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Der Sabbath · 1906-10-01 · 10 (10.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
10 (10.1906)
Date
1906-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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68 Der Sabbath. Kreise gemacht; wer zälili die Opfer, die dieser verführerischsten aller ,Verlockungen schon unterlegen ״ Wer kann die fürchterliche Tragwaiie •ubersehen, von der die Consequenzen dieser ersten Gelej genheifizuiüa&bfalle Vom Heiligsten and Grössten noch ferner beglei-! terVerden '״ Leider kann man es nicht leagnea, leider ist es ein; tagtäglich sich bestätigender Erfahrungssatz, dass sich in •Orten, j wo der'Wochentharkt auf den ק-ש rar fällt, auf die Länge der Zeit! der orthodoxe Standpunkt des lieligionsbcwusstseins nicht verbürgen lässt, ja dass die Kreise der Orthodoxie vorzugsweise durch dieses Lockmittel zur Sünde verleitet werden. Darf hierzu geschwiegen werdest:׳ Kann derjenige, der in einem Orte wohnt, in dem diese j Gefahr nicht vorliegt,, von der Verpflichtung, von der solidarischen Haftung, für «(.•ine unglücklicher! Brüder und deren Befreiung aus Verführung und Oefahren mit Wort und Tat einzustehen, kann irgend jemand von dieser Verpflichtung freigesprochen werden:•׳ Und doch waren leider die wenigen nach dieser Richtuag gescheheneri Bestrebungen auch hierin so zerfahren, vereinzelt, zer-; bröckelt und zerstückelt, wie in Allem und Jedem, ln Orten, wo; diese Gefahr für die Sabbathr'uhe wirklich vorhanden war,׳ taten sich hin und wieder einzelne gottbegeisterte Männer zusammen,; suchten alles •Mögliche bei Subaltern- oder auch nach Bedürfnis bei höheren Behörden zur Verlegung des Wochenmarktes auf einen anderen Tag aufzubieten. —* Hier gelang’s, dort nicht; hier werden Recht und Wahrheit nicht nur gehört, sondern auch aufrecht'gehalten; dort wieder die Stimme der Wahrheit vom verbissenen Religion»hasse übertäubt, und die besten Intentionen der Behörden durch Sttassenautläufe. Fenstereiuwnrfe bei Juden beantwortet, und dem |einge- ' Heischten Judenhasse des niederen und höheren Pöbels gelang fcs, die wohlmeinendsten Beschlüsse der Behörden' illusorisch zu machen. Wer mit den Verhältnissen Ungarns nur eiiugermasseu bekannt ist, , wird sich darüber nicht wundern. In einem Linde, wo die Decentra-; lisation so, sehr vorherrscht, in einem Lande wo einige sechzig Koj mitatc mit möglichster Autonomie Staaten im Staat bilden, muss j unwillkürlich die Verschiedenheit der Sympathie und Antipathie, des ׳ Opportunen ,und Meritorischen, in einzelnen Komitaten ganz verschiedfne Resultate und deshalb entgegengesetzte Entschlüsse liefern; und ,daher die grösste Verschiedenheit nach dieser Richtung hin. Dies ajpgr kann, wie jeder einsieht, unmöglich zu grossdn und ich möchte sagen, noch unmöglicher zu gesicherten Resultaten fjühren. Der Weg. der eingeschlagen werden mass, wird von der wesentlich veränderten :Situation vergezeichnet. Dis Lösungwort der ZeitJ ist die ‘.'entralisatien, und wir, die wir schon seit Jahrhunderten ein ungeteiltes Ganzes sind בי ישראי ־:■ם.