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Der Sabbath · 1906-12-01 · 12 (12.1906) · p. Seite 85

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Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
12 (12.1906)
Date
1906-12-01
Page
Seite 85 (sequence 7)
Language
German
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Der Sabbath. 35 «ntsckiedenste Zeichen der Buiidesbrüchigkeit, und kennen• <iie grössten refonnatorischen Propheten, wie Jesaias, -Jeremias und Jecheskel, ohne Sabbathheiligung kein Heil fiir Israel. Und wie in alten Zeiten, so ist heute noch die Sabbatblosigkeit, wenn nicht eine Folge, so doch eine Quelle des Götzendienstes, der völligen Gottentfremdung, •der Vergötterung sinnlicher Güter, der Buhlschaft mit der Leugnung eines höchsten Wesens und aller Menschenwürde. An sich schon bedarf der Meusch, und wenn er auch : noch so hoch stände, allwöchentlich eiues Tages nicht bloss der Babe, sondern auch der besonderen Gottesweihe, um in seine!» gewerblichen Betriebe nicht zu verdumpfen! und versumpfen und zuletzt seine höhere ' Bestimmung; völlig zu vergessen. Gegenwärtig ist aber das betreffende j Uebel noch weit schlimmer geworden; es muss über kurz י oder lang geradezu alle sittlichen Grundlagen im Einzelleben, in der Familie und der Gesellschaft zerstören. Gross ist die Unwissenheit unseres Volkes inbetreff seiner beispiellosen Geschichte und weltnähren len Geistessctmze; \ oben so gross ist die rohe Anmassung, leicht und höhnisch über die höchsten Fragen der Menschheit abzusprechen, in welche die grössten Geister aller Nationen nur mit tiefster Ehrfurcht sich versenkten . . . Verlegt den S:1bbath auf den Sonntag! rufen viele — dann ist geholfen! Nur Schade dass an dieser Radikalkur der Patient vollends 1 sterben würde. Ich hörte einst in der Breslauer Rabbiner- ( Versammlung die sinnige Aeusserung: man könne den Sabbath freilich, am Freitag Abend begraben, würde aber vergeblich am Sonntag auf seine Wiederauferstehung warten. Und so ist cs! Denn eine solche Wiederbelebung würde «inen Eliasgeist erfordern, der mit seiner heiligen Glut dem toten Kinde wieder Leben einzuhauchen vermöchte, und solche Grlut ist in diesem Geschlechte nicht zu linden, und am wenigsten bei denen, für welche die Verlegung stattfinden, eine so ungeheure Kluft zwischen dem alten und neuen Israel erstehen soll. Ein solcher Wechsel mit dem Brautringe w'iirde zahllosen Juden, die ihn eifrig wünschen, nur als eine Lossagung vom Gott Israels und Vermählung mit dem Christentum erscheinen, und so würde die treulos gewordene Braut auch noch den letzten Funken des alten Feuers der Liebe im Wasser auslöschen . . . Wahrlich wir leben in einer sehr ernsten Zeit!,. . . Da ist es denn vor allem an uns, den uralten Trägern der Wahrheit, in enggeschlossener Phalanx, wie unerschütterliehe Mauern für unsern Gott dazustehen ... Da ist es -an uns, unsere Sabbathe und Feste Gott zu weihen und jai heiligen.* Aus vergilbten Blättern. VII. E. B. Berlin, 1. November. Der Stein war durch diese Auslassungen ins Rollen gebracht *und von allen Seiten her häuften sich die Sympathiekundgebungen für die Bestrebungen zur Sammlung der sabbuthtreuen Elemente beliufs gemeinsamer Abwehr der aus der neuzeitlichen Entwickelung •dem Sabbath drohenden Gefahren. Nicht Wenige, deren Namen allerorte■ zuoberst sieb linden, wo es eine Sache des glaubenstreuen Judentums zu fördern galt, beeilten sich, teilweise recht ansehnliche Beträge zu zeichnen. Auch an beachtenswerten Zuschriften, inter- «ssant auch um ihrer Schreiber willen, fehlte es nicht. Sie mögen hier ihre Auferstehung halten : Dürkheim a. d. H., den 1. März &U27. Nur ungern gebe ich meine Meinung in einer Sache kund, wo- ■rüber nur ״Männer von Einfluss und Befähigung" sieh vernehmen zu •lassen, aufgelonlert werden, da ich keineswegs so unbescheiden bin, mich diesen beizählen zu wollen. Docb die Angelegenheit det Cirundüng eines ״Vereins zur Förderung und Conservierung des• religiöse» 1 ebens“ ist zu heilig und jedem wahren Israeliten zu stark an(• Herz greifend, als dass nicht auch de. minorum gentium, wie mein{ W«- nigkeit, ihre Begeisterung dafür, dabei zum Ausdruck bringen durften. Es wäre die grösste und bedeutsamste Tat Ihres gesch. Blattes unter den Vielen, die cs bisher durch sein offenes und unersebrockenes in die Scbrankentreten für des keiligeu Glauben der Väter!wirkt. wenn die zwei tief zum Hqrzen sprechenden Anregungen der beiden jüngsten Leitartikel desselben, von dem gewünschten, segensreichen Erfolg begleitet wären! Ks wird eines Ihrer grö: sten Verdienste, meine