Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 9 (9.1843)
- Date
- 1843-09-01
- Page
- Seite 266 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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26« Di« Trennung im Reich« Israel. und dehnt« die Fahrten seiner Handelsflotte» bis nach Vphir (wahrscheinlich Indien) aus. Aber dieser Handel, Vorrecht der Krone, bereicherte nur Wenige, verderbte aber das Volk durch Gewöhnung an bisher unbekannte Bedürfnisse. Dasselbe gilt auch von jener Handelsgesellschaft, an deren Spitze Salomo stand, und welche die Pfcrdelicferungen aus Aegypten zu den syrischen Fürsten besorgte. (1 Kön. 10, 28. 29.). Durch den Verkehr, den -dadurch Salomo zwischen seinen Israeliten und den phönicischen Kaufleuten, Seefahrern, Baumeistern und Künstlern hervorn'ef, entwickelten sich politische Erkenntnisse, deren Verbreitung der salomonischen Staatsverwaltung nur nachtheilig sein konnten. Letztere war unumschränkt und so eingerichtet, daß dem Volke selbst an dem Staatsleben wenig Antheil blieb, hingegen nicht nur alle Macht, sondern auch alle Möglichkeit zu Thätigkeit und Unternehmungen Vorrecht der Krone war; Salomo war reich, aber nicht eigentlich die ISraeliten zu Salomos Zeit; Salomo machte große Handelsgeschäfte, aber nicht seine Israeliten. Ganz anders war es in den phönicischen und philistäischen Seestädten. Diese genossen unter der Verwaltung alter, vornehmer Geschlechter einer größer« oder mindern politt'schen Freiheit. Zeugniß hiefür geben auch die Pflanzstädte der Phönicier und der Philister in Griechenland und Afrika, namentlich das reiche Karthago. Gegen diese freiere Entwicklung des BürgerlebenS stach der Zustand deö israelitischen Reiches sehr ab, wo alle Fäden der Rational- Thätigkeit nur in der Person deS Salomo zusammenliefen, und von einer selbständigen Bewegung und Entfaltung der bürgerlichen Kräfte keine Rede sein durfte. Hatten die ISraeliten früher die Nachtheile erfahren, welche im Gefolge eines aufgelösten bürgerlichen Zustandes gehen,