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Der Sabbath · 1906-01-01 · 1 (1.1906) · p. Seite 5

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Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
1 (1.1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 5 (sequence 10)
Language
German
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Der Sabhath. 5 Antwort: „Vom Erscheinen entbunden. Staatsanwaltschaft 11.“ Ich bemerke bei der Gelegenheit, dass ich bei jcjdem gerichtlichen Termin vor der Vernehmung den Antrag stelle, aus religiösen Gründen (die'ich auf Verlangen näher erläutere) zunächst unter Aussetzungder Vereidigung vernommen zu werden. Mach lieendigung derselben frage ich beide Parteien resp. ihre Vertreter, ob sie auf dem Eid bestehen. Bisher ist das noch nie der Fall gewesen. Ist nur eine Partei" anwesend oder handelt es sich um Kinzelveriiehniungen, so ist der Eid nicht zu umgehen, ln Strafsachen ist eventl. Gerichtsbeschluss zu beantragen. Ich verlange einen Vernier!), im Protokoll, dass die Aussetzung des Eides auf meinen Wunsch erfolgt ist. Dr. Treuss, Arzt. Nachrichten aus dem Verbände. Berlin, 4. Januar (Eig. Milt.) In der vom Gcnu^iide^Vorstande bereitwilligst zur Verfügung gestellten Aula der jüdischen Mädchenschule Kaiscrstr. (ff'J/.'iä) fand am ff'.l. v. M. die erste Hilfen fliehe Versammlung des „Verbandes der Sa b ha t h f r o u n de“ (Ortsgruppe Berlin) statt. l)cr Vorsitzende, Herr Moritz Posen, begriisste die überaus zahlreich Erschienenen und erteilte hierauf Herrn Babbincr I>r. E. Munk, der in letzter Stunde" an Stelle des verhinderten Referenten Herrn Dr. Hirsch II id e s h e i m e r eingetreten war, das Wort zu seinem Vortrage: „Was soll und will der Verband der Sabhath^reunde?“, den wir. ItJnk der Freundlichkeit des Herrn Vortragenden, in nächster M'uthmer an leiteuder Stelle unseres Blattes mitzuteilen in der Lage sein werden. Reicher Beifall dankte dem Redner, als er mit einem warmen Appell an die Erschienenen schloss, selbst dem Verbände sich aiizii>clilie»»en ■ und stets eingedenk zu sein, in ihren Kreisen fitr denselben zu werben. Nach'einer kurzen Pause, in welcher überaus zahlreiche Beitritts- Erklärungen erfolgten, nahm der zweite Referent, Herr Eli Lazarus das Wort zu seinem Vortrag: „Was hat der Verband bisher, erreicht;was kann er erreichen?“ Die vorgerückte Stunde zwang den Redner, das reiche Material, welches ihm zur Verfügung Statut, in kursorischer Darlegung zu verwerten. Er konnte darauf hinwejscn, dass der Verband, trotz der Kurze" seines Bestehens, bereits auf allen Gebieten, erfolgreich gearbeitet habe. „Der heutige Tag sei der erstv <|)burtstag des Verbandes, und schon habe derselbe .über fünfhundert Mitglieder und bestehen in allen Teilen Deutschlands, vou Frankfurt a. M. bis Kempen, von Stuttgart bis Königsberg bereits ‘ l.okal-l'omitees, deren rühriger Arbeit "die Reichshauptstadt nicht nach'tehen dürfe. Die Stellen-" Vermittelung sei in rationeller Weise centralisiert worden und habe durch den Verband neue Impulse erhalten und gegeben: auf dem Gebiete der Assoziation wurden aussichtsreiche Versuche gemacht; auf dem der Gesetzgebung habe der Verbund namentlich hinsichtlich der Sonntagsruhe gemeinsam mit dem „Verband der deutschen I Juden“ die Aktion zur Abwehr der drohenden Gefahr uuteniomim-11; . auch auf dem Gebiete der Sehulgesetzgchung und ‘Schulverwaltung! ‘könne er bereits Erfolge verzeichnen. Das Organ des Verbandes „Der Sabhath“ wird sämtlichen Mitgliedern unentgeltlich zugestellt und trägt Anregungen und Aufklärung weit in die Lande hinaus. Redner schloss seine inhaltsreichen, voftrefflichen Ausführungen mit dein Wunsche, dass ,|er Geist, der damals in den l'hanukkah-Tageii^- unsere Väter erfüllte und zum Kampfe für die heiligsten Guter ihrer Religion aufrief, in .den Herzen der Enkel ebenso kräftig wieder aufleben möge. Mit Dankesworten an die Herren Referenten und au die Erschienenen schloss der Vorsitzende um ll1’» I hr die Versammlung, welche'durch ihren würdigen Verlauf und ihren Warmen Ton durchs aus geeignet war, der Sache des Verbandes Freunde zu werben. Aehnliche Versammlungen werden demnächst m verschiedenen .Stadtteilen Berlins abgehalten werden. Kempen i. P. im Januar. Als| Vorsitzender der hiesigen Orts-, gruppe des „Verbandes ÖaBOathfreuude“ erlaube ich mir, Ihre Leser auf Folgendes hinzuweiseu : L’nsere Stadt, welche dem Verhältnisse der Einwohnerzahl nach noch heute