זד. ד־ד.;, wir sollten uns bezüglich der wichtigsten und höchsten praktischen Keligionsptlicht, dem Einstehen für die Heilighaltutyg des! שבד קיש. unserer Zusammengehörigkeit nicht bewusst werden? Oder wäre es etwa nicht wahr, dass das Cainsinal uns All in anhaftet, dass das קד דם• אדי: צזעקיש א־י ש; דאדשד uns Alle anklagt, wenn wlir uns , der-' Not und Pein unserer Brüder, die leider in dem Ringe• und Kämpfen gegen diese Verführung untergehen, unser Ohr verschliessen אק דבוש ם־סר ד«שז בב~. דאדדה; sehr selten haben die Nächst beteiligten den Mut und die Gelegenheit, nicht immer treffen sie da« Entgegen- ׳ kommen, ihre Sache nach Recht und Billigkeit בדפ־ד זבשידשד durch-; zusetzen. — ן Die Stimmen von Hundcrttausenden, besonders wenn dieselben ן nicht unmittelbar von der Frage berührt werden, werden nicht über- I tönt werden, werden nicht von Strassenaufläafen und Fenstereinwürfen i brutal erstickt werden können. — Diese Hunderttaa'sende werden ihr , Recht suchen Iwim hellen Tageslichte, mit offenem Visir und!haben ' nicht nötig,. dffreh Schleichwege geheimnisvoll za wandeln uit. wie : das schon so oft vorgekommen ist, nach so gerechtem Jabel übtr den j Sieg iles Rechtes, in Folge anderer geheimen Gegenmittel und Gegen-! wege, bitter enttäuscht za werden. — Xcin% unsere erleuchtetp Zeit kennt nur ein sicheres Mittel zum Siege der Wahrheit und diesjist — die unbedingte Öffentlichkeit. Offen und frei für unser Recht als . anerkannte iieligionsgesellschaft in der Publizistik plaidiren j offen und frei sich •in Behörden, an Abgeordnetenhäuser eU?. wendeg, alle redlich Denken den auch der herrschenden Confessionen für dieses! unser Recht, den Schatz der Heilighaltung unseres Sabbats ganz so wie j anderseits den Sonntag zu erlangen; das sind die Mittel, ■(eiche, : wenn nur mit Geduld hartnäckig festgehalten, wenn wir gefasst auf | Enttäui-qhungen. welche allerdings nicht ansbleiben werden,. we#n Dur V011J zäher, unermüdlicher Spannkraft, sicher znm Ziele führen müssen. —; Die Wege, die ich hier einzuschlagen anempfehle, scheinen, ich verhehle es mir durchaus nicht, sehr weit und fern vom Ziele, die bisherigen, unmittelbaren Unterhandlungen der Betreffenden mit ן ihren Behörde• scheinen viel kurzer und schneller zum Ziele za fahren. In der Tat aber ist es umgekehrt; abgesehen nämlich davon, dass die Spfczialermächtigungeu sich, wie schon erwähnt, sehr oft als illusörisc^ heraassteilen, so waren überhaupt diese Bestrebungen nar sehr selten, und nur da, wo entweder die Majorität der Gemeinde! oder : wenigstens eine kompakte Minorität den Mut hatte, für diese Heilighaftnng des שבד קדש zu kämpfen. Was aber wurde und wird aus der Minorität solcher Gemeinden, deren Majorität zu den שחיי• שבת gehört, oder aus denen, wo die Orts- und behördlichen Verhältnisse solchen Bestrebungen feindlich sind? D >s Mittel aber, welches ich Vorschläge, ist ein unbezwingliches und setzt nur eins voraus, was es aber hoffentlich voraussetzen darf, dass der ידדי sich ebenso wenig schämt, für die Heilighaltung seines Ruhetages öffentlich zu agitieren, wie die Bekenner anderer Confessiouen für den ihrigen. Aber nicht nur die negative Seite, sich ihres שבת nicht za schämen, gehört dazu, sondern auch eine sehr positive, die positivste aller praktischen Fragen, nämlich Geld, viel Geld, sehr viel Geld. Es muss nämlich, wenn gründlich geholfen werden soll, sich eine ähnlich wie der Vereia L'alliance universelle tür jüdische, humanistische und intellektuelle Zwecke, so ein mindestens in ganz Oesterreich äusgebreiteter Verein, den wir etwa, wie der jüngst in Paris gebildete חברת שישיי שבת, neunen wollen, gebildet werden, der mindestens nkch Myriaden von Mitgliedern zählen muss, die sich zu einem gewissen Beitrage verpflichten, welche eben teils zur Bearbeitung der Oeffentlichkeit nicht so sehr in jüdischen Organen, die zu unserem Zwecke wohl unentgeltlich wirken werden, als vielmehr zu speciellen Flugblättern und deren Versendung, teils in der Tagespresse der politischen Zeitungen, zur Sabveution von kleinern Gemeinden, welche eine solche Verlegung des Wochenmarktes anstreben, aber etwa notwendige Reisen etc. zur Erzielung