Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- 10 (10.1906)
- Date
- 1906-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4874912-5428444-5428509--130-4875021- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
b6- Der Sabbath. gesetze proklamiert wurde, um so dem Menschen inmitten seines Schaffens und Wirkens auf Erden einen regeljmässigen Ruhepunkt zu bieten, damit an diesem das' Geistige in ihm zu seinem Rechte gelangen soll.' Umgeben von den![Täuschungen des weltlichen Treibens, kann urid soll der Mensch sich durch ־ die Sabbath-Institution (immer wieder sammeln, am nach dem Wahren und Bleibenden auszuschauen. Dass wir aber bei der pflichtmässigen Sabbathhut auch in unserem materiellen Streben nicht zu sdhaden kommen, das versichert uns ה־הגי ה־ך־שה wiederholt. Gleich bei der Einsetzung des Sabbaths heisst cs: רב־ך אדק־נ אה *־ב השביע־ ”יךש.אהו und dann noch: -f: :ע' כ אד־־ב אה ”ב השנה *•"שהי . Kraft dieses Segens, den הקב ה über »Ile Schöpfung ausgesprochen, entwickelte sich diese in ungestörter. < *rdnung, erneuert sich stets durch Vergehen und Entstehen und bleibt eine fortwährende Kundgebung der göttlichen Vorsehung.[ deren Walten dem . Menschengeiste sich offenbart, welcfieinGott diese Schöp* fung zu jfiissen gelegt. (Ps. 8, 7.! — Die segenspendende Kraft des Sabbaths liegt nach Meinung R. •lizehaks inr Sobai’bHche auch vornehmlich darin, dass in seinem דניה die gesamte wochentägige Tätigkeit zum Vorteil sich irestaltet. sodass der Sabliath in Wirklichkeit ד־•־ רב־נה, als die eigentliche Quelle alles •Segens sich darstejlt für den, der unentwegt dem Gottesgebote die Treue bewahrt, ־ während für den. der absichtlich den Sabbath ent- , weiht- und!׳ im Geiste der Thora sich als Abtrünniger darstellt*, früher oder später auch seine wochentägige -Tätigkeit ־zum Unsegen ausfällt.' Lassen,wir uns düher in unserer Ueberzengung, dass in. d»־r S!j|1bätl1n1he und Sabbathheiligung unser Heil und Hink a*11 in dieser Zeitlichkeit begründet ist, nicht irre macl*j). und achten wir fernerhin unseren vou Gott g! s.'indtefflLebensbegleiter, auf den unser Lehrer Moses lrinweist TOit den Worten ־ראו ד ר' נה; לבב ,אה השבה״ al>1ursercn besten Freunrj, behandeln ihn dementsprechend', ,wie es einem göttlichen Gesandten zukommt uijd die göttliche Segensquelle wird bei uns nie versiegen.! E. G. 4 * Woran es liegt! Beim Durchlesen dieser Rubrik tindet man immer abwechselnd die Praxis m.d das Rachmonus sprechen. Die Einen empfehlen Rücksicht auf alles Mögliche, die Anderen lassen die rauhe Wirklichkeit sprechen.; Der .Verband der Sabbathfreunde“ hat bei seiner Begründung jede nur denkbare Anregung für seine weiteren Werke von ,Allen, die sich dazu berufen fühlen, erbeten, hat sich aber' stets von der richtigen Erkenntnis leiten lassen, dass praktische und grössere Erfolge nicht vom Standpunkt des,. Rachmonus zu erreichen sind, sondern nur dadurch, d! Alles, was die Praxis erfordert, auch von den Bett^Üfeten geboten wird. * Es ist ebensowenig möglich, wie vorgeschlagen, einen galizischen Hausirer in Berlin, Frankfurt a. M. oder Hamburg als Hausdiener, für ein besseres Geschäft in verwenden, selbst bei grösster Rücksichtnahme und Tolc^nz eines Chefs, wie man einen Mann ohne Stimme zum Cbasan oder einen Schuhmachergesellen zum Schneidergehilfen verwenden kann. Zu jedem Beruf gehört eine gewisse Begabudg und Vorbildung, die von den Bewerbern wenigstens in etwas er-füllt werden muss, soll ein Engagement nicht lediglij:h eine Mizwoh sein, die in kurzer Zeit nach beiderseitigem Aerger doch bald wieder ihr Ende erreicht. » Ein junger Mann, der nicht gut schreibt, auch