Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 10 (10.1843)
- Date
- 1843-10-01
- Page
- Seite 301 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Ci* Trennung im Reich» Israel 301 Jerobeam knüpfte seine zwei Standbilder an zwei, durch alte Erinnerungen im Glauben des Volkes gehe,, ligte Stellen. Dan, am Fuße des Libanon, bei den Quellen des Jordan, in schönem Thale gelegen, war seit den Zeiten Micha's durch mehrere Jahrhunderte ein altberühmter Wallfahrtsort. Bethel, auf dem Kamm des Höhenzuges liegend, eigentlich zu dem Stamme Benjamin gehörend, jetzt aber von der südlichen Grenze des Reiches Ephraims eingeschlossen, war schon durch ein Denkmal und einen Altar des Altvaters Jakob (1 Mos. 23, 18. 19, und 35, 7.1 geheiligt. Jndeß ist wohl "die alte Erinnerung an die Bedeutung des Ortes nicht die einzige Ursache gewesen, wrßhalb Jerobeam gerade nach Bethel eines seiner goldenen Kälber verlegte. Die Nähe von Jerusalem ist ohne Zweifel mitberücksichtigt worden und die Absicht hat obgcwaltet den etwa nach Zion pilgernden Bewohner des ephraimitischen Reiches noch am Thore des Landes, in Bethel, aufjiihalten durch die Gelegenheit und die Verlockung des neuen Bilderdienstes. Auch sollte Niemand sagen können, er habe einen nähern Weg nach Zion als nach einem von Jerobeam aufgerichteten Heiligthum. Letzterer erreichte seine Absicht vollständig und die Bewohner seines Reiches lösten sich ab von der Gemeinschaft der Verehrung Gottes in seinem Tempel zu Jerusalem. Jerobeams Zweck war ein bloß politischer, und derselbe hätte erreicht werden können. lichen Ginne de« Worte« hat aber weder Gideon noch Micha verehrt; e« handelt sich nur um eigenmächtig» bildlich» und symbolische Zuthaten, um den Dienst de« unsichtbaren Gotte« populär ru machen und in die Sichtbarkeit ju rücken. Demselben Irrthum begegnen wir auch auf christlichem Gebiete in der katholischen Kirche, nur daß letzter« keine Thiersymbole zuläßt, sondern bloß Menschenbilder vrrehrt.