Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 10 (10.1843)
- Date
- 1843-10-01
- Page
- Seite 300 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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300 vir Lrennung im Reiche Z«rarl. dem neuen Reiche Ephraim selbst und der fortwährend wiederholte Ausruf von dessen Geschichtschreibern lautet wie ein Fluch, nachgeklagt jedem seiner Könige: »und er ließ nicht von der Sünde Jerobeams, de- Sohnes Nebat." Um übrigens die Trennung Ephraims von Juda vollständig zu würdigen, bedarf es einer, wenn auch nur übersichtlichen Erwähnung ihrer wichtigsten Folgen. Die ersten und auffallendsten betrafen den Gottesdienst. Jerobeam befürchtete, seine Unterthanen möchten beim regelmäßigen Besuch des Tempels und der Opfer in Jerusalem von ihm und seiner Sache abwendig werden und dem Hause David wieder zufallen. Er berieth sich also mit seinen Anhängern und es wurde beschlossen, zwei goldene Stierkälber aufzustellen, das eine zu Dan, das andere zu Bethel. Zwar hatte Mose schon zu seiner Zeit wider die Errichtung und Verehrung eineS solchen Bildes geeifert, aber die Neigung zur bildlichen Verehrung GotteS blieb immer in den Gemüthern, und es scheint als ob besonders in den nördlichen Landestheilen, unter den kleinern Stämmen ein solcher' falscher Gottesdienst dem Volke beliebt gewesen. Die Geschichte von Gideon, der einen bildlichen Gottesdienst in seiner Vaterstadt einführte lRicht. 8, 27.) und von Micha, welchem nachher die auswandernden Danitrr sein Bild entführten (Nicht. 17. und 18.), dient als Beweis. Man begreift auch leicht, daß bei der stolzen Abgeschlossenheit Ephraims, in dessen Gebiet Silo mit der Stiftöhütte lag, die kleinern Stämme lieber ein besonders Heiligthum für sich errichteten, wobei dir alteingewurzelte Neigung zum Bilderdienste, namentlich des jungen Stiers, nicht ermangeln konnte hervorzntreten. *) *) In den oben angeführten Stellen bedient sich dir Luthrr'sch« Urbrrsrtzung de« Worte« Abgott. Einen Abgott im eigrnt