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Der Sabbath · 1906-09-01 · 9 (9.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
9 (9.1906)
Date
1906-09-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Der Sabbath. 59 Strafe des Volkes auf sich nehmen wollte, erwirkte, dass am letzten Tage, dem 10. Tischri, das grosse, die ganze Nation beglückende Wort *סלחחי“ vom Allmächtigen gesprechen wurde. Seitdem ist dieser Tag von הקב״ה, eingedenk, dass wir nur staubgeborene, sündhafte Geschöpfe sind, für immer als יום דכסרים eingesetzt und in dieser Beziehung überragt er allerdings alle Tage des Jahres. Wenn es nun zu dein unerlässlichen Bestimmungen dieses Tages gehört, uns ’ jeden Genuss von Speise und Trank zu versagen, um aie Sinnlichkeit niederzuhalten, und in den fünf Gebetabteilungen die וידוי reumütig zehnmal vor Gott abzulegen, so ist damit die Hauptaufgabe dieses Tages nicht erschöpft. Vielmehr liegt der Schwerpunkt hauptsächlich in dem Verlassen des Unrechts und in der festen Vornahme des Rechthandelns in der Zukunft. Hierzu bietet sich uns besonders in diesem Jahre, wo der heilige Jom-Kippur auf einen Sabbath fällt, ganz geeignete Gelegenheit, wenn wir den festen Vorsatz fassen, wie an diesem Tage unbestechlich und unverrückbar.an der hohen und heiligen Sabbath-lnstitution festzuhalten, und dadurch die täglich in der קר־אח עדע wiederholt gelobte 'אהבה ד in Tat umzusetzen durch die wiedererstandene wirkliche und vollendete Sabhathruhe. So wird auch in diesem Jahre vorn Allherrn der grosse weltbegliickende Ruf ertönen Iv G. . Aus vergilbten Blättern. v: li. .Berlin, 1. September. Welch mächtigen Widerhall die, in voriger Nummer wiedergegebenen Ausführungen dos Herrn Grüne bäum damals fanden, beweist die Tatsache, dass in der Tat nicht allzulange danach ein Verein der gedachten Art, wenn auch in etwas modificierter Gestalt ins Leben gerufen werden konnte. Zunächst lösten seine Ausführungen eine grosse Reihe von Meinungsäusserungen seitens Gesinnungsgenossen des Schreibers aus, die nicht nur historisches Interesse besitzen, sondern grösstenteils auch wegen ihrer weitsichtigen Retrachtungsart der Sache noch heute lesenswert sind. So lässt sich schon in der auf jene folgenden Nummer *Nr. 9 v. 28. Februar 1868) unter der Ueberschrift ,Ein Verein zür Förderung und Conservirung des religiösen Lebens für die Juden in Deutschland“ die Redaktion des ,Israelit“ folgendermassen vernehmen: ln Nr. 8 des Blattes hat unser Mitarbeiter, Herr Griiuebaum, den Vorschlag gemacht, einen Sa l>ba t h vc r ei 1! zu gründen, durch den es möglich wird, Lehrlinge und Commis in solchen Geschäften ' unterzubringen, in welchen die jüdischen Sabbath- und Festtage ge.- feiert werden. Wir brauchen über die Wichtigkeit des in Hede stehenden Blaues kein Wort zu verlieren. Die l.eser des ,Israelit“ wissen, wie wichtig die Feier des Sabhaths einerseits ist. wie viele Schwierigkeiten sich andererseits, namentlich unbemittelten jungen Leuten gerade in dieser Beziehung eutgegenstelleu; diese Schwierigkeiten vermindern und überwinden zu helfen, das ist gewiss eine der grössten und wichtigsten Aufgaben.! Es bandelt sich demnach nur um die Art und Weise der Ausj führung, respektive der Tätigkeit des zu gritudenden Verein.-. Das Erste und Natürlichste ist die Gründung von Leber- , weisungsbureaux, ein solches Bureau, das in jeder grösseren Gemeinde 1 etabliert werden müsste, merkt sich die Stellegeheuden und die 1 Stellesucheuden vor und vermittelt die diesbezüglichen Engagements, j Solche Anstalten haben bereits in Frankfurt a. M. und in Hamburg bestanden und mussten ihre Tätigkeit bald wieder einstellen, sic haben sich für sie allein als unzureichend hcrausgestellt. Die Nachfrage überwog das Angebot ganz ausserordentlich, und es konnten ' i nur wenige befriedigt werden. Die grosseren Geschäfte, welche den Sabbath feiern, werden mit <;esucbcn um Lehrlings- Commis- und Reisende-Stellen förmlich bestürmt; auf eine derartige Anzeige in diesen Blättern kommen die .Meldungen dutzendweise, ׳während das umgekehrt leider nicht der Fall ist; ein stellesuchetidcr Corttmis hekommt in der Hegel nur wenige Offerten. Woher tas komüit;״ Ein streng religiöser ׳ Lehrling oder־« oinmis kann in einem irreligiösen Hause nicht fungiren, ein frommer l’riuzipal hing( gen kai Commis, der die Keligionsgesetze nicht hält, oft nicht entbehren, «uid so tritt ein .Missverhältnis ein, das den Stand der D erscheinen lässt, als er wirklich ist. Der in Hede könnte