Mannheim
Compact Memory

Der Sabbath · 1907-01-01 · 1 & 2 (Jan.-Febr. 1907) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
1 & 2 (Jan.-Febr. 1907)
Date
1907-01-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4874912-5428448-5428520--174-4875062
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

6 Der Sabbath. ל*— wir^ am *^festen Vorgehen. Das siijd aber Erwägungen, die wir hier nicht behandeln können Wir müssen uns darüber klar sein, dass die Frage sich für uns darum drelit, wie sollen wir auch für den Detailhandel eintreten? Ueber das Ortsstatut sind viele irrige Anschauungen vorhandeA- Wir sind der Anschauung, dass wir das seitberige ^halten müssen, allerdings, nicht im Sinne der Vertreter für Breslau. — Kober- Breslau: Ich zweifle , nicht, dass trotz der gegensätzlichen Ausführungen hinj sichtlich der Frage des Detailhandels, doch eine Einigung erzielt wird: Im Uebrigen ziehen wir nach der Klärung, die die Sache gebracht hat, unsern Antrag zurück. — Der-Antrag Ha Stuttgart wird in der Abstimmung angenpmmen. s D'er Vorsitzende stellt Punkt III der Tagesordrlung — Errichtung eines Creditinstituts — •zur Debatte.? — F r e y h a n - Breslau wünscht zur Geschäftsordnung zuerst Behandlung von Punkt 6. — Ettlinger - Frankfurt: Der Referent zu Punkt B, Herr M» A. .Loeb aus Frankfurt a M. ist leider durch Krankheit verhindert, hier zu erscheinen. Da keinem von meinen Mitdelegierten die Vertretung dieses Antrages möglich gewesen ist, der übrigens in der vorletzten Nummer des ,Sabbath“ eingehend begründet wurde, schlage ich vor, 'dass eine Commission zur Beratung dieses Antrags ernannt werde, die ihre Resultate dem nächsten Delegierten-Tag vorlegt, y Der Vorsitzende: Von der Ortsgruppe Halberstadt ist ein gleicher Vorschlag telegraphisch eingelaufen. Er lautet: ,Leider Reisen vorhindert, empfehle Versammlung Spezialkommission wählen, zur Bearbeitung des Projektes Kreditinstitut. Erbiete mich dieser Koinmission zur Mitarbeit. Moritz Joseph für Ortsgruppe Halberstadt“. — Der Vors, gibt auf Anfrage Wertheim-Fulda bekannt, dass die morgige Sitzung bereits um 4 Uhr beginnt. — M e y e r - Gelnhausen polemisiert unter Zugrundelegung folgender Gesichtspunkte gegen den Antrag: 1) Ist die Errichtung des geplanten Institutes vom kaufmännischen Standpunkte aus als notwendig zu betrachten? 2) darf die Orthodoxie von dem, geplanten Unternehmen in der Tat einen tiefgehenden Einfluss auf die Lösung des Sabbath-Problems in der Gegenwart erwarten?• 3) Ist es möglich, sich in der Praxis ן vor Ausbeutung und Schaden zu schützen und so das Institut auf gesunder dem Zwecke dienender Basis zu erhalten? Diese Fragen sind zu verueinen, da 1. gegen Sicherheit unschwer Kapitalien zur Geschäftsführung erhältlich seien; 2. kpnne leicht durch Errichtung solcher creditierten Gescjrime der Konkurrenzkampf noch verschärft werden; & gäbe es keinen Maßstab, die Petenten auf ihre moralischen und religiösen Qualitäten zu prüfen. Nach kurzen Bemerkungen der Herren Dr. Kahn- Esslingen ,1!Ettlinger- Frankfurt, Wolf- Nürnberg, D r. M a n e s - Schwabach, Neuberger- Beitlin, B e n j a m i n - Cöln. gelangt der Antrag Ettlinger- Frankfurt und Joseph-Halherstadt, eine Kommission mit der Beratung der Punkte zu betrauen, zur Annahme. Es wurden in diese gewählt: Die Herren M. A. Loeb־ Frankfurt als Vorsitzender, Moritz Joseph^Halberstadt, George Marx- Königsberg, Moritz Merzbach - Berlin, Aron Kober- Breslau. Die Ortsgruppe Strassburg übersandte folgende Depesche: ״Verhandlungen des Delegiertentages wünscht zlach rechaw al de war emeth. . Schluss des ersten Verhandlungstages 10 Uhr abends.!1. Tag (2. Januar 1907, 4 Uhr nachm.) Der