Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- 9 (9.1906)
- Date
- 1906-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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58. Der Sabbath. hanauroim herannabt und die Gemüter und Geister empfänglicher stimmt für die Forderungen der Religion, der Pflicht, der Selbsteinkehr, jetzt fürchten wir nicht eine Fehlbitte zu tun, wenn wir als des Elul-Monats Mahnung unseren Freunden in Stadt und Land zurufen: ,Setzet ein mit der Arbeit für unseren ,Verband der Sabbathfr eunde“! Werbet ihm Mitglieder, gründet Ortsgruppen, spendet für seine F 0 11 ds, verbreit et in immer weiteren Kreisen Aufklärung über seine Ziele und s־e i n Streben! Seid einge-׳ denk, dass es gilt zu stärken strauchelnde Kniee, z־u festen versagende, tragschwache Kräfte, dass'von Euch Rechenschaft gefordert w*i £ d, ob Ihr Euren Brüdern und Schwestern beigestanden habt, als die Versuchung, der grosse ־ ו ן c an sie herantrat, das tägliche Brot mit der Sabbathe 111 weihiihg zu erkaufen, ob Ihr Eure P fl i c h ז g e t a n, d e n C 11 i 11 u 1 s c 11 a b b 0 s nicht II u r .f n _ Kur e n Häusern, sondern, wo i m 111 e r III r G e'l e^e n 11 e i t landet, zu unterbinden: Wirket und werbet für unsere S a c 11 c i יום כפור Auf den 29. September (einem Sabbath), fällt in diesem־ J^hye der heilige Jom-Kippur. Die Bedeutsamkeit dieses Tages als *Tag der Versöhnung“, erhebt ihn unter den Festen zu der hohem Feier eines dem Sabbath gleichen. Ruhetages, sodass auch an ihm jede Werktätigkeit sj^reng verboten ist. Hierdurch schon erscheint dife Gleichwertigkeit des שבת mit dem ־־er;״ klargestellt.. Und doch wie ungleich und verschiedenartig;behandelt die jüdische Gesamtheit dieses ,Bruderpaar“. Während am ־־er c־־ das religiöse Leben sich schon darin kundgibt, dass die Synagogen alle gefüllt sind und in vielen Gemeinden sogar noch besondere Säle zu Synagogen improvisiert werden müssen, um die Zahl der den Gottesdienst Besuchenden zu fassen, ist es am Sabbath nur ein kleiner Bruchteil, der die Zeit zum Synagogenbesuch findet. Noch bemerkbarer macht sich dieser JJnterschied im Geschäftsleben geltend. Am Jom- Kippur sieht man in den Geschäftsstrassen die meisten Läden tauch solcher Firmen, deren Inhaber man als Glaubensgenossen kaum kennt) geschlossen, sodass der sonst alles!beherrschende^ Materialismus derart niedergedrückt zu sefn scheint, dass selbst Diejenigen, die vor der Hoheit des ־Horn-Kippur keinen Halt mehr1; machen und ihre werktägigert Geschäfte auch an diesem Tage nicht unterbreChen, in der Achtung und Wertschätzung der Mitmensehen durchaus nicht steigen. Demgegenüber findet man am 1שבי leider nur vereinzelte Geschäfte geschlossen und gar. klein ist der Kreis derjenigen, die sich soviel religiöshs Gefühl und das Mass von Gojtvertrauen bewahrt haben, um trotz ,tder grossen Concurrenz und dem immer j drückender werdenden Kampf ums Dasein“ — oder viel- I leicht gerade deshälb — ihre Hoffnung auf die immerwährende Hilfe des ,Erhalters der ganzen Welt“־ zu setzen und sich den Sabbath mit seinen beseligenden Freuden zu erhalten. Da wirft sich denn dem gesetzestreuen Beobachter die unabweisbare Frage auf: ״Ist eine Aenderung dieses j א. ד ז. am Sabbath. traurigen Zuslandes wirklich so schwer, lässt sich die Heiligbaltung des שבת, der doch an Wichtigkeit den יום נם,־־ noch übertrifff, nicht doch wieder in weiterem Kreise zur Verwirklichung bringen, wie dies im grossen und ganzen beim Jom-Kippur noch der Fall ist?