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Der Sabbath · 1906-03-01 · 3 (3.1906) · p. Seite 19

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Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
3 (3.1906)
Date
1906-03-01
Page
Seite 19 (sequence 5)
Language
German
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Der Sabbath. 19 - ' l dern, indem wir sie zunächst in unserem Familienkreise vergeistigen und vertiefen,sie sodann in unserem Berufsleben stets verwirklichen und, wenn endlich materiell erstarkt, es auch als vornehmste Aufgabe betrachten, die wirtschaftlich Schwachen in jeder Weise ■zu fördern und sie, deren Widertandskraft erlahmt, unserer hehren Sache wieder zurtickzugewinnen. Denn, man gebe sich keiner Täuschung hin, wer die Sabbathidee aufgibt, ist für das Judentum verloren, trotz der besten Absichten, die er für dasselbe hege? möge. Sollten einmal, wie schon so häufig, gewaltige Stürme uns bedrohen, so wird es nur dieser winzige Kern der Sabbathtreuen sein, der wiederum die Rettung unseres Volkes bewirken wird, während die starke Schale, die stets nur platonische Liebe dem Judentume erWiesen, bald morsch dem Untergange geweiht sein wink Dann, ,brauchen wir uns auch nicht auf das nationale Experiment zur religiösen Wiedergeburt unseres Volkes einzulassen, da dann das vornehmste religiös-nationale Band uns in allen Ländern umschliesst und uns trotz der territorialen Trennung als ein Volk fühlen־ und empfinden lässt. כל יחזראל ערבים זה כזה Dann wird das Judentum gleich einem Leuchtturm mitten im brausenden Völkermeere stehen, an dem die ihn noch so heftig bedräuenden Meereswogen kraftlos abprallen müssen, der aber andrerseits seine Strahlen weit hinaus in das Dunkel der Umgebung sendet und mit seinem hehren Lichte die ganze Menschheit erleuchtet. Dr. M. N. | drohung verbietet, sondern er erlaubt demselben Menschen : ohne zwingende Notwendigkeit selbst an öffener Strasse | solche Arbeiten zu verrichten, die er ihm im entlegensten ' Winkel eines abgeschlossenen Raumes zu tun verbietet, l je nachdem er als selbstständiger Unternehmer oder als Arbeiter die Hantierung vornimmt, ja es d trf selbst der ' Reichste am Sonntag ,zu seinem Vergnügen“ arbeiten, was und soviel er will, ohne dass ihm das stäatlicberseits verwehrt werden kann; lässt er aber die^e Arbeit durch einen armen Angestellten besorgen, der diesen kleinen; Extraverdienst gut brauchen kann, dann gilt das als eine; durch Strafe zu ahndende Gesetzesverletzung. Dem gegenüber vergleiche man den Thorawortlaut hinsichtlich des [ Arbeiisverbots am Sabbath. Da heisst es: אה־, ובנך ובתך וגי י zunächst darfst du selbst keine wie immer geartete Tä- I tigkeit entfalten, aber was du nicht darfst, das darfst du auch von keinem andern mehr oder weniger von“'dir Abhängigen besorgen lassen“. Das ist logisch und klar, während die Bestimmungen über die -Sonntagsruhe inconi sequent. und unsicher sind, zumal der Begritf ״Arbeit“, den wohl הבטנו ז״ל präcisirt und in ס׳ל אבווז פלאביח klassificiert haben, staatlicherseits nicht klargestellt erscheint. Schon diese wenigen aus der Piaxis heransgehohenen Belege, die sich beliebig vermehren liessen, beweisen, wie der Sabbath, dieser Grundpfeiler des Judentums;-־ weder durch den Sonntag, noch durch sonst etwas ersetzt werden kann und es ist darum ein nicht genug anzuerkennen־ des verdienstvolles Werk, das die Leiter des ,Verbands der Sabbatlifrennde‘-.. sich zur Aufgabe, gestellt^ mögen ihre Bemühungen von reichem Erfolge gekrönt, werden. — Sabbathfeier und Sonntagsruhe! Wie unsere heilige Thora der Quell des Heils ist, aus dem von jeher die Völker Lehre und Erkenntnis geschöpft (בי פ; הבאר ההיא ישקו העדרים) und der selbst für die gebildetsten Nationen der Welt