Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- 1 (1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Der Sabbath. hule» wurden. I»er Ingenieur H. hat am 4. September 19.»1 ge+ beten, den Termin zu verschieben, da am *23. September eiri strenger jüdischer Feiertag sei. der ihn am Erscheinen verhindere] .and am 19. September 1901 ersucht, ihn von deju Erscheinen in dem 'Termin zu dispensieren, da er jüdischer Konfession und den "2H. -September der Versöhnungstag sei. an welchem er nach jüdischem Keligionsgesetz dauernd in der Synagoge verbleiben •müsse, ist alter durch die Verfügungen des VorsitzemU'n iles I’ritees'gerichtes Vom lti. und "2*>. Septemlier 1901. abschlägig }>Pschienen worden, ln dem Termine am "23. September lditi ist dei Zeugt1 nicht erschienen- und er ist deshalb durch l>e~chniss de l'rozeasgcriehis vom selben Tage in die durch sein Ausbleibe . entstandenen Kosten, sowie zu einer Geldstrafe von TI Mk. um im l uv. rtuögeiisfalle zu ilrei Tagen Haft verurteilt worden.. HF g. gell ifiesen Re-cblu" erhobene UeschwerdeMst begründet. l>e' ■ r.e., rnverdefuhrer macht geltend, dass der \ ers.dtnungstag dal ■grösste judi-elie Fest sei und das» diese« von ihm als str.-magiaübigon orthodoxem’.luden in der strengsten Form. gefeiert werde.'und hat vine I« scheiniguug des Klägers vom 17/ Septemlier 19 >1. beigebracht, worin dieser erklärt. da«.d er deju Beschwerdeführer sei» Kitiverständuis dazu gegeU-a halte, dassletzterer von then .Termine dispensiert werde. Zwar gelnirt der jüdische V.rs'l.linuiigstag nicht zu den g-.-»etzlichen Feiertagen. Aber dadurch Wird ikeht gehnnli rt. te.m l m«t.iiid'-. dä-« dieser Tag eines der höchsten jüdisch tt Feste i»t und von strengen Juden besonder' - geieiert wird, ’ Rechnung zu trug.-ii. Ks kamt einem Zeugen jiidi-eheir 1'Liuo n». 'brau» religio»en Rücksichten Ileib-nketi trägt, ,.'i dem \ •<!*','hu:tiig»;:tge weltliche Geschäfte yurzunehtiieu. nicht \~ lacht w.,T'l' ii. «i'-is an diesem Tage-, nicht al« Zeug - ri-rnehtueii za lassen. 11 ■!' I: '■•liwec-lefulir-.-r Im’ r--htz-tit:g vodem lbvveistermin gebeten, ihn von ■ i■ ,u Erscheinen in die«, m Termiti •zu entbinden, und e» um»« nach l.ige 'b-r Sarlie sein Ausbleiben nm »o no hr -7« ent«- iinldigt g.!:• ei. al« der Kläger nachträglich «ein F.in>er»t i i'l'i'- dazu, da»» der Ic_-«chwerdefulirl*r von dem ,, Erscheinen in dem gedachri-n Termin di'peii'ier; wi-rd* , geg -bep und die saejie «eilet eine hesonderc Iiesehleunigung Ilicill .-rfiirde ii-j). I» angefot-nr.-tiilie-eli;U" war daher äufziihebcii. Di-] Iv.M-n de« Ii. «.-hwerdeverf 'ir. ii« waren s-i'i"i-r Ansatz zu la"eiij _?'/» dei! etl! -l/ll II I terielH»Kosr.t|-< ,e»etze». V gvz. Le ig.ül. Kluge. 'KniScheidung <1*-^ preuss. KommiTtrerirhts im Dezemlie j'Ji'l l't-tr. Hi»; Macht des Vormunds in religiösen Dingen 1 i Kntweihmig des SabiutJist. 'i. lnjfil.iige Toehter .aHe» verstorbenen judi-clo n Kauf- - ..rt!io.ll. v.-r l!i.;h itng wir mit i ienelimignng ihr.' \’..rnnn. -i« Hamllung-g-hi! :*• i 1-iiiin Kaulmann in Frankfurt a. M. ei:..- :. i ' - ii. .Vo-hri.agii.-i z.og aller .1 r Voi-inund?’ al« er'hörte, i.is- ||.. t -eiliaalicll.l« gi afln-io-t Itll'l allel: »ein .Muii.lel dazu ver- . .ii'«--.; oi.r.b . di- Mrniäeh’iguag zurir.