Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- 4 (4.1906)
- Date
- 1906-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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26 Der Sabbath. schließen sich die besonderen, die sich nach den Verhältnissen .des betreffenden Platzes richten müssen. ''*nd^z. B. am Platze eine Anzahl geschlossen haltender Geschäfte mit" kaufmännischen Angestellten vorhanden> $0 sind deren Adressen der Centralstelle aufzu- 1 geben, f;Vertier ist vom Vorstand auf die Inhaber dieser Geschäfte so v weit als möglich einzuwirken, dass sie nur Personal engagieren, das selbst auf den freien S a b'lra t h■ r e f 1 e c t i r t. Die jungen Leute sind zu veranlasse^ ihre Versicherung gegen Stellenlosigkeit zu bewirken,, TJamit sie nicht als Stellenlose der Versuchung einer Entweihung des Sabbaths anheimfallen. An ■jneleh kleineren Plätzen wird drüber geklaart. dass.es den Angestellten, die Sabbath halten, an einem Lokal fehlt, wo sie ilne freie Zeit in einer des Tages würdigen Weife verbringen können. Hier Besserung zu schaffen, dürfte eine der ersten und vornehmsten Aufgaben unserer Ortsgrup!>en seien.- Es wird sicher überall gelingen, ein Lokal zu schaffen, wo ohne Trinkzwang jedem jüdischen jungen .Manne Gelegenheit gegeben ist, sich mit Lektüre, zu beschäftigen. Neben den-jüdischen Zeitungen müsstep auch eine Anzahl!»olitischer Blätter gehalten werden. [Ebenso sollte eine kleine Handbibliothek gtiL ausgewählter jüdischer Werke Jeneu zur Verfügung stehön, die nach ernsterer Kost verlangen. Die Kosten der gaäzen Veranstaltung sind nicht sehr!!?deutend und kühnen sicher überall aufgebracht werden. Der Nutze« aber ist ein ausserordentlich grosser, dem! die .juugejj Leute werden dem Cafeü. Wirtshausbesnch entzogen un,dan den Genuss edlerer Lectüre gewöhnt Aus den Lokalblättern sind alle Notizen anszusehneL den tind .einzusenden, die Gerichtsentscheidungen, Verfiigungen von Behörden etc., die sich auf den־ Sabbath beziehen,^nthalten. ־ . . Was ist für 1׳ i e Z e i t s c h r.i.f t z u t 111111 r Der ,.Sabhatl1r‘ geht jedem Mitglied kostenlos ällmonatlieh. zu'. Es ist dafür zu sorgen, dass auch dieKestaur ä n frs , jüdische Lesehallen etc. ihn regelmässig - -auflegen'. B e'd a k t i o n e 1 1 e Mitarbeit ist >ehr er- *wünscht.^׳ W f e oft > 111 e n Versammlungen stattfinde nr Hierfür lassen sich allgemeine Vorschriften kaOm geben. ־Soll aber!las Interesse der Mitglieder wach gehalten werden, so muss mindestens jedes Quartal eine Versammlung stattfinden. Stoff zu Referaten bietet die Verbandszeiiscbrift in Hülle und Eiille. 4Mit dem Anwachsen des Verbandes werden sich zweifellos• weitere Aufgaben herausbilden, doch dürften die oben erwähnten Punkte vollauf genügen, um Anregung zu einer energischen Propaganda zu geben. ׳ ' 1 Unser Werbefonds. * Wie aus den an anderer Stelle dieser Nummer abT gedruckten Mitteilungen hervorgeht, darf der ״Verband der ^aobathfreunde“ mit dem Erfolg seiner Werbetätigkelt in den letzten zwei Monaten .zufrieden sein.’ Sind doch allein im Laufe des Monats März 6 uhd im April 8 ne fff Ortsgruppen entstanden. Allein diese.Erfolge konnten, wenn auch die rednerischen Kräfte sich ausnahmst unentgeltlich in den Dienst unserer Sache stellte^, doch nur unter Aufwendung nicht unerheblicher Mitte&für Reisespesen, Drucksachen etc. erzielt werden. Da der mit Vorbedacht niedrig gehaltene Mitgliederbeitrag kaum für die Kosten unserer Zeitschrift,und der laufenden Verwaltungsppsen ausreicht, so haben wir uns, um unsere Werbearbeit nicht einschränken zu müssen, entschlossen,, einen eigenen Werbefonds zu errichten und bitten alle Freunde . unserer Sache dringend, diesen mit ihren Zuwendungen zu bedenken. Soll unser Ziel, ganz Deutschland mit einem Netz von Ortsgruppen zu überziehen, in absehbarer Zeit erreicht werde:', so darf unsere Bewegungsfreiheit durch Mangel an Mitteln nicht gehindert werden. Wir bitten also wiederholt um Zuwendungen an die Adresse: Verband der Sabbathfreunde, Berlin C., Heidereutergasse 4. Quittung wird allmonatlich an dieser Stelle erteilt werden. Verband der Sabbathfreunde.! •=__!׳! Für den Werbefonds gingen uns zu: ׳ von; Herrn Gundelfinger- Ulm .... Mk. 10.— " '״ י Rabb,. Dr Schüler- Hegenheim i.E. —.8 ״ ״ Frau J. Kn011 er1 Berlin. —.3 ״ ״ Herrn L. E r nt reu t h e r - Ermreuth . . 3.75 ״ Indem wir den geehrten Spendern unseren Dank sairenj bitten wir alle Freunde unserer Sache um reclit zahlreiijhe Gaben. Der geschäftsführende Ausschuss. I. A.: ז Dr. E. Biberfeld, Vorsitzender 1 Heidereutergasse 4. Unsere Lebenszeit. : Ohne• es zu beabsichtigen, überhaupt ganz zufällig führte ein Geschäftsgespräch mit einem Gfosskaufmann die! Bede auf die Sabbathfeier. Der Betreffende stellte folgende schwere tiud gewagte Frage: ״Sollten wir in Wirklichkeit verpflichtet sein, den siebenten Teil unsef-er Lebenszeit (da ־alle 7 Tage riv ist) auf ein eitriges Gesetz zu verwenden und dann noch die vielen Festtage neben den Sonn- und staatlichen Feiertagen, . zu!halten, dann könnte doch Jemand, der alle, jüdischen Gesetze beobachten will, kaum noch zuAthem kommen?“ Hier galt es nun der bekannten Mahnung R. Eliasar’s ,Aloth 2,10) 2'trrtr .דע דד gerecht zu werden. Kurz ent- I schlossen’antwortete ich: ״Ihre Frage wäre vielleicht bej redhtigt, wenn es wahr wäre, dass es sich um ״unsere Lebenszeit“ handelte, d. 11. bestimmter ausgedrückt, wehn ein Jeder, wje über sein greifbares Eigentum darüber zu bestimmen hätte, ob er 80, 90 oder 100 Jahre leljen will, da wäre wie gesagt vielleicht die Frage angebracht, ob wir von׳ unserer Lebenszeit 1/7 wegzuschenken verpflichtet sind. Dem ist aber bekanntlich nicht so,; ein Höherer ist der Eigentümer unseres Lebens und diesem steht ja jederzeit das uneingeschränkte Kündigungsrecht zu. Nun spricht dieser Eigentümer des Lebehs und der Zeit zu uns: Von meiner Zeit erlaube ich dir 6/7 zu deinen Zwecken zu benutzen, das letzte; Siebenter meiner Zeit darfst du für dich nicht be-; nujtzen, da musst du dem Recht und der Macht entsagen, : eiffe Umgestaltung der Dinge meiner Welt vorzunehmen i oder fortzusetzen und irgendwelche« geschäftliche Tätig-