Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 8 (8.1843)
- Date
- 1843-08-01
- Page
- Seite 241 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Reform krr Juden. »»I Ein Gleiches findet sich nur allzu häufig bei den Juden. Wenn Bildung und Nachdenken, wie es denn nicht anders sein kann, sie überzeugt haben, daß daS thalmudisch-rabbinische Judenthum nicht die göttlich gegebene Form reiner Heilserkenntniß und gottseligen Lebens ist, so geschieht nicht, waS unS das Nächstliegende zu sein scheint: nämlich von der Schale zum Kern zu dringen, — sondern gewöhnlich geben sie mit dem Thal« mudismuS daS Judenthum und mit diesem den Glauben an eine göttliche Offenbarung gänzlich auf. Wir, die wir gewohnt sind die Bibel ohne Thalmud zu lesen, und die wir das deutliche Bewußtsein haben, wie sehr der Geist des einen Buchs von dem des andexn verschieden ist, — wir finden es schwer zu begreifen, warum ein Jsraelite, wenn die thalmudischen Satzungen und die rabbinischen Spitzfindigkeiten ihm in ihrer Richtigkeit klar geworden sind, nicht sofort das Gesetz und die Prophe, ten nebst den Psalmen zur Hand nimmt und mit auf, merksamem Sinne liest und forscht. Er müßte nothwendig die Entdeckung machen mit welcher Würde die Schrift von Gott spricht, und wie unwürdig dagegen die thalmudischen Vorstellungen in dieser Beziehung sind; er würde sehen auf welch reiner Grundlage die bibli, schen Begriffe von gut und bös und heilig und unheilig ruhen, und wie verkehrt und unsittlich mitunter der Thalmud ist; er würde tief ergriffen werden von der uuverdienten Gnade welche Gott dem Abraham bis inS tausendste Geschlecht zugesagt, und erschüttert von der barmherzigen Gerechtigkeit GotteS, nach welcher alle Urberttetnngen deS Volkes aufs schärfste geahndtt wer, den, ohne daß doch eine einzige der-Verheißungen je zu Boden gefallen ist, während der Thalmud auf die unwürdigste Weise Gott darstellt als blind verlirbt in die SechUer Jahr, 18