gestern als erster Punkt der heutige? Beratungen vorgeschlagene Punkt der Tagesordnunj muss noch zurückgestellt werden, da verschiedene sich für diesen Punkt interessierende Delegierte hoch nicht zugegen sind. — Dr. S t e i n - Schweinfurt fragt, ob Lei te, die selbst den Sabbath nicht heiligen, als Mitglieder in die Ortsgruppen aufgenommen werden können. — Det Vorsitzende bejaht die Frage und weist nach, d!.ss auch’ aus halachischen Gesichtspunkten nichts gegen 1 ie Aufnähme solcher Leute einzuwenden sei. Zur Beratung gelangt Punkt 7 der Tigesordnung: Antrag der Ortsgruppe Breslau: Der delegiertentag beschliesst die Herausgabe eines Adreskbuc les' der Gewerbetreibenden und Handwerker, welche den labbath heiligen.“ — Dr. Hamburger - Breslau fragt i.her das Verhältnis des Verbandes zu den ־’ שבחlor-Verei len an. — ־Der Vorsitzende: Der Verband umfasst alle Zwecke, die sich auf die Heilighaltuijg des Sabbi.ths beziehen, und demgemäss auch die Stellenvermittluig. Er sieht es jedoch sehr gern, wenn ihm gewisse Teil; seiner Tätigkeit von anderen Vereinen abgenommen werden. Er überlässt die Stellenvermittlung umso lieber den betreffenden Vereinen, weil sich damit von selbst die irrige Anschauung widerlegt, als *Ob er in diesen Bestrafungen aufgehe. Wir freuen uns, dass diese Vereine selbständig arbeiten und wissen, dass ihre Tätigkeit stets־ dem Verbande zu Gute kommt. — Dr. Hamburger - Breslau : Es ist die Meinung weit verbreitet, dass die SUllenvermittelung nur Sache der betreffenden Vereine ist. Bei dem vorliegenden Antrag frage es sich, ob Verbandsge der für Zwecke der Stellenvermittlung-Vereine verwandt werden sollen, da das Adressbuch die Stellenvermittelung erleichtern soll. Der Schaffung eines Adressbuches weide entgegengehalten, dass sich Stellungsuchende dam nicht mehr der Centrale bedienen würden. Diese Befürchtung sei unbegründet. — Dr. S t e i n - Schweinfurt schlägt vor, das Adressbuch unter Benutzung der früher beschlössenen Statistik anzufertigen. — W e r t h e i m - Fulla hegt prinzipielle Bedenken gegen Herausgabe derartiger Zusammenstellungen, da bei Aufführung nicht positiv am Sabbath geschlossener Geschäfte, nur eine Gefihrdung der Stellung suchenden jungen Leute entsteht. — Dr. Mannes- Schwabach teilt diese Bedenken. D tr Vorstand dürfe keine Garantie in dieser Hinsicht über lehmen. — M a r k u $ - Berlin hält diese Bedenken für un begründet. Es ist stets Sache der jungen Leute, sich iber die Gepflogenheit der betr. Geschäfte bezüglich der Sabbathheiligung zu orientieren. — N e u b e r g e r - Berlin weist darauf hin, dass sich auch die Stellenvermittlungs :entrale nicht von der Beschäftigung mit solchen Geschäften frei hatten kann, denen die Sabbathruhe nicht so sehr am Herzen liegt. Es existiere hierfür kein untrüglicher P üfstein. — Dr. H a m b u rg e r - Breslau : Unser Antrag י erlangt nur die Herausgabe des Adressbuches; welche Firmen Aufnahme finden sollen, ist erst eine zweite Frage. Die Art der Herausgabe ist nur vom technischen Standpunkte zu betrachten. Die Zusammensetzung müsste nach Art der besprochenen Statistik erfolgen. — Meye 1 - Gelnhausen fragt, welchen Zwecken das1 Adressbuch dienen soll. — Freyhan - Breslau: Es soll jungen Leuten Gelegenheit gegeben werden, sich selbständig Stellen zu verschaffen, da bei der Centrale nur in Vakanzfällen Vermittelung erfolgen kann. — Dr. Kahn-Baisingen rügt die ungenaue Begründung des Antrages. Aus Gründen der Stellenvermittelung allein erscheine die Schaflung des Adressbuchs nicht angebracht. — Wertheim־ Fulda hält sein Be lenken für so tiefgehend, dass damit über-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.