der Brunnen ist und bleibt, aus dem sie ihren Durst nach Wahrheit und Tugend, Recht und Gerechtigkeft zu stillen vetmögen, zu dem sie aber erst gemeinsam sich znsammenfinden müssen, um den אבן הגדולה, die iibergtossen Schwierigkeiten, die der ,währe Jacob“ mit Leichtigkeit hinwegräumt. erst mühsam abzuwälzen und darum von dem Brunnen nicht den rechten Genuss haben, so ist auch der köstliche Tropfen dieses Brunnens ,die Sabbath-Institution* nur tür den Juden, der den שבח iq vorschriftsmässiger Weise hält, ein erquickender und labender, während er für den Unjiiiiischen Juden wie für den Nichtjuden einen unangenehmen Beigeschmack hat. Und das ist nur zu natürlich. Es können die Staaten wohl eine strenge ,Sonntagsruhe'* decretieren, aber wenn sie selbst die Zahl der Gendarmerie verzehnfachen würden, könnten sie nicht die .Ruhe“ liet beifuhren, die der Jude, der den Sabbathgedanken mit der Muttermilch eingesogen, ohne polizeilichen Zwang betätigt. Zum ,Arbeiten*:, zur Leistung eines bestimmten Arbeitsquantums kann teohl jemand gezwungen weiden, aber die Tätigkeitsentfaltung ■wie sie das Niederschreiben ,zweier Buchstaben“, wodurch ein Gedanke fixiert und verewigt werden kann, darstellt, zu verhindern, wäre der wachsamsten Polizeigewalt unmöglich, das muss der Gewissenhalligkeit überlassen bleiben, zu der das Gottesgesetz den Juden zu erziehen sucht. Darum ist eben grundverschieden die Art der ,Sabbathfeier“ und der ״Sonntagsruhe“. Der Staat gestattet nicht nur dem einei^ am Sonntag das zu tun, was er dem anderen unter Strafan- Leider sind es jetzt nicht mehr die Grossstädte allein, in denen die Sabbathentweihung immer weitere Dimensionen annehmen, sondern es sind zumeist die Bewohner kleinerer" Plätze, die dem ,Zeitgeist“ huldigen zu müssen glauben. Fragt man nun den einen oder anderen dieser von der Neuerungssucht Angekränkelten, die teilweise, in der ersten Zeit wenigstens, noch zu den. religiös Gesjnnien gezählt werden möchten: ,warum gibst du ein so wertvolles Kleinod wie., der Sabbath es ist, preis“, so erhält man zumeist dieselbe Antwort: ,,dass es heutzutage bei der überaus grossen Concurrenz und den riesig gesteigerten ,Ausgaben rein unmöglich sei, wie in Trüberer Zeit' das Sahbathgesetz zu beobachten“. Solche Reden sind aber meistens nur Ausreden, um sein Gewissen einzulullen, denn abgesehen davon, iqiss הצופר, ופביט עד ברף כל חרוי־וח die Sabbath-Institution, die in der jetzigen Zeit nervösen Hustens noch notwendiger erscheint, als für frühere Geschlechter, doch als אוח היא לעילם lür alle Zeiten verbindlieh eingesetzt har,, könnte mnn solchen vorsichtigen und ängstlich abwägenden Rechnern nur dann teilweise beipflichten, wenn sie den unanfechtbaren Beweis zu erbringen vermöchten, dass sie als פהלל* שבח bei weitem sicherer als die שטרי ■טבח imstande seien, jeden sonstigen Nachteil, geschäftlichen wiepeisönliclien. von sich fern zu halten, dagegegen immer nur nutzenbringende Vorteile, sich dadurch zu Verschaffen vermögen. Solange dieser Beweis nicht erbracht ,wild, und ein Blick auf die Gesamtheit lässt erkennen, dass ein solcher; nicht erbracht werden kann, solange können die auf הקב ה Vertrauenden darauf rechnen, dass Er wie einstens so auch jetzt und immer als הזן אח העולם כלו jedem tlaslhm Nötige zuerteiit, wenn auch in Seiner Erziehungsweisheit verschiedenartig, dem einen בטיבו, aus dem Füllhorn der besonder!! Güte, dem ändern בהן, dadurch dass sein Tun und Lassen immer und überall Beifall findet, dein dritten בחסד. als eine immer neue Vergünstigung, dem vierten ברהטים, dadurch,• dass die Teilnahme anderer für ihn rege gemacht wird, immerhin הוא גחן לחם לכל בשר ist und bleibt Er der "Erhalter. Aller, dem Mittel und

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