Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 10 (10.1843)
- Date
- 1843-10-01
- Page
- Seite 296 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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rv« v>« Trennung >m Reiche Ztrael. leiten, so kannte er seine Lage zu gut, alS daß er müsslger Zuschauer hätte bleiben sollen bei den Schritten des alten Ministers. Der Königsthron oder der Tod auf dem Blutgerüste stand auf dem Spiel. Gewissenhaftigkeit war seine Tugend ohnehin nicht und Dankbarkeit eben so wenig, vielmehr regt sie im Gemüth des Unredlichen peinliche Gefühle auf, deren er sich »m jeden Preis entschlagen möchte. Unverzüglich vertheilte er seine Anhänger unter die versammelten Haufen und ließ durch sie verbreiten: Rehabeam wolle schon jetzt seine Drohung verwirklichen, sende er doch den obersten Aufseher der Auflagen und Frohnen! das sei der Mann, der Israel seit viAen Jahren gedrückt, und dessen sich Salomo als williges Werkzeug bedient habe, die Nation zu unterdrücken. Zwar habe Adoram den Ruf eines wohlwollenden ManneS bisher genossen, aber Fürftengnnst gelte ihm höher alS Volksglück. Jetzt komme er, dem Volke, das seine Fesseln sprenge, mit alter Schlauheit neue zu schmieden. Weil man sich verrechnet, gebe man freundliche Worte, aber die wahre Gesinnung habe der König schon klar und unumwunden in seiner Antwort ansgesprochen; es bedürfe nun keiner Künste mehr. AlS Adoram das Volk begütigend anzureden versuchte, so vermochte die gealterte Stimme die gährenden Haufen nicht mehr zu übertönen. Immer lauter wurden die unter der Menge vertheiltcn Anhänger Jerobeams, immer tobender schrie das anfgewiegrlte Volk; Steine wurden geschleudert und das weiße Haupt Adorams sank mit Blut bedeckt zur Erde. — Es lag in JerobeamS Interesse, daß cS also ging. Der Mann von großem Einflüsse mußte fallen, der Riß gewaltsam gemacht werden, Blut fließen und zwar vom Volke selbst vergossen, damit daS letzte Band vernichtet fei, das noch zu dem äuge«