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Der Sabbath · 1907-01-01 · 1 & 2 (Jan.-Febr. 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
1 & 2 (Jan.-Febr. 1907)
Date
1907-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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4 Der Sabbath. der Centrale aasgehen müssen, so handelt es sich nur um solche, die tifür die allgemeine Arbeit massgebend sein soU^ A fcl gemeine taktische Grundsätze müssen den ׳Ortsgruppen an die Hand gegeben werd9n. — Der Vorsitzende; Ich bin der Meinung, dass kein grojpser Abstand zwischen den Wünschen der Herren Kober und Rosenijeim-Lazarus besteht. Eine Marschroute lässt sich nicht erteilen. Was geschehen kann, das ist geschehen. wir haben sowohl durch gedruckte Angaben, als auch dirjfcte Maßnahmen hierin schon mehrfach etwas geleistet י* Anlässlich Chanukkah gäben vrir die Anregung, die Ortsgruppen sollten Veranstaltungen abhalten. Mit Wanderrednern haben wir ebenfalls Versuche gemacht, der Erfolg war aber zunächst gering. Es ist eben furchtbar schwer, ,Jür. die Bedürfnisse der einzelnen Orte den richtigefP^fon zu treffen. Herrn Aron-Stuttgart erwidere ich, dass tyir von der gerügten Nachlässigkeit nichts b3kannt ist. Der Landescentrale in Württemberg haben wir die Zustimmung zu ihrer Bezirksorganisation nur unter sehr, schv^eren Bedenken, un 1 nur darum erteilt, weil die ani(3jjjr Saitze stehenden Personen uns die Gewähr gaben, dawt-pie ־ von uns befürchteten Gefahren nicht eintreten ■wenfen. Wir halten aber diese Idee wegen der Gefahr <ler$S6rsplitterun״ für unglücklich und dem Grundge lanken des. Verbundes widersprechend. Die Vorteile sind gar nicht derart ־gross, dass sie dem Verbände zi Gute kämen; es würde nicht nur keine Entlastung des ,geschäftsführen len Ausschusses eintreten, sondern der Geschäftsgang nur komplizierter werden. — E111 ing e r-Fr an kf ur t (zur t Jeschäft^rdnirhg) schlägt vor, dass Punkt 2, 3 und 6 der Tagesor%»'ttng zuerst behandelt werden; Punkt 3 soll in Abwesenheit *des Referenten einer Commission überwiesen werden. — Einer Abstimmung gemäss stellt der Vorsit z en d 3 Punkt 2 der TigesOrdnung ,D e NJiregelung der Sonntagsruhe in der bevorstehenden Novelle zur Reichs- Gewerbeordnung * z!r Debatte uni schlägt vor, danitdie folgenden Anträge zu verbinden: a) Antrag der WürtteoDbergixchea L\n leävereiaigaag und Ortsgrnppi ,Stuttgart: Der t'erbiaj tnige in geeigneter Weise au deu?,:miesrat und Iteiebsta״ bertntreten, dass er bei der Ausarbeitung der Novelle über die Sonntagsruhe die berechtig- ^,|en Interessen der satbathhaltenden Geschäftsleute uni Hiul- 'angjgehülfen wahre. Antrag Breslau: Der Delegiertentag möge der Krage näher treten, ob nicht durch Einwirkung der Gesetzgebung, die scbwereu Schaden gemildert werden könnten, die das Gesetz über die .'■»nntagsruhe den jüdischen, deu Sibhathfeiernden Kaufteateu bringt. Vielleicht liessen sich durch Ortsstatat günstigere Verhältnisse herbeifiihren*. Beferent Lazarus-Berlin: Dieser sehr wichtige Punkt derTagpsordnung beschäftigt uns seit zwei Jahren. Durch die Bede des Herrn Grafen Posadowsky über die bevorstehend^£ü>velle zur Reichsgewerbeordnung, ferner die Einfüh!%ft der vollständigen Sonntagsruhe in Frankfurt a. M. durch C^rtsstatut, wurden wir auf die Beratung von Massnahmen ,Zur Verhütung einer weiteren Verschärfung der Sonntagsruhe hingewiesen. Die seitherigen Schritte bei den gesetzgebenden Behörden geschahen in Gemein- : schaft mit dem ,Verband der deutschen Juden". Wir! .,stehen nun vor der Aufgabe, der Regierung eine Stati- *stik aller *am Sabbath geschlossenen Geschäfte zu unterbreiten.. Ich schlage vor, diese Enquete in Gemeinschaft mi t dem »Verband der deutschen Juden“ j(u veranstalten. Derselbe hat Fragebogen ausgearbeitet, die an alle in Betracht kommenden Adressen versdfidf werden sollen. Da wir aber gewärtig sein müssen, dass auf diese Anfragen