teuren, rechtgläubigen Glaubensbrüder sein, venu Sie die-nti Erfolg dürch die tatkräftigste Teilnahme recht bald ermüg ifihea würden! Vor allem aber müssen Sie, meine verehrten Collrgeu. gleicher Gesinnung, alles in ihrer Kraft Liegende aufbietei. um dem zu gründenden Vereint die woitmöglichste Ausdehnung und Teilnehmcrschaft zu erwirkeu! Der Unterzeichnete selbst wird mit Wort und Tat in eifrigster Weise bestrebt sein, sein bescheidene, Teil zu dem glücklichen Gelingen des projectirten, erhabenen Werkesbeizutrageü. Die Auslassung ülJer die praktischste and crfolgversprechendste Organisation des Vereins competeateren .Männern als ich überlassend, will ich nur das Eine hervorheben, dass Ihr Vorschlag, hochgeschätzter Herr Redakteur, Sendboten nach allen Riehtungen hinzuschicken, um für den Verein zu -werben, und so! viel Local t’omites als irgend möglich zu gründen, aus eben so verjehiedenen als naheliegenden Gründen eine ganz besondere Befürwortung verdient. — Für beute lege ich ein nicht erwähnenswerte Klöinig keit zu diesem Zwecke vjou mir selbst bei, vielleicht aber bin ich iu der nächsten Zeit schon;in den Stand gesetzt, dieselbe vielfach erhöhen zu können- — Ihpen aber, vereintester Herr Bedakteur, rufe ich aus befreundeten Herzen zu: rr בר תסזבה א-. ר-דביש אי יובא בא על- Dr. Salvendi, Bez.-Rabbiner. Altona, den *>. März, ־.• ר' עסי דבדבך בבל אשד ־.;•שר!•! Die in Nr. 7 de« ״Israelit“ nageregte Idee zur Gründung eines Vereins für .־, עבדc.r ,verdient jnit Recht den Beifall aller Religiösen, und glaube ich, dass wenn der Verein nur ausschliesslich diesen einen Zweck verfolge, er reichlich viel für die Erhaltung des Judentums leisten könne. Deshalb wollte ich Sie ersuchen, dass Sie von dem in Nr. 9 entwickeltm, weiteren Zweck des zu gründenden Vereins absteben und ihn nur für שדמו׳ שבת ausschliesslich gründen wollen, und zwar, wenn cs möglich ist, dass sich bald ein Cornite bilde und die Statuten kurz formulirc, dieselben alsdann im ״Israelit“, als Extra-Beilage nebst Subscriptionsbogen veröffentliche. Da diese Idee mich sehr interessiert, indem leider viele fromme Kinder nach zurückgelegten Schuljahren dem Willen der Eltern nachgeben und ••סחרר שב־ sind, so hielt ich mich verpflichtet. Ihnen meine Meinung kurzanzudeuteii. Ich werditf nach Kräften für die Entwicklung des Vereius בע״ת tätig sein. Ihr E. .Munk. Belgard, i. 1’. den 10. März. ■ Geehrtester Herr Dr.: In Nr.!1 Ihrer geschätzten Zeitschrift, ״der Israelit“, sowie in Nr. 10 bringen Sie erstens einen Aufruf zur Bildung eines Vereines für Erhaltung und Förderung der relfgiö'sea Vorschriften, besonders des שבת und demnächst einen solchen für Erwirkung der Verlcgung,der \\ ochenmärkte vom שבת zu bewirken. Leider ist die Festsetzung des Wochenmarktes auf שבת auch ia uuserer Provinz die Veranlassung, dass תדרל שבת von Jahr zu Jahr offner betrieben wird und es giebt viele Städte in unserer Provinz, wo die Mehrzahl der Geschäfte, in einigen sogar alle, am Sabbath geöffnet sind. Schon vor Jahren ward auf den l'ebelstand de» Sabbath-Wochenmarktes iu einer hier stattgefundeneu Versammlung von Gemeinde-Delegierten des Regierungsbezirks durch den derzeit in Belgard fungirenden Rabbiner Dr. Klein aufmerksam gemacht und eine Petition au die Behörde um Abstellung beschlossen. Die politische bewegte Zeit liess es damals nicht dazu kommen- \ or zwei Jahren nun ward die Sache von «lern Unterzeichnete^ aufs Neue angeregt und von fast sämtlichen Gemeinden des Ooesl. Regierungsbezirks ein Gesuch an die Regierudg cingereicht, in Welchem unter Hinweis auf die Nachteile für Religion und Sittlichkeit die Verlegung des Wochenmarktes beantragt worden. Die Regierung lehnte das Gesuch ab. Herr Dr. Treucnfels in Stettin übermilim es nunmehr, die sämtlichen Gemeinden Pommerns zun■ Beitritt zju einer Petition an das Ober-Präsidium der Provinz aufzufordern. ,Es ist anzuerkennen, dass auch hierzu die meisten Gemcindeu bestrafen, aber leider ebenfalls ohne Erfolg. Sollen wir nun die Handj io den Schos legen und sehen, wie der Abfall überhand nimmt, derTreueu immer weniger werden? Der Gedanke, einen Verein zu gründen, dem sich alle gesinnungs- und glaubenstreuen Juden anschliesseu mögen, ichwebt mir schon seit vielen Jahren vor, und habe ich vielfach aufl meinen Reisen mit Gesinnungsgenossen darüber gesprochen. Der Gedanke ward gebilligt, wer sollt« ihn jedoch' ausführen? Nun Sie Jab«r 1a Ihrer Zeitschrift denselben Gedanken anregen, ist ein Mittelpunkt cefunden. von wo aus die Idee, sich verkörpernd 1!1s 1-ehei treten

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