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Der Sabbath · 1906-10-01 · 10 (10.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
10 (10.1906)
Date
1906-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Sabbath. t>7 helfen, erschweren sie ihm diese Opfer oft durch ungerecht- A1;>״.neprpr Mpnno *1!1 fertigte Forderungen nach anderen, auf sie unzutreffenden ן MUO uocl c 1»tappe. ) •1 Mustern. Ganz anders läge es aber, würde ein Prinzipal .... Bemerken möchte ich, .lass der Verkauf dieseii von seinem Personal, das auf den Sabbath hält; wirklich Geschäftes typisch ist für die Verhältnisse in «len kleinert wirksam unterstützt; dann wären beide zusammen schon ostdeutschen Städten. — Die Kaufleute der kleinen Städtti eine Macht, die einen erschwerten Conkurrenzkampf wagen haben in den letzten Jahrzehnten ihre Sohne aitsti^mm- und bestehen könnte. Statt dessen ist oft, wie schon!os nach Berlin oder anderen grossen Städten geschickt, oben erwähnt, das Gegenteil anzutreffen,, und in einer wo dieselben es zu mehr oder weniger guten Position.‘:1 Zuschrift an deD ״Sabbath schreibt ein Prinzipal u. a., gebracht haben, und wo sie fast ebenso ausnahmslos נ־■■'־ dass er Leute, die den Sabbath halten wollen, nicht mehr שבה geworden sind. Die in den kleinen Städten zurückeinstellt, da er mit diesen recht schlechte Erfahrungen gebliebenen Eltern ziehen nun den Söhnen nach, entweder gemacht habe. Nach diesen Erfahrungen ist es eine der ״m mjt ihren Kindern zusammen zu leben, oder weil 1111*1■ Aufgaben des ״Verbandes der >abbat)1freu11de* in den Kraft nicht mehr ausreicht, das Geschäft ״esrenttber der Reihen der jungen Leute aufklärend dahin zu wirken, dass nur die intensive Zusammenarbeit mit dem Prinzipal und die richtige Erkenntnis der durch den Sabbathschluss gegebenen, besonders schwierigen Lage, ein erfolgreiches Wirken auch im eignen Interesse der Angestellten verbürgen kann. — t Ebenso aber ist es auch Pflicht des ״Verbandes1• die Klagen über eine unberechtigte Ausnützung des Personals in den Reihen der sabbathtreuen Prinzipale zu prüfen und auf ihre Abstellung zu sinnen, denn der hegte durch den Sabbath-und teihveisen Sonntagsgeschäfts- Schluss so sehr erschwerte Wirtschaftskampf kann nur durch den Ausgleich der Interessen von Chef und Angestellten, indem jeder seinen Platz ausfüllt, und seine Pflichten gegenüber dem Andern voll erfüllt, gemildert werden. Wie eine Truppe nur siegreich sein kann, wenn Führer und Mannschaft einmütig auf ein Ziel hinarbei teil und sich nicht gegenseitig bekämpfen, so kann auch nur ein Geschäft sich entwickeln, wenn Chef und Angestellte die gleichen Interessen haben. Gelingt es zu dieser Erkenntnis die beiden wirtschaftlichen Gegensätze in de! sabbathhaltenden Reihen zu vereinen, so würde hierin ein Vorsprung gegen sabbathoffne Geschäfte liegen, der den erschwerten Wirtschaftskampf leichter überwinden liesse. L Nachschrift der Redaktion: Wir geben die vorstehenden Ausführungen des von uns sehr verehrten Ilern: Einsenders unverkürzt wieder, ohne uns in allen Punkte:! mit denselben zu indenlificiren. Der Hauptgedanke ist sicher richtig und bereits von uns berührt worden: 'stellen sich die sabbathtreuen Angestellten ihrerseits auf den Recbtsstandpunkt gegenüber ihren Prinzipalen, so dürfen sie weder damit rechnen, noch darauf Anspruch erhebe:! von jenen anders als ebenfalls unter dem Gesichtswinkel des Rechts behandelt zu werden. Dagegen scheint uns der Herr Einsender das Verhältnis der Angestellten zu ihren Prinzipalen im