Mannheim
Compact Memory

Der Sabbath · 1907-01-01 · 1 & 2 (Jan.-Febr. 1907) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
1 & 2 (Jan.-Febr. 1907)
Date
1907-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4874912-5428448-5428520--171-4875059
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Der Sabbath. nichts geleistet ist. Es muss praktische Arbeit geleistet werden. Diesem Oedanken entspricht auch die Gründung eines Creditinstitutes. Es lässt sich aber auch abgesehen davon praktisch) Arbeit leisten, wie die Ortsgruppe Giessen beweist. In der Erkenntnis, dass es zunächst gelte, die gute Wirkung der Ortsgruppe zu erhalten und fortzusetzen, hat sie beschlossen, allmonatlich eine öffentliehe Versammlung abzuhalten, und es ist bereits zwei Mal von einem ]tedner dort über ein jüdisches mit dem שבת in Verbindung stehendes Thema gesprochen worden, wodurch sich nicht nur ein numerischer Zuwachs von Mitgliedern ergeben^ sondern auch eine starke Belebung des Mutes herausgestellt hat. Grade gegenüber den jüdischen Literaturvereinen, die ein wissenschaftliches Interesse vertreten, ist es von hohem Werte, wenn wir Ortsgruppen besitzen, die in religiösem Sinne auf die Massen des Volkes einwirken.; Es müssten in allen Ortsgrttppen regelmässige Versammlungen stattfinden, und gerade die Regelmässigkeit ist sehr wichtig. Es muss ohne jede Rücksicht die weiteste Öffentlichkeit herangezogen werden.[ Der Verband will die Atmosphäre verbessern, in der die שמיית שבת gedeiht,, und der Bereitung des Bodens müssen die Ortsgruppen ihre Hauptwirksamkeit zuwenden, pamit in Verbindung steht die Frage der W a ud e r r e d n| er. Leider besitzen wir keine geeigneten Kräfte. Ich habe ein Inserat in den jüdischen Blättern erlasse!!, jedoch ohne eine einzige Meldung zu erhalten. Es sollten vom geschäftsführenden Ausschuss ohne Rücksicht iuf die Kosten in ausgedehntem Maaße durch Inserate Wan derred ner gesucht werden. Es kann sich manche junge Kraft finden, die für diesen Zweck geeignet Ist. Aber es sollte jeder nach solchen Kräften Umschaij! halten, die imstande sind, die Anliegen des gesetzestreuen Judentums zu vertreten. Die Ortsgr. Giessen hat ferner ein Lesezimmer ins Leben gerufen, wo junge!Leute an Sabbath und Sonntag Aufenthalt und nützliche geistige Beschäftigung finden. Es liegen dort jüdische Zeitschriften aus, auch ist eine Bibliothek religiöser und anderer jüdischer Schriften im Aufbau begriffen. Das ist hauptsächlich als Beispiel für kleine Städte zur Nacheiferung anzuempfehlen. Ich komme zur Stell en ver m itte lung. Ich warne, dass hierüber ein bindender Beschluss gefasst wird. Wir haben mit grosser Mühe die Centrale für Stellenvermittelung in Frankfurt a. M. zu Stande gebracht., die grosse Erfolge zu verzeichnen hat. Ich bin nicht der Meinung, dass auf dem Gebiete der Stellenvermittelung die Ortsgruppen untätig sein sollen, hur vor einem unsystematischen, regellosen Arbeiten warne ich. Es soll insbesondere die Lehrlings- Vermittelung {durch die Ortsgruppen ermöglicht werden, die im übrigen bei der Beschaffung des Materials bej hilflich sein und in einzelne« Fällen die Tätigkeit der Centrale unterstützen können. Aber alles Andere muss j sorgfältig erwoghn und durchgearbeitet werden in Ver- 1 bindung mit ddr Centrale in Frankfurt a. M. Ferner { werden sich die, Ortsgruppen für die Handwerker- \ Stellenvermittlung nützlich erweisen. Die wei-! ter.e Tätigkeit der Ortsgruppen lässt sich nicht vorschreiben. Die einzelnen Vorstände müssen die lokalen Bediirfnisse erwägen und das Ergebnis dem geschäftsführenden Ausschuss zur Begutachtung übermitteln. Die Brocken- Sammlung kann nur in grösseren Städten nachgeahmt werden; dort sollte sie es aber in der vorliegenden oder einer anderen Form. So liess man es sich in Frankfurt angelegen sein, ungelernte Arbeiter der Offenbacher Portefeuillefabrikation zuzuführen, wo sie eine nutzenbringende