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Das Morgenland · 1843-08-01 · 8 (8.1843) · p. Seite 240

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Journal
Das Morgenland
Volume
6 (1843)
Issue
8 (8.1843)
Date
1843-08-01
Page
Seite 240 (sequence 16)
Language
German
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940 Di» Sttform der Iud«a. aldie chn'stliche Kirche diese Bücher — unsere Apokryphen — anfing zur Bibel zu zählen/ ließen die Juden die hebräischen oder chaldäischen Originale untergehen/ um sich ja vor de« Kehler zu bewahren in den die chn'stliche Kirche durch Überschätzung der Apokryphen gefallen war. Erst im langen Laufe der Jahrhunderte gelang eS der rabbinischen Hierarchie/ da- Buch deS Thalmud zu vergöttern und daraus eine zweite oder Gegen «Bibel zu machen. Wenn aber die Israeliten älterer Zeit zwischen göttlichem/ prophetischem Wott und menschlicher Meinung den Unterschied so richtig zu fassen und konsequent festzuhalten wußten, warum sollen die Israeliten heutiger Zeit nicht dasselbe thun können? Warum sollm sie in denselben Fehler gerathen, dem wir so viele römische Katholiken anheimfallen sehen? Es ist etwas häufig vorkommrndes, daß Glieder der römischen Kirche eine Einsicht bekommen in das Richtige und Willkürliche so vieler Satzungen und Behauptungen ihrer Eonfession, aber selten geschieht es, daß sie dann zu unterscheiden lernen zwischen der echten, alten Grundlage und den späten» priesterlichen Verunstaltungen. Meistens bleibt ihnen Ehn'stenthum und römisches Kirchenthum, wie man es ihnen von Kindheit an als Eins beigebracht hat, auch später noch in der Seele als Eins haften, und sehen sie sich veranlaßt, die kirchlichen Jrrthümer als solche innerlich zu verwerfen, so geben sie die evangelische« Wahrheiten — die doch mit jenen nichtgemein haben — ebenfalls auf und verfallen in einen haltlosen Unglauben, der zunächst darin seine unglückliche Ursache hat, daß sie in der «Religio»" die Priestersatzung und Gotte- Wott selbst noch bei gtteiftem Anstande in Einvermengt hielten.

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