Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- 5 (5.1906)
- Date
- 1906-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Öer Sabbath. 36 Seelenkräfte. So wenig i« unserem Körperleben Essen den Sthlaf ersetzen kann, Trinken nicht den Hunger und Röhe nicht den Durst stillt, so wenig kann jemand durch Wohltätigkeit die Entweihung des Sabbaths auslösen, oder durch erhöhte Uebung des einen Gesetzes sich von einem andern ihm weniger bfequemen befreien, ohne sich durch diese Willkür der' Sünde des Leichtsinns und der Gedankenlosigkeit in die Arme zu werfen und dadurch seine geistige Gesundheit stark zu gefährden. Unsere Altvordern und grossen Männer der Vergangenhejt. die die Seelengänge so ausstudierteu, wie der Arzt den Körper, sie wussten, dass und wie sehr die Erfüllung einer jeden ,דציד der Seele dient. In seinen Psalmen Kap. 19 ( Spricht darum der königliche Sänger von deu Gesetzen aus. dem Innersten seines Herzens,-: ״Sie sind erstrebenswerter als Gold und viel Geschmeide, süsser als Honig und feinster Seim“, ebenso Kap. 119, V. 101: ״wie süss sind meinem Gaumen die Sätze deiner Ueberlieferung. süsser als Honig meinem Munde.“ Aehnlich begeistert־ sprechen sich auch sämtliche Profeten aus, die alle den heilsamen Einfluss der heiligen Gesetze auf Körper und Seele, kannten. Nun aber ist der ,ענד ein Grundgesetz ersten Ranges, und da die mannigfachen religiösen Anfor.ferungen dieses Gesetzes an uns sowohl körperlich•?!• wie gedjrtiger Art sind, wird das seelische Gleichraass. das durfti deren genaue Betätigung erzielt wird, mit .ע:־ bezeichnet. Deshalb lehren auch unsere Weisen (Sabb ll^tu ..Israel würde seine Erlösung alsbald -erlangen, wenn es in seiner Gesamtheit das Schahhosgesetz nach Vorschrift beobachtete‘־. E. G. ..Eine, beachtenswerte Anregung“. Berlin. 17. Mai. 1. Unter diesem Titel veröffentlichten wir in voriger Nummer ein Anschreiben des Herrn Prof. Dr. Berliner, welches unter Hervorhebung der Schäden, welche aus der schlecht verwandten Sabbathruhe entstehen können, auf.die Notwendigkeit der Gründung von Clubs hinwies, in welchen die jungen Leute ihre freie Stunden am .עני־ in würdiger und angemessener. Weise verbringen können. Eine Reihe ton Zuschriften, die zu dieser Frage Stellung nehmen und uns inzwischen zugegangen sind, beweisen, dass die .Anregung־ bereits jetzt die Folge gezeitigt hat. dass* diejenigen, welche es angejit. sich lebhaft mit dieser Frage beschäftigen. Zwei dieser Zuschriften seien hier wiedc.rgegeben: Berlin, ׳i. .Mai ״ סל;. Ei i.-i ein.erfretilicber Beweides jagen•!- lieh fri-rhm 1i-ic-. ־Mer -ich in -dem in 1K־r letzten Nummer de- .Sabbath״! ־;riii'1..׳ Inn -Eingesamlt־ des Herrn!,ruf. berliner ottenbarr un׳P׳ein /eugnifür ^eiu unverändert gebliebenes Intcre-se, .das er .־'tei.־' ,den lledqrfni--rn der Jugend entsregengebraeht hat. Kwird .Uber ״Jeher mir diese- Hinweises bedürfeuT um Herrn Prof. I; •rliner daran zu erinnern, dass in Berlin bereits eine Institution, wie er sie anregt, besteht, und zwar in dem .Israelitischen Hortbildnug-verein .Mono ti..re.־ i >:e-er Verein, iin Jahre י ss!. begründet, erstrebt, ein«• .Zusammenfassung der jüdischen jungen Leute und zählt bauptehlieli Kaufleute zu -eilten Mitgliedern. Kr hat sich getuäss dem ׳■rtrii l-atz z-z 1רד -.-ד.- allerdings vor allem das .Lernen“ zur ersten Aufgab.• gemacht und hält regelmässige שעי-יב ab, in .lenen hervorragende Gelehrte vortragen. Es ist aber nicht mehr als mitürlieh, da-s, wenn gleich gesinnte junge Leute Zusammenkommen, dies die Vorbedingung,bildet, für eine edje'Geselligkeit, wie sie sicli tatsächlich im ,Montetiore־ au-gebil.lCt hat und es ist eine alte Erfahrung, die so mancher auch an sich selbst gemacht haben wird, dass zur Kestigung^des Charakters vor allem der Verkehr mit Gesinnungsgenossen i*1 Jünglingsalter bei trägt. Der Verein!»Hegt daher diese Geselligkeit bei jeler sich bietenden Gelegenheit. Allerdings hat sich in letzter Zeit gezeigt, dass die jungen Leute des .Montetiore“ Sportfreuudschaft keineswegs für unvereinbar mit altüberliefertem Judentum halten, und so hat sich unter seinen Mitgliedern bereits ein Kegelklub gebildet und es Anden gegenwärtig Bemühungen zur Bildung einer Ruderriege statt. — Was speziell den .