Arbeit leisten. Ein Ausbau dieser Bestrebungen, vielleicht die Errichtung einer Art Arbeiterkolon i e, wäre eine grosse Wohltat. An kleinen Orten wäre zu in es die Aufgabe der Ortsgruppen, Stätten ausfindig machen, wo man Leute, die den שבת halten wollen, Gewerben unterbringen kann, wie es z. B. in Alsfeld ge schehen ist. — L a z a r u s - Berlin : Auch nach meiner Ueberzeugung müssen sich die Vorstände der Ortsgrupp 3n selbst darüber klar werden, wie sie die Sache des Vtrbandes fordern könnern. Ein Kaufmann z. B. wird nur dann eine Filiale mit Erfolg führen können, wenn er selbst weiss, allen Aufgaben zu entsprechen, ohne bei jedem Schritt auf die Befehle der Centrale zu wart(«. Die Ortsgruppen müssen besonders in ihrem Orte und Umgegend die Augen aufmachen,, wer den שבת hält, in w!!leher Branche er geheiligt wird, ob und wo dort Handwerker wohnen, die שבת halten können, ob jemand da ist, der שנת halten möchte, es aber an diesem Platze nicht kann etc. Man kann in einer kleinen Stadt Samm'elstellen für die Brockensammlung einrichten und das Sammelergebnis an die nächste Grossstadt abführen. Auf diese Weise können Leute beschäftigt werden, die sorst keine Arbeit haben. Die Ortsgruppen müssen de»geschäf sführenden Ausschuss unterrichten, woran es bei ihnsn fehlt. Es wäre der Vorschlag zu erwägen, dass wir v3n unseren Lokal Vorständen vierwöchentliche Berichte einfordern, über das, was sich in dieser Erist ereignet hat. — Aron- Stuttgart dankt dem geschäftsführenden Ausschuss für die geleistete Arbeit Er führt Klage daifiiher, dass Anfragen langsam erledigt würden. Als präktischen Vorschlag für eine pünktliche Erledigung der Arbeiten des Ausschusses, schlägt er die Bildung von 'Bez.irksverbänden, wie sie in Württemberg bestehen, vor, die einer Centrale unterstehen, von der aus spezielle Wünsche der einzelnen Ortsgruppen erledigt werden, und die selbst dem geschäftsführenden Ausschuss untersteht. Damit wäre demselben viel Arbeit erspart und auch die Frage der Wanderredner wäre leichter zu erledigen. Ausserdem könnte den Verhältnissen der einzelnen Bezirke von der Bezirkszentrale aus besser Rechnung getragen werden. Die Kosten der Agitationsreisen würden verringert und es wäre eine Stellenvermittlung innerhalb dieser Bezirke sehr leicht einzurichten. — Inzwischen ist ein Antrag auf Schluss der Debatte eingegangen, unterzeichnet von Meyer, Arthur Marcus. Mendel Wertheim, J. Rosenheim, M. Neuberger. — Zur Geschäftsordnung bemerkt Ettli.nger- Frankfurt a. M., dass man sich aus Rücksicht auf die nur heute hier verbleibendenDelegierten über den nächstenPunktder Tagesordnung einigen solle. Er schlägt vor, die morgige Tagung um 4 Uhr beginnen zu lassen. — Der Antrag auf Schluss der Debatte wird angenommen, doch sollen die vorgemerkten Redner noch zu Worte, kommen. — K-0 her- Breslau: Nach meinen Erfahrungen ist es ein Unding, alle vier Wochen Versammlungen der Ortsgruppen einzuberu^ fen, denn sie würden nicht besucht werden. Ich stehe entgegen den Ausführungen der Herren Rosenheim und Lazarus auf dem Standpunkte, dass die Ortsgruppen ein bestimmtes Arbeitsprogramm haben müssen, damit einer Decentralisation vorgebeugt wird. Die Ortsgruppen warten auf ein Reglement des geschäftsführenden Ausschusses. — Rosen heim - Frankfurt; Herr Kober hat mich nicht verstanden. Man kann keine Marschroute vorsebreiben. Aber es ist wünschenswert, dass die Ortsgruppen es sich selbst zum Gesetz machen, regelmässige Versammlungen abzuhalten. Der Vorstand muss sich ein Arbeitsprogramm für die Dauer der Saison festlegen. Es wird sich auch bei einem Versuch zeigen, dass überall Versammlungen zu Stande kommen können, selbst dort, wi es scheinbar unmöglich ist. — Dr. Hamburger - Breslau : Man kafin nicht überall mit grossen Kosten arbeiten .und Lesezimmer einrichten. Wenn von Direktiven die Rede ist, die vbn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.