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Der Sabbath · 1906-02-01 · 2 (2.1906) · p. Seite 14

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Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
2 (2.1906)
Date
1906-02-01
Page
Seite 14 (sequence 8)
Language
German
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14 D^r Sabbath. Juden in ilTren Fräcken? Wie weit steht der vermeintliehe ״Fortschritt“ dieser unter dem angeblichen Rückschritt jener? Ein weiterer Grund, der so oft als Entschuldigung den heutigen rotf-Schändern gilt, liegt in den Worten : Er muss seine Eltern unterstützen.-- Wir ,wären die letzten, auf jeDe geringschätzig her&bzüseben, die alles, alles Materielle ihren Eltern als Tribut ihrer Dankbarkeit opfern wollen. Alles Materielle sagen wir, weil däs allein es ist, das wir opfern müssen, weil wir es können, nicht aber unsre Pflichten. Wo wäre es. in 'früherer Zeit jemand eingefallen, בהלל שכת zu sein mit der Begründung der Bedürftigkeit der Eltern, aber wo wären auch die Eltern gewesen, die ein solches Opfer angenommen hätten? Haben sie doch die Liebe zu ihren Kindern .aus dem Heizen gerissen, um sie getrauert, wie um Verstorbene, wenn sie es wagten, öffentlich die תורה zu übertreten. Galt für sie doch die ungeschminkte, Wahrheit des Grundsatzes, den unsere Weisen aufgestellt: כציה הבא בעב־רה עיב״־ה ה־. — Gleicht dabei auch nur im Entferntesten das gegenseitige Familiefiverhältnis der einzelnen Mitglieder einer Familie׳ der heutigen Zeit, jenem innigen Zugehörigkeitsgefühl der früheren? , . Ach Ihr Söhne der heutigen Zeit, könntet Ihr doch hingehen und Eure Väter und Grossväter befragen; ob sie, die oft in der drückendsten Armut lebten, dabei Hohn und Spott selbst von den niedrigsten Gassenjungen erdulden mussten.ob sie mit Euch tauschen würden? Gewiss sie würden ds nicht tun, aber nicht aus Mangel an Verständnis für Euer heutiges Tun und Treiben,-sondern gerade weil sie Euch und Euer Handeln zu ,gut verständen. Wenn sie, Euere Väter, auch in ’dumpfen, engen Gassen und traurigen lichtlosen Wohnungen zusammengepfercht waren, wenn sie auch weit, weit weniger sogenannte Lebenserfahrungen hinter sich hatten, wie es bei Euch der Fall ist, so verstanden sie das Leben doch weit besser wie Ihr. Ihr Lebenselement war ihren' die heilige Schiift und daraus schöpften sie ihr Wissen, ihre Lebenserfahrung. Während Ihr, die Enkel jener Alten, erst lebenserfahren seid, wenn Ihr am Bar.de des. Grates steht, in Folge der Irrungen Eures Erdenwandels, waren sie es schon, am Beginn Ihrer Laufbahn, denn von der Wiege bis zum Grabe hatten sie nur einen, den Gott gewiesenen Weg. — An Hand der ,Psalmen“ allein, auf die llr ja alle, auch• Jene d:e tonst gerade keinen ällzugrossen Wert der heiligen Schrift beilegen, stolz seid, weil sie mehr wie alles Andeie'Gemeingut aller Völker und Confessionen geworden, an Haid dieser Psalmen würden sie Euih von der Hohlheit und Unvernunft Eures Wandels hier auf Erden überzeugt haben. Sie hätten Euch nur den 48. Psalm aufzuschlagen biauchen, worin es heisst: אל ח־רא כ־ •עש־ איש כי ירבה בבור ב־ה־, ב• .לא בד~\ •קר! .