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Der Sabbath · 1906-12-01 · 12 (12.1906) · p. Seite 84

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Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
12 (12.1906)
Date
1906-12-01
Page
Seite 84 (sequence 6)
Language
German
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Der Sabbath *4 worin ,man flüchtig weilt, um den müde gehetzten Leib . eit) wenig, sieb erholen zu lassen und dann die Hetzjagd vqb vorne zu beginnen. Jede Stande, die der Familie gedeiht wird, gilt für ▼ergeadet und verloren, und selbst au• dem Tage, au welchem das Sraatsge9etz Rahe" gebietet und andere Confessionen sich zur Andaöht ▼e ׳- sammeln, sucht man sich und den Seinen za eotfliehen unä>_im aufregenden Spiele sich zu zerstreuen und zu vergessen: In so kaum begreiflicher Weise wird dein Bedürfnisse Hohn gesprochen, sich zu sammeln 1)nd den Blick nfeh innen, nach oben zu lenken und nach unten, wo wir einst alle einen ewigen Sabbath feiern!müssen. Wahrlich! man schaudert zurück vor der Frage: was —* wenn die Dinge noch lange so fortgehen! — aus unsefer Jugend, aus dem Judentum werden sr)ll? Und; doch dürfen wir den Blick nicht vor dem Abirruhde vari scnliessen, der sich vor uns auftut. Nein! Wir müssen die Grösse der Gefahr vielmehr scharf ia’s Au!rt fassen und ihr opfer-mutig entgegentreten Es liegt in unserer HancL^den gähnenden Rachen zu schliessen. Erringt! e 11 en verlorenen Sabbath wieder! Bri1Tj2v>ias Opfer eurem und" der Eurigen ewigen und zeitltöhten Heile! Hört auf den Ruf des Sühnfejtes, das in did erste Reihe seiner Forderungen die Sahbathheiligung sibllt! Hört auf Jesaias Dannerruf in der heutigen Hafxarah, welche Israels Unsittlichkeit geisselt und mit der Mahnung schliesst, am Ruhetag den Fuss zu hfinmen, dem Gewerbe nicht nachzugehen, ihn als eine Lust, als Gottes Heiligtum zu ehren, som^ offenbar iu deP Sabbatdie Wurzel aller Uebel erblickt, wie denn auch . tn^j&n göttlichen Zeugnisse, worauf die Cherubim( blicken, die' ajDhbatblicbe Weibe in der Mitte steht zwischen den silllwhen VerjilJchtungen gegen Gott und Menschejn, gleich einaje in der Mitte der Kuppel hängenden Lampe, die ihre Strahlen nach allen Seiten hin gleichmässig [ergiesst. Woihlail! reisset die Giftwurzel aus, und ihr habt die Wüste in ein Ejjen verwandelt, wovor die zwei Cherubim!Sabbath Vnd Sühntag Wache halten.׳ *Dann wird Gott, wie unsere Haftarah verkündet, Israel die Höhe der Erde besteigen lassen und <Jer Weg zi) seinem höchsten Ziele gebahnt werden, zufr Sühne nämlich der zerrissenen Menschheit, welcher Moses Lehre ־■von■ihrem Entstehen ah bis auf den heutigen fTag als dom Gipfel ihrer Triumphe unermüdlich zustrebtj“ * * י . In einer am Scbabouthfeste 1S52 zu Pesth gehaltenen Predigt äusserte er sich über den Sabbath in folgender Weise : ״Sie [die Lehre Sinais] eröffnet dir ferner in ihrem Sabbatbe einen Quell zahlloser Wohltaten: sie will nach den Tagen rastloser Mühe und Arbeit in mütterlicher Sorgfalt den blühenden Schatten der Rahe auf dioh herab- *?nken, deine im irdischen Getriebe sich so leicht verlie- .!ende Seele in die Hütte des Friedens, zu sich und zu! ihrem Gptte zurückführen und mitten im wogenden, fort-! reissenden und den Schlamm des Gemeinen aufwühlenden ' Sambatipn des irdischen Daseins einen kleinen Spiegel zur Sel^tbescbauung, wie zur Anschauung des Allerhüch- 1 r5^;en dir Vorbehalten. Lässt sieb wohl ein köstlicheres Labsat" für das schmachtende Gemüt ersinnen, als diese Oase rm der Wüste, diesen göttlichen Boten und Erlöser, der dak Wort des ewigen Lebens im Munde trägt und mit | .seinem Zauberstabe immer neue Lichtkreise zieht um den rnkren- Menschen, um Familien und Gemeinden zum Schutze gegen feindliche Mächte ׳׳“ i * * * / Am Sabbath Hachodesch 1859 hielt Einhorn