hier vielleicht manchmal fördernd cingreifen seitigeu kann er dieses Missverhältnis nicht. — Würde jedoch der Verein, seine Aufgabe gross er für mittellose Knaben das Lehrgeld, oder Kost und Logis während der Lehrzeit, ganz oder teilweise bezahlen, so könnt Segensreiches geschafft werden. Die Erfahrung lehrt Filtern, wenn sie ernstlich wollen, ihre Kinder immer ״ während das Lnberaittelteu seltener gelingt. Au.11׳ ftfr müsste könnte in dieser Weise viel geleistet werden. .Man schon älteren Commis ein grösseres Darlehen reic len. mit Hilfe sie sich etablieren und so die Zahl der am Sabbath gesell Geschäfte um ein Bedeutendes vermehren können der Zweck des Vereins in hohem «irade gefördert wjirde. DFrurtige Darlehen könnten auch insofern für den Verein nntzl!ringend dass dieser bis zur Bückzahiung des Oapitals -tilkr Teil ha• »er des zu etaldirenden Geschäftes wird; ja, die Aussicht auf 11 ge noc stehend( allein r fassen truher Verein aiiz hewurde e allerdings viel dass bemittelte in 11utcr|1ri11gen, Commis , fällig( nf dessen ossenen iadurch werden, 011'he materielle Cnterstützting würde wahrscheinlich manchen jungen Man 1, wenn auch Anfangs שיא ישסה, auf der Bahn des Guten erhalten. Wie aber die grossen Mittel beschaffen, welche zu so aitsgedehntet» Werke notwendig sind? Wir glauben, dass es ein Leichtes ist, fur den Verein 10000 Mitglieder anzuwerben. von denen jedes (inen .la)!resbcitr|1g von einem Taler gilit; natürlich müsste es ^Wohlhabenden gestattjet s6in, mehr zu gehen. Keiche würden grosse Geschenke und Vermächtnisse zuwenden; die dufch den Verein Geförderten und zu. einer gesicherten Existenz Verhaltenen würden sich demselben in späteren!Jahren dankbar erweisen, und so würde dem Verein eine grosse Zukunft, erblühen. Fis kommt nur darauf an, dass tätige, energische, für die heilige Angelegenheit des Judentums begeisterte Männer diu Sache mit allem Ernste in die Hand nehmen. l'iid־ kann es etwas’ Wichtigeres für uns gehen, als die Erhaltung der Sabhathfeier — dieser Säule des Judentums'c*?V א־ה היא, die ein Buiiiics/.eielien ist Volke? fur die Ewigkeit zwischen Cntt und d ,1011 dien Lud dieser Sabhathfeier droht ticfuhr. droht seit Jah die ernsteste (iefalir, ohne, dass etwas Erhebliches zur Abv derselben geschehen ist — tuen wir das Unsrige, und Lott helfen und unterstützen. Wir bitten dringend, dass Männer von Einfluss uud Befi. ihre gewichtigen Stimmen, mit l.'nterzeich. mg ihres Xam diese Angelegenheit in diesen Blättern vernehmen Hissen. Wir bitten ferner, dass sich hervorragende Männer Local-( ■omites in grösseren Gemeinden zu liilden; mögen sieh nicht durch Bescheidenheit zurui-khalten lassen, nach!: spruche der Weisen: ״Sei keck wie der Leopard, wo es zu preisen“ und ״Wo es■ an Männern fehlt, bestrelie Du diel zu sein!“ in Bezug auf den 1>itz des Ccntral-Lomites sind wi einerlei Meinung mit Herrn J'irunehuum. Wir glauben, dass in einer Stadt sich lietiudcii muss, welche eine grössere couin Bedeutung als .Mainz hat und würden dazu Frankfurt a. M. schlag bringen. Luser Blatt stellen wir selbstverständlich gern zur Verfügung. Auch müsste mau Sendboten' i:1 .alle Gauen- Ueutsc schicken, 11m für den Verein zu werben und überall Local-L zu gründen. Zu diesem Zwecke und zur Bestreitung ve anderer Kosten, Drucklegung, Borti etc. ist es notwendig, Mittel dazu vorhanden seien. Die ״Redaktion des Israelit zu diesem Zwecke zehn Taler, und erwartet, dass mau spiele Eolge leisten wird. Indem wir dem zu gründenden Vereine in der l'.bf dieser Abhandlung einen allgemeinem Titel geben; wollen w andeuten, dass derselbe später, wann er consolidirt ist ul grosse Mittel zu verfügen bat, auch andere religiöse Dinge die Sabhathfeier in das (!ebiet seiner Tätigkeit ziehen soll. Lnterstutzuug junger Leute, die sich, zu jüdischen Lehrern Kabhinen ausbilden, Beihilfe für arme Gemeinden, die nicht in sind, einen Lehrer für ihre Kinder zu besolden. Lnterstutzuii Kinder zur Beschaffung von Büchern, Schulgeld, etc. ku dessen, was in den Bereich des au der Spitze stehenden Titel Mögen Allej die sich dazu berufen fühlen, mit Hat 1־ nicht zuritckhalteii, und der Allgütige wird Seinen Segen ge!!)zehnten ndung ird uns epieten, cselben 1 Aus- 1!ott Mann iluei Seinem I higung s über 1p nicht ■selbe m|er/.ielle in Vor- JeunOch;hiamls oinitcs 1׳ ersehiodener die ׳.eichnet ■in Beirschrift da mit.. ul über s grade B. die er zu Stande armer z alles lallt. 1 Tat. 1en! > 1(1 «i.

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