הבר לא •רד אח־יו׳בב:דו oder auf den 3. Vers des 112. Kapitels הון ועישר בביתו וצדקתו ע־שר־ יעד, uhi Euch zu zeigen, wie sie, bei allem Verständnis für den Wert des irdischen Besitzes, sich doch niemals blenden Hessen, diesem Moloch alles zu opfern. Wer in jener alten Zeit seinen Kindern irdische Reichtümer Hinter Hess, der hinterliess ihnen gleichzeitig Winke und Ratschläge für die Verwaltung dieser Schätze, die darin bestanden, sich nur als zeitweiliger Verwalter dieser Schätze zu betrachten, und als solcher auch den Armen und Dürftigen reitgeniessen zu lassen, nachdem schon vorher von Allem der gesetzmässige בעשר abgegeben war. Sie waren deshalb mit ihrem Wenigen schon reich, sie gehörten zu jenen, die keinen Hunger verspürten wenn, sie Brot und sei es auch nur für diesen Tag batten cv ברוך ד' ינש,' dieser Hi)Ielsche Wablspruch, er war ihr Wegweiser. — Wie anders die Reichen der heutigen Zeit dagegen, wie arm sind sie bei all ihrem Reichtum, sie gebörea zu jenen ,Kleingläubigen“, die Angst haben vor dem ״morgen“, sich nichts zu geniessen trauen, und sorgsam alles in Schränken verwahren bis — sie die Besitzer im Grabe werden.! Bei allem Segen, den gerade die חורה in der Arbeit sieht, predigt uns das ״Manna“ das ״Heute“ zu geniessen, vertrauend auf Gott, die heiligen שבתות ד״ט zu feiern. 0 dass recht bald die Zeit wieder käme, wo diese Lehre Eingang findet in die Kreise unseres Volkes, dann, ja dann käme wieder zur Geltung das Wort unserer Weisen ז׳ל in Eezug auf den ,רבי ב ש,׳ וקרש בש:! Offener Brief. an Herrn Dr. S. Ziegler — Karlsbad.*) ' Sehr geehrter Herr! In Kr. 6 der ״Allg. Zeitung des Judentums* veröffentlichen Sie einen Artikel ,Der Gottetdienst, amj Freitagabend“, dessen Kernpunkt der Vorschlag bildet,! I den Gottesdierst am Freitagabend im Winter auf einä spätere Stunde zu verlegen, um auch jenen, die denl Sabbat nicht beodachten, den Besuch des Gottesdienstes zu ermöglichen. Auf diesen Vorschlag selbst einzugehen, liegt mir fern; ich nehme an, dass dies von berufenerer Seita geschehen wird. Dagegen möchte ich mir erlauben, aus der Begründung, die Sie Ihrem Vorschlag vorausschicken, einen Fufikt herauszugreifen. Sie schreiben: ן ״Dass e» mit der Hobt bah tme des Sabbats schlimm, sehr schlimm bestellt ist, kann wohl kein Mensch leugnen, und doch sehe ich weder Freisinnige noch Orthodoxe — die letzteren schief noch weniger**) — an der Arbeit, bessernd einzngreifen.“ Der erste Teil dieses Satzes wird einem Wider» Spruch nicht begegnen; denn die Ursachen, die Sie richtig erkannten, haben in den letzten Jahrzehnten.— leider! —!־ die strikte Haltung des Sabbatgeselzes ungemein erschwert und damit der Entweihung des Sabbat in einer früher nicht einmal geahnten \\ eise Vorschub geleistet. An diese feststehende Tatsache knüpfen Sie, sehr geehrter Herr, die Behauptung, dass weder ,Freisinnige* noch [ ״Orthodoxe“ dieser Entwicklung entgegentraten und gar; die letzteren ״schier noch weniger“. Der Vorwurf, den | Sie hier den Orthodoxen machen, scheint mir nicht ganz; gerechtfertigt, und zwar lässt sich dies meines Erachten^, , ohne auf den Tatbestand einzugeben, schon aus Ihrep i eignen Ausführungen erweisen. Sie stellen fest, dasp die ״Freisinnigen“ nichts tun — Sie' sehen nichts vop ihrer Arbeit, sagen Sie — lässt sich da der Vorwurf festhalten, dass die bösen ״Orthodoxen“ noch weniger tun? Weniger als nichts, also minus ist doch eigentlich nur ein algebraischer Begriff, soweit er aber überhaupt auf Juden anzuweuden ist, dürfte er sich eher für dije *sogenannten ״Freisinnigen“ als für die Gegenseite eignen. Lassen Sie uns indessen über diesen kleinen 10gische|n Schnitzer hinwegsehen änd unbefangen an eine Prüfung des Tatbestandes lierangehen. Was ist von sogenannter freisinniger Seite für die Hut d^s Sabbat geschehen? Mir ist weder aus Oesterreicjh noch aus Deutschland irgend etwas von einer Arbeit aiff ד Aus Sr, 8 des ־^Israelit". \ Urtext nicht gesperrt. י J

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