Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 10 (10.1843)
- Date
- 1843-10-01
- Page
- Seite 295 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Oi« Trennung im Reicht 3sra«I. 8»5 den Uebertritt Vieler ins feindliche Lager. Mancher Beamte, unter den nördlichen Stämmen wohnend, der seine Stelle in der Heimath nicht mit einer ungewissen Zukunft im Dienste des Stammes Juda vertauschen wollte, schlug sich nun, des AuSgangS gewiß, auf die Seite des Volks, zu dem ihn Gesinnung und Verwandtschaft zog, mochte er sich auch bisher leidend verhalten oder sogar Anhänglichkeit an den König vorgegeben haben, so lange der Erfolg schwankte. Um einzulenken, sandte der enttäuschte König Adoram oder Adoniram ans Volk, einen der ältesten Diener seines Vaters, der die Verwaltung der Staatseinkünfte, Abgaben und Frohnden unter sich hatte, ein Amt, zu dem er schon in Davids letzten Regierungsjahren gelangt war. Diese Sendung sollte vermitteln und besänftigen. Der König hoffte, die Rede des greisen Ministers werde Eingang finden. Von ihm, der bald fünfzig Jahre eine der ersten Stellen des Reichs bekleidete, war vermuthlich der Rath ausgegangen, dem Volke nachzugeben, und dieser Umstand mochte unter dem Volk bekannt geworden sein. Der Ministet selbst konnte seinem bisherigen Einflüsse etwas zutrauen; mit Vielen war er befreundet, so Manchem hatte er gedient, so Manche zu Stellen befördert; Jerobeam selbst war einst sein Untergebener gewesen, durch seine Vermittlung gestiegen und hatte jene bedeutende Stellung als Oberaufseher der Fröhner von Ephraim und Manaffe bei dem Bau der Burg Millo in Jerusalem zunächst ihm zu danken, der den jungen fähigen Mann bemerkt und dem König zur Beförderung an. empfohlen hatte; darum zählte er auf Dankbarkeit — aber Rehabeam so gut als Adoram verrechneten sich. Als Jerobeam den Adoram, seines früher» Einflusses sich bewußt, kommen sah, »m die Vermittlung einzu-