des Zweckes nicht honoriren können, teils zu Eingaben an Landtage, zu Deputationen etc. etc. verwendet werden;kurz es muss eine solidarische Tätigkeit zum gemeinsamen Bestreben organisirt werden. Es versteht sich von selbst, dass ich hier nur die allgemeinsten Umrisse geben kann, und will ich Grösseren und Besseren überlassen, das Ganze zu organisieren und die Statuten za entwerfen, denen, als eine heilige Gerechtsame betreffend, sicherlich die behördliche Genehmigung nicht versagt werdeu dürfte. — Teure Glaubeusbrüder: Die oben besprochene Angelegenheit ist die wichtigste des jüdischen praktischen Lebens, hänget (len שבת קיש aus der Kette des jüdischen Religionsgebäudes, es bleibt nichts als traurige Ruine zurück; die Sache ist so wichtig, dass sie unbedingt erledigt werden muss, schrecket nicht vor der Grösse des Wegs zurück, denket nur au die חברת חבריב ני ישדאי, wie Erstaunliches diese geleistet, wie Unglaubliches! Und doch haben wir es hier mit einer viel greifbareren Frage mit einer dringenderen, viel näher liegenden zu tun. Daher, meine Bruder, nahe und fern, eilet herbei, gleichviel, ob Ihr von einem subbatlichen Wochenmarkt bedroht seid oder nicht, lasset Euch nicht den Ruhm nehmen, die Begründer eines Vereins für den Kampf religiösen Rechtes und der Gewissensfreiheit zu sein. — Ja, ich hoffe, dass auch Viele, welche weniger Scrupulosität für diese heilige Pflicht fühlen, dennoch um des Rechtes und der Ge- Wissensfreiheit willen, für welche hier eingestanden werden soll, sich diesem Vereine anschliesscn werden. Und wenn derselbe nur zunächst für Oesterreich berechnet ist, so lebe ich doch der festen Ueberzeugung, dass wir auch vom Auslände viele, edle Mitglieder erhalten werden, welche Teil zu haben wünschen an der grossen Errungenschaft, die sich dieser Vorein zum Zwecke setzt; so dass derselbe seine Tätigkeit weit über die Grenzen Gestenreiches hinaus erstrecken muss. Dass ich meine schwachen Kräfte diesem projektirten Verein jederzeit gern zur Verfügung stellen werde, brauche ich wohl nicht erst fainzazufügen, wohl aber muss Ich bemerken, dass die Menge meiner regelmässigen Beschäftigungen es mir unmöglich macht, leitendes Mitglied desselben zu sein. Ich bekenne mich hiermit zum ersten Mitgliede desselben und zeichne ausser dem später zu bestimmenden jährlichen Beitrase eine Spende von zehn Gulden ö. W. Die Meldung der ersten .,O) Mitglieder bin ich bereit entgegen za nehmen (vielleicht ist die Redaktion dieser Blätter so gefällig, die Namen der Mitglieder desselben zu veröffentlichen), wenn diese Zahl erreicht ist, werde ich dieses öffentlich anzeigen mit der Aufforderung, ein Comite zu construirea. Teure Brüder uni Schwestern! Unsere בנזיםlehren שיא cSiy בי דשק״ש נפש אדת בל ■שיאי באת ק״ש *ad um wie viele tau, sende Seelen handelt es sich hier! Daher eilt, jeder Tag ist gewönne 1 jeder gesetzestreu gefeierte שבת קדש ist ein Denkmal, das sich ein Mitglieder des Vereines auf ewige Zeiten setzt. "V EK?»nstadt, im Ador. | Dr. Israel Hildesheimer, Rabbiner.“ Vermischte Nachrichten. _Geestemünde. (Verlegung des Marktes wegen der jüdischen Feiertage.) Von den Gemeiedekollegien war beim Provinzialrat der Antrag gestellt, den Geestemünder Freiraarkt im Jahre 1907, welcher auf die Tage vom 8.—11. September fallen wurde, mit Rücksicht auf die während dieser Zeit stattfindende■ jüdischen Feiertage — Neujahr und Fasten Gedaljah —,welche zahlreiche Marktbesucher fern halten würden,! auf •einen früheren Termin und zwar auf die Tage vom 28.—31. Juli zu verlegen. Der Provinzialrat hat diesem Anträge entsprochen.

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