-k ti'i.l fordern da« Mündel : i.l. 'ii •'l.-ISiing ,. Kjmdlg. :i.. Aiiit-gi rieht und Landgi ruht »tai'len a'ir s.äten de» Vormund- und' wo »en den Anrmg •de» M ii'leis zuraes.' itag. g. a ga ■ -das KaMimergerielit auf die weirere lie-cii« o-- Mn.eie!» .lern Anträge -tatt. indem es ' au»»pr ieh, .|i( _: :i -rl s-img der sabbathariieir häng.- lediglich vd'ii .1/1 .»;'■ Illing .ii « Kinze.ueii ab. die er zu den Ritual-Vorschrift. :i --.ai r Ii. ligioi! i iunehme, und dä da» Mandel nach »einer, Aiig-'i.. m linzii imng" auf die sabbathheiligung den Vorschriften der j eli'.-hi ii Religion lroi.-r g -genulierstehe und «ich in seinem ’a.-i-. —; i," duivli Verriehtung - mi Arbeit am Sabbatji nicht Indräng: luhi -, .»• i d'-r Vomiiiii 1 nicht lierechtigt. das Mimdel zu -tiiri-n und e« zur Kitiiialiiiie eines anderen .Standpunkte« zu zwingen, i.estntte da« liese z dem Kinde von 11 .1.ihren sehoii die i ig. ne Wahl de« 1 ii:an.-n-bekeüntnisses. so mu.-'e ein Kind , diese- Alters und erst gar ein erwachsenes Mädchen Von 19 Jahren itnrli lierechtigt «ein. «ich eigenmächtig dafür zu ent- .sCheiib ii, ob e« iikierhalj. «einer Iteiigiou einer freieren oder strengeren An-ch’miung in li.-zng auf ' blosse Uitiialvorschriften huldigen und diese betätigen wüL Auch der eigene Vater wäre nach dem t o-setze nicht mehr lierechtigt. dem Kinde in diesem Alter Vjir-ehrifteii über seine Religion und seinen Glauben zu inachcn. er könne e« zur liefolguug religiöser Kinialvi»r«chriften uielit tin-hr zwingen, -sei dies aber selbst , dem. Vater nicht geslutti t. so könne er«t gar der Vormund dem erwadliseiien Mündel •’ in dit.ser HeZiehung keine Vorschriften machen. ein Stillstand im Geschäft eintrete, hat das Ober-Landesgericht diese Auffassung nicht geteilt, wenngleich es in der Klagesache selbst, um die es sich djibei handelte, aus anderen Gründen zu dem gleichen Fachurteil jgelan^te. Oer Fall lag folgendermassen: Ein junger Mann, der zu]r Vertretung des Chefs nicht befugt war, hatte am Freitag Abenjd, ais der letztere das Geschäftslokal bereits verlassen hatte, l auf Grund einer eiulaufenden Depesche ein Geschäft perfektioniej-t. Als Sonntag Morgen der Ueschäfts-’ inhalier davon erfuhr, war er ungehalten und machte dem Kommis Vorhaltungen, schrieb über unter Darlegung des Sachverhalts erst am Montag, dass er die Abmachung, die sein nicht vertretpngsberechtigter Kummis eigenmächtig vorgenoinmen habe, als rechtsiinverbindlich jbetrachten müsse. Es kam zur Klage: Da.« Landgericht verurteilte ihn unter der oben angegebenen Hegriuuliing, da» t tber-Laidesgericht a.ber teilte diese-jedoch nicht. und gelangte zur Veru i ie-cliäftsiiihaber es v i a n g l e r K e tt n t n i; Vormittag, »einem Kotit er»t •_’+ Stsimleii später schäftsinhabers, auch;i ist somit nicht statuiert teilung nur aus dem Grunde, weil der ‘rabsäumt hatte, sofort nach erder Abmachung, also am Sonntag ahenten die Mitteilung zu machen, die er iWandte. Eine l’tiicht des jüdischen Gern'Sonnabend eine Vertretung zu haben, Bayerische Schulgesetzgebung. l. .Kiitschliessung des k. Htaatsininisteriums des Innern vom 31. Mai 183«!. Nr. ll.jl'7. 