־ Man wende nicht die sattsam bekannte Entschuldigung ein: ״Jom- Kippur ist nur einmal im Jahre, während der Sabbath doch alle sieben Tage wiederkehrt“, was höchstens als eine sehr bequeme Ausrede aber nicht als Rechtfertigung für die immer mehr umsichgrcifende Sabbathentweihung angesehen werden kann. Und grade die Jom- Kippur-Feier kann als Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht herangezogen werden. Denn um das Geschäft am Jom-Kippur ruhen zu lassen, namentlich wenn sich diesem, wie in diesem Jahre, ein Sonntag als staatlicher Feiertag anschliessf, gehört auch ein fester unbestcchlieber Wille, der die Schwierigkeilen überwinden hilft und zwar um so leichter, jo allgemeiner ein solcher Ent- Schluss gefasst und strikt durchgeführt wird Was aber am Jom-Kippur dadurch möglich ist, weil die Mehrzahl den festen Willen hat, die Ideale, die mit der Feier dieses Tages verwebt sind, ^ich nicht zerstören zu lasset, das kann bei der Wiedereinführung einer allgemeineren Sabbathheiligung nicht unmöglich sein. Wenn der EiiK zelne bestimmt weiss, dass auch sein Concurrent •streng שד־־ת שבת übt, so ist es für ihn eine Beruhigung, dass ihm geschäftlich kein zu grosser Nachteil durch die Sabbat liruho entsteht. Das kaufende Publikum, das sich mit dem Acht-Uhr-Ladenschluss und andern Beschränkungen hinsichtlich der Einkaufszeit befreundet hat, würde sich auch an eine ausgedehntere ״Sabbathruhe“ gewöhnen und dem Geschäftsmann, der sonst seine Kundschaft gut und reell bedient, seine Treue auch bewahren und die Einkäufe an einem andern Tage besorgen. Aufgabe unserer Herren Rabbinen und Lehrer wäre es, diese hier nur angedeutete Idee in geeigneter Form an den kommenden ־נדם דנו־א־ש in ihren Kreisen eindringliehst zur Beherzigung ihrer Zuhörer zu bringen und so ihrerseits die Bestrebungen fördern zu helfen, die der ״Verband der Sabbathfreunde“'sich zur Aufgabe gestellt hat. Wenn wir auch nicht optimistisch die Hoffnung zu weit spannen dürfen, um zu glauben, dass eine vollständige Umkehr zum Guten sich ״im Handumdrehen“ werde erzielen lassen, so möchten wir doch den Pessimisten, die da meinen, jede Bemühung den weiteren Verfall der Sabbath-Institution aufzuhalten, sei eine vergebliche, hiermit jenes geschichtliche Ereignis in Erinnerung bringen, das dem allerersten יוס הנפורים vorausging: Sechs Wochen nach dem epochalen, einzig in der Weltgeschichte dastehenden Gesetzgebungsakte am Sinai, war infolge eines verhängnisvollen Irrtums, durch das aus Mizrajim mitgezogene ״Erew-raw“ veranlasst, eine Kardinalsiinde begangen worden. Dieser Verführung erlagen alsbald auch die besseren Elemente derart, dass auch der nach jeder Richtung hin gewiss einwandsfrei und erhaben dastehende nachmalige Hohepriester Aron dem ungcstümen Drängen des Volkes nachgebend, sich willfährig erwies und wenn auch in ganz anderer und sicher löbliehen Absicht ihnen Helfersdienstq leistete. Als aber der grosse ״Gottesmann Moses“ hinzukam, verscheuchte er sofort die in die Herzen und Gemüter des Volkes eingedrungene Finsternis und er erwirkte durch seine Massnahmen eine vollständige Umwandlung. ,ויתאבלו und sie trauerten aufrichtig über ihren schrecklichen Irrtum", berichtet ergänzend die heilige Schrift zu jener Stelle. — Der unvergleichliche Gottesdiener Moses, welcher zweimal vierzig Tage im Gebete vor Gott die Schuld und