im Tempel der Har-Sinai-Gemeinde zu Baltimore eine Predigt, in-welker er sich über den Sabbath mit folgenden Worten aussprach : ״Und ebeu diese religiöse Weihe war es, die namentlich an Sabbathen und Festtagen einen unausspreijhlichen Zauber über den Familienkreis aus gegossen, und die es nur allzu begreiflich macht, wie unsere Voreltern unter dem schmachvollsten Drucke und oft wahrend der Feind aussen vor der Tür auf der Lauer stand, um Tod und Verderben in die Hütte Gottes zu schleudern, wie sie da noch besonders au den ersten Pesachnächten Jubel- und Freiheitslieder im Angedenken an das erlöste Israel singen konnten. Wie die Sachen jetzt stehen, d is wissen wir alle. Der Segen ist gewichen aus den Häusern, dis Familienleben entsetzlich verödet. Das freie Israel hat die Freiheits- und Jubel- und Daaklieder verlernt. Man singt immer nur eia und dasselbe wohlbekannte Lied, das Geschäft ist der Eine, alles verschlingende Gedanke, der die Geister wachend und träumend, beim Aufstehen und Niederlegen, an Sabbathen, Fest* und Wochentagen in Anspruch nimmt, Woher sollte man da noch Raum für die Hausandacht, für ein Wort des Dankes an den Spender alles Guten gewinnen? . . . Doch ich zage nicht! Israel ist selbst in seiner Gesunkenlieit eine so wunderbare Erscheinung und noch so reich an edlen Kräften, dass es ein Verbrechen wäre, an seiner Zukunft verzweifeln zu wollen.“ * * * Beiin Rücktritt vorn Amte im Jahre 1879 sagte er m einer Rede: ״Jeder von"euch, meine Freunde, kennt wohl meine entschiedene Gegnerschaft in Hinsicht auf diese Verlegung (SabbathVerlegung), die einen Bruch in Israel erzeugen würde, welcher unsere grosse Mission gefährden, und die ohnehin von einer grossen Anzahl von Juden und Christen als Conzession an das Christentum betrachtet werden konnte. Lässt es sich denn aber leugaen, dass die überwiegen le Mehrzahl von Gemeindemitgliedern, allen Mahnungen und Warnungen zum Trotze, am Sabbath, des geschäftlichen Betriebes halber, vom Gottesdienste sich fernhält und zuletzt dem Judentum völlig entfremdet wird ״ Muss unsere Jugend, wenn wir die Fäulnis durch eine erheuchelte Frömmigkeit fortwuchern lassen, nicht schon in wenigen Jahren dem Heidentuine auheimfallen?.... Es ist Hohn und Frivolität, wenn diejenigen, die der Sabbathkönigin längst das Scepter entrissen und mit der Elte ins Angesicht schlagen, sprechen: ״es ist eine schwere Beieidigung für die Königin, das ihr entrissene Privilegium dem Sonntag zu gewähren, und es bleibt uns keine andere Wahl als: den Sabbath za verhandeln und den Sonntag zu verspielen!“ Wozu nützt die Versicherung, dass ihr die Sabbathbraut liebet? Heiraten wollt ihr sie nicht, weil euch diese Ehe zu kostspielig geworden!“ * * * In einer am Schabaothfeste 1871 im Tempel der Adath-Jeschurun-Gemeinde zu Newyork gehaltene Predigt äusserte sich Einhorn Uber den Sabbath also: ״Ein kostliches Kleinod der Krone (der Zehngebote) müssen wir jedoch wegen seiner leider so allgemeinen Missachtung besonders hervorheben; ich meine den Sabbath; er ist der Brautring. Vom Gottessabbath in der Schöpfungsgeschichte heisst es sinnig im Midrasch (BereschithRab* both, 10), das geschaffene All gleiche einem Ringe de» Weltenkönigs, dem aber noch das Siegel fehlte, bis der Sabbath die göttliche Erklärung der Abgeschlossenheit des Riesenwerkes brachte und dem Ringe das Siegel aufdrückte. Der Menschensabbath aber, der zunächst Israel gegeben wurde, ist selber als Trauring für das Bundesvolk dargs8tellt, denn er wird, obgleich ein Sittengesetz, in der Schrift zugleich ein äusseres Zeichen den Verbindung zwischen Gott und seinem Volke genannt, daran zu erkennen, dass er letzteres sich geweiht und geheiligt. Tn der Tat galt die Sabbathschändang von jeher als das

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