vielfach keine Antwort erfolgen wird, müssen wir das übrige Material übernehmen * Sobald dies geschehen ist, sollen der Verband der deutschen Jaden; der Verband der Sabbatfafreunde, die rill Freie Vereinigung für die Interessen des ortiodoxen Judentums und der Allgemeine Rabbiner-Verban I jeder für sich, aber trotzdem Hand in Hand den Reg erungsstellen dieses Material, sowie auch die bezügl. ausländischen Recbtsbestimmungen zur Verfügung stellen. Ueber das von den Regierungen zu Fordernde gehen d nungen auseinander. Die einen beschränken sich nur innere Geschäftstätigkeit bei verschlossenen e Meidarauf, Türen zu verlangen,-die anderen meinen, man solle of'en und frei Alles, was erforderlich sei, vortragen und ve •suchen, ob min für diese Stimme des Rechts und der Billigkeit nicht Gehör erlangen könne. Da es nicht möglich sein wird in unserer Debatte hierüber zu einem abschlic ssen len Urteil zu gelangen, so bitte ich Sie, Ihre Zustimnung zu geben, dass wir in der seitherigen Weise Hand n Hand mit dem Verband der deutschen Juden weiter rrbeiten, und den geschäftsführenden Ausschuss hiermit zu b}trauen. — Kob er-Breslau: Ich möchte mich deu Ausfüirungen des Herrn Lazarus im Grossen un i Ganzen ansc iliessen, wenn er in der Lage ist, weitere Aufschlüsse zi geben. Wem wir auch dem geschäftsführeaden Ausschüsse des Verbandes der deutschen Juden weites Vertrauen schenken, so bin ich doch dafür, dass wir uns heute hier nit den einzelnen Punkten der Maassnahmen eingehend beschäftigen. — Rosenheim-Frankfurt a. M.: Die Frage der Novelle zur Gewerbe-Ordnung hat uns von vornherein lebhaft beschäftigt, weil wir auf dem Gebiet der Senntagsruhe-Oesetzgebung in B'rankfurt schon einige E •fahrung gesammelt hatten. Durch die Novelle wird, sicherlich nur eine Verschlechterung der seitherigen Lage stattfinden. Dass wir E ngaben an die Regierung machen müssen, ist selbstverständlich. Eingaben haben aber allei 1 keinen Wert, es muss eine fortgesetzte persönliche Arbeit hei den Regi e r un gs s te 1 len stattfinden, bjsonders weil von dem Verband der deutschen Juden die:e Sache nicht aus rein religiösen Gesichtspunkten uni jedenfalls nicht mit der Wärme der eigenen persönlichen Ueberzeugüng vertreten werden kann. Ich hal ß diese ganze Enquete für nur von untergeordneter Bedeutung, weil die Zahl der am Sabbath geschlossenen G eschäfte absolut genommen, eine geringe ist. Mit Ziffern können wir also der Regierung nicht imponieren Ebensowenig können wir mit dem Prinzip der Gleichberechtigung durchdringen, denn selbst weun vir auch im Rechte sind, vom reinpolitischen Standpunkt uns wäre es keineswegs angebracht, das besonders zu unterstreichen. Ich meine, dass wenn wir überhaupt etwas < rreicheu können, es nur mit Hilfe des religiösen Gesichts- Punktes möglich ist. Wenn wir unter Hinweis auf die Vernichtung einer Anzahl von Existenzen, die ihrer reli- ’setzestreuen Judentums steht, lieh nichts dagegen, wenn wir Fordere|twas er- Körperdes geselbst׳ ׳erständ- Verband unser wünsche zu stögiösen Ueberzeugung zum Opfer fallen, unsere ungen vertreten, werden wir •vielleicht doch reichen. Diese Vertretung kann aber nur eine schaft üben, die ausschliesslich auf dem Bodea Ich habe mit dem Material austauschen und gegenseitig ergänzen, auch die Aktion des Verbandes in keiner Weise ren, aber der Regierung und der Oeffentlichkeit gegenüber müssen wir in absoluter Selbständigkeit vorgeh m. Von weniger grosser Bedeutung ist die andere Frare, was wir verlangen sollen. Da kann man einen Augenblick schwanken, so wenig ich wünsche, dass wir der Regierung als Vertreter eines abstrakten Gleich(!erechtigungsprinzips fordernd gegenübertreten, so wenig dürfen wir etwas Unmögliches erbitten. Ich glaube n cht, und spreche das im Namen der Ortsgruppe Frankfurt aus, dass wir verlangen sollten, dass jüdischen Geschäften in offenen

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