7 i Seine Majestät (ler König haben unter Aufhebung der generalisierten Ministeriileiitschliessung vom lti. September lSSö 12177 i Döli. VI. >. l.Vijund 17)15», den Vollzug des $ ’28 im Edikte über die Verhältnisse jder israelitischen Glaubensgenossen vom ln. Juni 1S12 bezüglich! der Teilnahme der israelitischen Schüler an den schriftliejieit Seljularbeiten am Sabbath betr., allerhöchst za befehlen geruht, iiaj>.« die Lehrstuudeuordnuiig an den öttentliclien Schulen und Lela».instajten, welche von Schülern und Zog/ liugi n' israelitischer Kelpgion hesuciit werden, allenthallmn in der Art geregelt werden, damit kein Zwang gegen solche Schüler und Zöglinge zur l'ebertrijtimg des Verbotes ihres Ceremonialgegesetzes, atu Sabbath Au, schreiben, statttinde und dass hierauf bezügliche Keklumationjrn beseitigt blejkaj. Die k. Ilegierung, Kammer desJTnnern, hat hiernach das Geeignete zu veHiigen. CAus Heimberger, die sta.ijtskirchenrechtliciie-Stellung der Israeliten in Uiavern, Seite 77.) r | - München, 19. Januar 1SS7. Nr. 84Ö1. Kgl. bayerisches Staatsministerium des Innern für Kirchenjnnd Schulangelegenheiten. Betretf: Scliitldispensje der israelitischen Schüler an Sabbathen unjtl israelitischen Festtagen. Auf den Antrag itimlirerer Rabbiner des Königreiches sieht «ich da.« unterfertigte! Kgl. staatsininistcrium veranlasst, .entsprechend der in einzriju n Fällen bereits wiederholt ergangenen Entscheidung, uuumehrj die allgemeine Anordnung zu treffen, dass die israelitischen öcliijler der humanistischen und technischen Mittelschulen an den .^ihbatkcu und israelitisehen Festtagen vom Schulbesuch zu dispensieren sind, soferu von.Seite der Eltern derselben oder deren Stellvertreter ein besonderer Antrag hierauf bei den betreffenden Kgl. Rektoraten gestellt wird. Die Beteiligten sind jedoch darauf aufmerksam zu machen, dass ein Nachholeu des ai» solchen Tagen durckgenommenen Unterricktspensums in der Schule nicht statttindet, und dass daher den israelitischen Schülern die Ausfüllung der auf diese Weise in ihrem I nt.-rrichte entstehenden Lucken selbst überlassen werden muss. (gez.) Dr. Ereilt, v. Lutz Der Generalsekretär Ministerialrat (gez.) Dr. v. Gieltrl. , Ali die sämtlichen Real-Gymnasien und der der isolierten Lateiuschul (Mitteil, des Herrn Dist Kgl. Rektorate der humanistischen und Realschulen, dann an die Kgl. Subrektorate n. riktsrabhiners Dr. M a n n es-Sckwabach ) Entscheidung des t )ber-K.uidesgerichts in Hamburg betr. Geschäftsvertretung am Sabbath. Di*- Frage, ob ein jüdischer Geschäftsinhaber die Ver- I lliehtung habe, in seinem Kontoranch am Sabbath eine Vertretung zu haben, hat die Hamburger Gerichte im Jahre J9<>1 beschäftigt. \\ ähreud das Landgericht daselbst die Meinung statuierte: ein ordnungsmijssig betriebenes kaufmännisches Geschäft erfordere, dass ' nicht einfach-in der Zeit von Freitag Abend'bis Montag Morgen j I Berlin. 17. Januar.j Zu dem- Kapitel Gerichtliche Entj sehe id uugen, folgenden Beitrag: Im Juni 1890 war ich, damals noch Landarzt, in ciuerj Strafsache ais Sachverständiger auf einen 'Sabbath vor das Landgericht 11 geladen. Ich schrieb, dass ich, da ich am Samstag nicht! reise, zwei Tage meiner Praxis fern bleiben müsste und bat, .in hufuaner Auslegung des § 193 abs. 3 C-P-0* um Verlegung des Terijiins. Darauf erfolgte die telegraphische