Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 10 (10.1843)
- Date
- 1843-10-01
- Page
- Seite 311 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Stand der Dinge,m Morgenlande. zu heitskämpfen errungenen Vortheile muthwillig auf und den Türken preis. Eine sogenannte Nationalversammlung, ein Haufe Menschen, welcher sich anmaaßte als "Nation« zu handeln, ernannte einen neuen Fürste« in der Person des Alexander Georgiewitsch. Dieser ist ein Sohn des Czerny-Georg, geboren im Jahre 1806 und in Rußland erzogen. Die Pforte beeilte sich, seine Fürstenwürde anzuerkennen, und am 4. November wurde er mit großem Pomp installirt. In frühem Zeiten würde eine solche Regierungsveründerung an den Ufern der Donau und in den waldigen Bergen Serbiens von keiner Wichtigkeit gewesen sein für das übrige Europa. Jetzt ist es anders. Serbien, ein christliches Land, voll Kräfte der Natur und der menschlichen Intelligenz, aufstrebend und einer reichen Zukunft mtgegensehend, — Serbien, ein Gränzland der Donau und ein Nachbar Oesterreichs, hat in der letzten Zeit eine große Bedeutung gewonnen. Es war daher wohl zu begreifen, daß die Pforte es zuträglich fand, ohne Schwertstreich eine verlorene Provinz so gut als wieder zu erobern. Aber es entstand die emstliche Frage, waS nun die europäischen Großmächte zu dem unerwarteten, türkischm Gewaltstreiche sagen würden, und besonders wie Rußland, welchem nach den bestehenden Verträgen ein gewisses Schutzrecht über Serbien zukommt, diese Sache ansehen werde. Bald vcmahm man auch, daß Rußland gegen die Vorgänge in Serbien einen ernstlichen Protest cinlege, und geradezu verlange, daß das Geschehene ungeschehen gemacht, der neue Fürst Alexander Georgiewitsch von der Pforte wieder abgcsetzt und dagegen dem vorigen, Michael, seine verlorene Würde zurückgegcben werden