schlecht spricht, kann in Lemberg wohl als Verkäufer seinen Platz ausfüllen, in Deutschland kaum, und ebenso ist es unmöglich, einem russischen oder galizischen Hausirer in Deutschland einen anderen Posten zu geben, als Händler öder Hausirer oder als ungelernten Arbeiter. Für den ersten Beruf, ist der Bedarf hier reichlich gedeckt, für den letzteren kommt nur verhältnismässig wenig Arbeitsgelegenheit in Frage. Zur Abhilfe dieses Uebels ist vom .Verband der Sabbathfreunde* seit einigen Monaten als Arbeitsquelle für solche Glaubensgenossen die ,Peah“ jüdische Brockensammlung geschaffen worden. Will man also dauernd und nicht bloss vorübergehend helfen, so muss dafür gesorgt werden, dass der betr. Bewerber nach seiner Vorbildung und seiner Fähigkeit richtig placirt werde Es handelt sich hierbei weniger um die sogenannten Branchenkenntnisse, als um persönliche Fähigkeiten für die betr. Posten. Ein Reisender oder Verkäufer muss reden können, ein Buchhalter gut schreiben, ein Schlosser oder Klempner• muss sein Handwerk verstehen, sonst werden die Stellen wohl besetzt, aber nicht für die Dauer, und damit ist Niemandem geholfen. Eine solche Erfahrung schreckt die Arbeitgeber leicht ab, ein zweites Experiment zu wagen. Nach den Erfahrungen , der Stellenvermittlungs- und der jüdischen Arbeitsnach-; weisvereine gelinst es stets, Kräfte mit praktisch erlernten Kenntnissen, wie Schlosser, Schneider, Schuhmacher, Klempner, Sticker etc. mit Leichtigkeit unterzubringen, ja selbst Dispensationen am Sabbath zu erzielen: ungelernte, dem Handels- oder Hausirerstand Angehörige, dagegen finden in den seltensten Fällen ein ausreichendes Unterkommen. Nach diesen Gesichtspunkten wurde bisher stets die Stellenvermittelung geleitet, und auch mit Erfolg durchgeführt. Nun stellt sich aber bald ein anderes, der modernen Zeitrichtung angehöreudes Moment hinzu, dass von Arbeitnehmern und Arbeitgebern voll .gewürdigt werden muss. Die Gegensätze zwischen diesen beiden Kategorien haben sich, wie allbekannt, in der Neuzeit stark zugespitzt, besonders sind es die ersteren, welche mit Recht ihre Lage verbessern wollen und mit Unrecht manchmal Forderungen aufstellen, die von kleinen Geschäftsleuten nur mit unerschwinglichen Opfern erfüllt werden könnten. Dieser socialistische Zug ging auch in die Reihe derjenigen jungen Leute über, die sabbathfreiej. Stellen suchten, und sie stellten genau dieselben Forderungen, wie diejenigen, denen der Sonnabend ein voller Arbeitstag war. Z. B. die Sonntagsruhe. Ist diese für dem christlichen jungen Mann, der seine sechs Tage voll gearbeitet hat, sogar für den ganzen Sonntag gerechtfertigt, so ist sie für den sabbathfeiernden jungen Mann vollkommen ungerechtfertigt. Der jüdische Prinzipal, der freiwillig aus innerer religiösen Ueberzeugung Sonnabend sein Geschäft schliesst, ist gesetzlich gezwungen, auch Sonntags zu schliessen und muss seine Spesen, wie Miete, Gehälter etc. in fünf Tagen zu erschwingen suchen, anstatt wie andere in sechs Tagen. Man sollte nun glauben, dass diese Schwierigkeit von den Angestellten erkannt und ihr von denselben in ihrem Verhalten Rechnung getragen wird. Aber weit gefehlt! Die Erfahrung! lehrt, dass junge Leute, die lediglich des Sabbaths wegen in einem bestimmten Geschäfte angestellt sind, es als eine unerhörte Forderung des Prinzipals empfinden, wenn er sie am Sonntag in allen gesetzlich zulässigen Stunden beschäftigt. Dieses eine Beispiel gilt für viele. Anstatt, dass fromme junge Leute ihrem Prinzipal die ן Schwierigkeit des Sabbathhaltens durch gesteigertes Geschäftsinteresse und Geschäftstüchtigkeit zu erleichtern