Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 10 (10.1843)
- Date
- 1843-10-01
- Page
- Seite 304 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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304 Di« Xrennung im Reich« 3»ru«|. dasselbe aus der Verbannung in Babel nach dem Lande der Väter zurückführte, eS als Nation unter dem Scepter der Perser und der seleucidische» Syrer aufrecht er, hielt und selbst jetzt noch, nach dem Untergang des Tempels und dem Verluste der Heimath die überlebenden Reste bewahrt, sich selbst aufzugebe» und sich in den Fluthen des Völkcrmceres als ein fallender Tropfen zu verlieren. So viel wirkte der Glaube an den verheißenen Messias bei dem Stamme Juda und de» Juden im engern Sinne des Worts. Die Israeliten hingegen vom Reiche Ephraim leisteten Verzicht auf diese Hoffnung durch ihren Abfall, und ihre weitere Geschichte beweist, wie sehr sie dadurch auf alle künftigeü Zeiten sich geschadet haben. — Merkwürdig ist übrigens, daß der Dienst des Kalbes noch nicht vergessen ist in dem Gebirge, an dessen Fuß daS Stierbild einst st-ind. Joseph von Hammer schreibt in den Wiener Jahrbücher» der Literatur (Bd. 50, Jahrgang 1830, S. 57): »Eigcnthümlich ist der Kopfschmuck drusischer Frauen. Sie tragen zwanzig Zoll langc Horner, vergoldet, versilbert, manchmal aus massivem Silber oder spiegelndem Erz. Diese Sitte steht vielleicht in inniger Verbindung mit den Hörnern des angebeteten Kalbes, dessen Verehrung durch Denkmale bezeugt ist, wiewohl Religionsschriften der Drusen, diese von der Verehrung des Kalbes rein waschen und dieselbe nur den NossairiS anschuldigen wollen.« — Auch aus dem Zeugnisse anderer, umsichtiger Reisenden ergibt es sich, daß die alte Nachricht, es sei bei den Drusen noch ein Rest des Stierdienstes vorhanden, welche man eine Zeitlang wieder in Zweifel zog, doch nicht ungegründet ist, und die Drusen als heiliges Symbol ein kleines goldenes Kalb aufbewahren, bei gewissen, seltenen Gelegenheiten «S hervorholen und verehren, übrigens aber, wie mit