Allgemeinen (loch wohl etwas allzusehr grau in grau zu malen. Erfahrungen, wie er sie als selbst erworben schildert, dürfte im Leben jeder, wess Standes und Berufs auch immer, machen; man muss aber vorsichtig sein, aus einer Einzelerscheinung allgemeine Schlüsse zu ziehen. Die Hauptsache ist, dass beide Parteien lernen, einander und ihre Situation zu erkennen! Dann ist der Weg zum Frieden und Ausgleich nicht weit. Für dieses Ziel zu arbeiten ist eine der Aufgaben des ״Verbandes"; sie zu lösen, ist sicher nicht leicht; aber der Versuch ist des Schweisses der Edlen wert. Konkurrenz von deutscher oder polnischer Seite auf .l<ir Höhe zu erhalten. — Hier könnten nun junge Kräfte ei$- setzen, und bei einiger Tüchtigkeit erscheint mir der Erfolg nicht zweifelhaft; — nun gehört ja freilich einiger Idealismus dazu, das schöne' Leben der grossen Stadt mit dem stillen der Kleinstadt zu vertauschen: — aber, wie ja der .־ב־- eine Blüte des Idealismus ist, so lässt sicli annelimen, dass ernste junge .Männer, -denen seine Beobachtung noch am.Herzen liegt, gerne dieses Opfer bringen. Es kommt hierbei noch in Betracht-, dass zur Uebernahme eines guten Geschäftes in einer kleinen Stadt, lange nicht so bedeutende Mittel erforderlich sind, wie inden grösseren. Schliesslich stelle man sich das Leben am kleinen Platz nicht gar so reizlos vor; ein reges G^- meindeleben bietet leichter Gelegenheit zu persönlicher Betätigung, gesellige Zusammenkünfte und Vortragsabende sowie ein fast familiäres Zusammenleben aller Kreise vertiefen das Gemüt und erhöhen das sociale Empfinde». Also: ״Zurück zur Kleinstadt“ könnte ein Punkt Ihres vielseitigen Programms. lauten, und wenn dieser Devise viele junge, tüchtige Männer folgen, dann sehe ich eine neue jüdische Generation in den kleinen Städtejn erblühen, zu jenem kernigien, festen Stamme־, der wje einst, treffliche Zweige und Blüten liervorsprosse.n lässt.“ Aus vergilbten Blättern. I /i. l.erlin, 1. September Die!luchste Israelit-Xumifer (.Xr. 10) brachte uns der Feil! r Israel Hildesheimers h »ד ciien grössefn Artikel, überschriclnju ״Der Woehcnniarkt um Sabbatu־. behandelt dasselbe auch e 11 speciclles Thema, das in unsereli Tagen viel' an Seiner AktuaMitbt. eingebüsst hat, so ist er doch lesenswert, einmal, weil er gleichsam das Leitmotiv fiir die bald darauf erfolgte <•ründung des ״Saitbathvereius“ angiebt, zum andern, weil nicht wenige der darin au >- gesprochenen Gedanken, wenn urteil in anderem Zusammenhänge und unter Veränderten Verhältnissen auch heute noch ihre Geltung haben. Der Artikel lautet : i . ' ״Schon sehr oft und von vielen Seiten, aber noch melir durch mein eigenes Gewissen aufgefordert in folgender, hochwichtig( r Angelegenheit meine l'tlicht zu tun, trete ich hiermit vor die Oeffenilichkcit, die treueste llundesgeuoksin aller wahren und aufrichtigem Hestrebuugen, and ganz besonders des orthodoxen Judentums; unld hoffe ich zu dem Allmächtigen, (Lass diese meine Worte nicht spurUs verhallen, vielmehr in den Herzen von Hunderttausemlen meiner Glaubensgenossen lauten Widerhall linden, und was die Iiauptsae! e ist, tätige Teilnahme licrvorrufen werden. Die hochwichtige Angelegenheit, welche heute meine~Fed1׳r fuhrt, ist nichts Geringeres, als der sabbatliche Wochenmarkt. Wir hätte Worte das t'nglüek zu schildern; das dieser schon über jüdiscl e *) Unter dieser Rubrik werden wir fortan Zuschriften, dei.en Inhalt uns von allgemeinem Interesse erscheint, veröffentlichen. Red.

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