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Das Morgenland · 1843-10-01 · 10 (10.1843) · p. Seite 312

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Journal
Das Morgenland
Volume
6 (1843)
Issue
10 (10.1843)
Date
1843-10-01
Page
Seite 312 (sequence 24)
Language
German
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313 Stand der Dinge im Morgenlande solle. Am 23. December langte der russische General, Baron Lieven in außerordentlicher Sendung in Konstantinopel an, und betrieb die Forderungen seines Gebieters, des Kaisers. Es war leicht zu sagen, die Pforte müsse, das, was sie in Serbien gethan oder wenigstens durch ihre Leute begünstigt, nur ohne weiters wieder rückgängig machen. Aber dagegen wußte die türkische Regierung Einwendungen vorzubringen, die auch nicht ganz zu verachten waren, und in denen fix, zum Theil wenigstens, von einigen europäischen Mächten unterstützt wurde. Es ließ sich nämlich Nachweisen, daß wenn die Pforte den Versuch machen würde, dem russischen Ansinnen zu willfahren, dadurch ihr Ansehen vor ihren eigenen Unterthanen bedeutend müßte herabgesetzt werden, was denn doch die Absicht einer befreundeten Macht gegen eine andere nicht sein kann. Besonders die. christlichen Bewohner der türkischen Nordprovinzcn, welche nur mühsam in einem zweifelhaften Gehorsam gegen die Pforte erhalten werden, hätten aus einem unbedingten Nachgeben der letzter» Macht gegen Rußland den Schluß ziehen müssen, daß bereits die türkische Regierung dahin gebracht sei, sich von der russischen in ihren eigenen Maßregeln müssen meistern zu lassen. Daraus aber, äußerte die Pforte, konnten für die öffentliche Ruhe und den Frieden von Europa die bedenklichsten Folgen hervorgehen, denn man müßte die längst gefürchtete allgemeine Schilderhebung der Christen in den nordwestlichen Provinzen als vor der Thüre erblicken. Aber wenn man auch über dieses alles hinwegsehcn wollte, so sei die Ausführung der Sache in Serbien selber kaum möglich, wenigstens nicht ohne Blutvergießen und Bürgerkrieg. Die neue Partei werde nicht gutwillig weichen, die alte werde Anstrengungen machen, und der Pforte selber könne doch nicht zugemuthet wer-

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