seiten Und schützen sie vor allem Ungemach. Als Abglanz von dem Jenseits schon hinieden Preist er der Sabbathruhe Seligkeit Und fleht zum Schlüsse rtoch um Frieden, Frieden, Für sich, sein Haus und Volk für alle Zeitl Georg Kuttner. Alt Israel.