שב־ betrifft, so werden die שעירים so gelegt, dass im Winter einer auf Freitagabend, im Sommer einer auf שבת-Nachmittag fällt. Im Sommer schliesst sich gewöhnlich an den שעזר ein gemeinsamer Spaziergang der Mitglieder, die auch oft am Sonntag zu einem Austiug Zusammenkommen. Ausserdem stehen den Mitgliedern im VereinslokaL mehrere Zeitungen und last not least eine Bibliothek zur Verfügung, die, 9 >!) Bände stark, in reichstem Masse zur Bereicherung ihres Wissens beiträgt. Wenn der Verein noch nicht das Ziel erreicht hat, das ihm vorschwebt, seinen Mitgliedern ein Heim in jeder Beziehung zu bieten, so lag es nicht an seinem Willen, sondern an seinem Kiinneu. Es sei mir aber erlaubt, mit einer Stelle aus dem Jahresbericht, den der Vorstand am Schlüsse des letzten Vereinsjahres versandt hat, diesen redlichen Willen zu dokumentieren. .Wolle sich der Wunsch unserer Gönner erfüllen und es uns möglich werden, gleich den evangelischen und katholischen Jünglingsvereinen eine Stätte zu gründen, die auch die Fliege der Geselligkeit in erhöhtem Masse gewährleistet und den alleinstehendeu hier weilenden jungen Leuten einen Ersatz für die Familie nach jedej Richtung hin bietet.“ Ich halte es daher nicht für notig, einen neuen Verein zu gründen, sondern diesen schon bestehenden Verein ’ ״Montetiore“ weiter auszugestalten. Mögen alle, denen das Wohl der jüdischen Jugend am Herzen liegt, diesem Verein ihre Hilfe zuwenden. Air thur 14arcus. '2. Bischheim, 7. Mai. Geehrter Herr Redakteur! Auf •lie in No. I Ihres geseh. Blattes enthaltene Mitteilung und Anregung des Herrn Frof Dr. Berliner sei mir gestattet Folgendes zu beinerkei!: Gerade die Tatsache, dass die orthodoxen Geschäfte solche junge Leute beschäftigen, die ausserhalb des Geschäftes den ם6916־«^6"שבת, entmutigt diejenigen, die um Erhaltung des שבת besorgt sind. L'ebertrieben scheint mir die Annahme, dife aus dem Bericht hervorgeht, dass diese jungeu Leute gerade und allein dem Kreise derer angehören, die sich bemüht haben, zur Beobachtung des שבת, Stellung in orthodoxen Häusern zu suchen. — Es kommt wol auch vor, dass aus erwähnten Kreisen junge Leute durch Verkehr verleitet werden, vom reehten Wege sich zu entfernen. Dieses ist aber 'eine Ausnahme. ־ In der Regel aber, und das ist nicht zu leugnen, werden in orthodoxen Geschäften aus hinfälligen Gründen öfters für höhere l’osten solche Leute engagiert, die den שבת nicht beobachten. Abgesehen davon, dass dadurch Schwierigkeit den frommen jüngeren Leuten geschaffen wird, höhere Posten zu bekleiden, wird ihnen auch noch eine für ihren religiösen Wandel gefährliche Umgebung zugesellt. Die orthodoxen Gescbäftinbaber mögen auch folgende Situation ins Auge fassen und sondieren, ub nicht etwa die Schuld sie trifft: Ich kenne junge Leute, die ganz im Gegensatz zu der durch Herrn Prof. Berliner geschilderten Situation, am שבת im Geschäft arbeiten, weil sie glauben, arbeiten zu müssen, weil sie manchmal nicht nur fiir sich, sondern auch nocli für Ihre Elteru sorgen müssen, aber ausserhalb des Geschäfts sich bemühen, nach unseren religiösen Vorschriften zu leben. Solche junge Leute sind bedauernswert und werden zu Gunsten von Poschiin und Nichtjuden von den orthodoxen Geschäften verdrängt. Möge der ״Verband der Sabbathfreunde“ dieser Sache seine Aufmerksamkeit zuwenden; es wäre mir sehr angenehm, ein berechtigtes Dementi zu bekommen, woran icL aber zweifle. ( Hochachtungsvoll V Jul. Kl,ein. Zu dem Briefe des Herrn Marcus bemerken wir, dass der ״Montefiore-Verein“ allerdings dasjenige, was Herr Prof. Berliner als wünschenswert bezeichnet, erstrebt, dass dazu aber ein weiterer Ausbau seiner Verfassung, vor Allem in der Richtung, dass die Räume erweitert und während des grössten Teils des Tages resp. der Abende offen gehalten werden, nötig wären, damit er das Ziel auch wirklich erreiche. — Herrn Klein bemerken wir, dass die Behauptungen des Herrn Prof. Berliner für Berlin und leider für zahlreiche andere Städte, wie wir aus •eigner Erfahrung wissen, nur allzusehr zutreffen. Dagegen können wir ihm darin■ beipflichten, dass aus der von ihm gegeisselten vielfach, geübten Bevorzugung unfrommer Bewerber in עבת geschlossenen Geschäften neben den anderen schweren