mit zu den grösseren Judengemeinden Deutschlands zählt, geht 'von Jahr zu Jahr zurück, sff dass, wie die Statistik lehrt, die Zahl der jüdischen Seelen, .die vor zwanzig Jahren noch RlNMI war, jetzt kaum mehr HWi0 beträgt. Wenn diese rapide Abnahme anliälf, so wird es mit uns nicht besser geben, wie. zahlreichen Gemeinden Busens tirtd Schlesiens — ich nenne;z. B. Zülz, das vor hundert Jahren eine der grössten Judengemeinden, heruhmto Rabbinen u. s, w. hatte, und wo jetzt überhaupt keim Juilen mehr wohnen sollen. Wenn fromme Juden, denen daran gelegen Dt. in einer Gemeinde zu leben, deren Institutionen aufs beste eingerichtet sind, und wo sic sehr gut den Subbath halten, können, hierher zügelt, so wäre beiden Seiten ein Dienst geleistet. So'wurden ein jüdischer Bäcker und ein Wurstmacher sehr gut vorwärts kom-' ■neu. Ferner ist ein jüdisches Gasthaus, Verbunden .mit Spezerei-und Kohlengescbä-ft, jetzt zu verkaufen und wurde einem tüchtigen, jung- : verheirateten Mann die besten Aussichten für sein Fortkommen erötf-; neu. Zn jeder näheren 'Auskunft is der L'nter/eiclmeie gern .bereit.! II or i t z G oft li ei me r. Vermischte Nachrichten. Regensburg. 1ö. Jan. Zur Frage der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe hat ilje Kreisregicrung in Nürnberg neue Bestimfhungcn g'-t reifen. Nach dieser neuen Anordnung dürfen beschäftigt werden Geholfen, Lehrlinge und Arbeiter 1i an den höchsten Feiertagen, d. i. an dem ersten W*ilinticlits-.: (ister- und Bringstfeiertage und am Charfreitag im Handel mit Konditorei-, Feinbäcken-i-f Bäckerei- und Fleisehwaren, dann mit Fleisch uijd Milch in'.der Zeir von ö bi>!• I hr vormittags Und Von 11 l.’hr vcjrmiltags bis 1 Ehr iiacitmittags, ffi an den ge-" wohnlichen soun-'uüd Festtagen a> im Handel mit Konditorei-, Feinbäckerei- und Bäcktjreiwaien in der.Zeit voit ö bis!' Ehr vormittags und voit, 11 Ehr vötjmittags bis 7 Ehr abend-; b) iiü sonstigen Handel mit Ess- und Trinkbaren in dir Zeit von ö bis!» Ehr vormittags, von 11 I hr vunnit-tsigs bis 1 Ehr nachmittags und von li bi» 7'.. Ehr abends. Für den Handel mit Tabak ITTtd Zigarren bjeibt es wie . seither von 7—!l I 1 Ehr nachmittags hr vormittags und vou 'ff 1 Ehr vormittag.» bis an den gewöhnlichen >iiiiii-'>iind Festtagen. Safe rmdie Sonntagslii-»cliäftiguug eines Gehilfen,’ Lehrlings oder Arbeiters in, dem Jljilimen dieser neuen Bestimmungen länger al» 4 Stunden dauert, odilr ihn vom llesitcli. de»' (iottesdien-tes abhält, ister entweder 1) an jj-dem dritten Sonntag vniflsGMi Stunden, ff) an jedem zweiten Soniitag mindestens in der Z'-it vmiV Ehr vormitrl.g» bis (i Ehr nachmittags von jeder Arbeit, frei zu halten, oder esj ist ihm ff) jeweils in der darauffolgenden Woche der viillle Nachmittag c i nV - mindesten» an jedtjiu. W •hentage» frei zu ga-ben und ihm dritten Sonntag die Gelegenheit Zum Be-juch des Gottesdienste» ■ zu geben. Danach steht also nichts jm \Y dass in den unter 4b‘benannten Falle die am Snbbath geschloss Geschäfte den Saldi,athnaelimittag in Anrechnung bringen dürfen New-York im, Dezember. Die Zentralkonferenz der ameril •ge. neu k anischen Rabbiner bat in den Tagen vom ff—ti Atlgnst in Clewl&nd stattgelundeijf. Aus imm.reicFlen Verliaielliingsmaterial interessiert Ihre Ljser wohl vor. allein die Debatte über tleii Suhbatb. Das für die Behandlung dieser Frage eingesetzte Komitee wünschte, dass die liäus iclie Sabbatlifeier zu netten Ehren käme, wo mau sie bisher vernachlässigte und dass sie dortgefördert werde, wo* sie im Abnehmen begriffen, Die Versammlung ist für die festliche Ehrung des Sabbafbs am Freitagabend in den- Wohnhäusern. Es durfte dabei weder der Kiddusch,' noch die alte-Sabbatfrcudigket fehlen, tytd der Segen iles- Vaters muss auf| den Kindern und auf der ganzen versammelten Familie ruhen. -Die Geschäftsleute sollep ersucht werd.en; j den Sabhath einznhalton; ebenso sollen die QCmeinden gebeten wejrden, bei ihren leitenden Mitgliedern und besonders hei ihren Bevollmächtigten auf strenge Beobachtung <les Sabbat li zu sehen. Die Mitglieder der Sonutagsschuleu müssen den Sabhath enthalten, damit sie Kinder nicht nur durch ihr Gebot, sondern auch durch ihr Beispiel erziehen. Jüdische Privatscbuleu dürfen am Sabbath sowie an jüdischen Feiertagen keine Sitznagen abhalten. Auch muss dafür gesorgt werden, dass der Sabbatbgottcsdipnst im Sommer keine Unterbrechung erleide; \ . x

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