Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 8 (8.1843)
- Date
- 1843-08-01
- Page
- Seite 228 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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338 Di» Reform der Juden. getränkt und genährt, sind viele derer, die im mosaischen Rrligionsverbande leben, zu der Ueberzeugung gekom, men, daß unter den praktischen Vorschriften, die an das heutige Judenthum geknüpft sind, die meisten auf menschlichen, zeitlich beschränkten Voraussetzungen beruhen. Während sie also mit Recht das Aeußerliche zum größten Theil als bedeutungslos, als geistig unberechtigt, ja zuweilen als einer geläuterten Gesittung unwürdig erkennen, schöpfen sie den innern Gehalt, die göttliche Wahrheit, die ein früheres Geschlecht in der Lehre fand, jetzt nur aus den Schätzen der Weisheit, die so viele große Geister aller Rationen gewonnen haben. So haben sich Tausende von der Theilnahme am thalmudisch« rabbinischen Judenthum innerlich losgesagt, und sind nur noch durch Gewöhnung, durch die Controlle des Staats, durch eine aus Familien - Empfindungen hervorgehende Anhänglichkeit äußerlich an die mosaische Religionsgemeinschaft gefesselt. Verderblich und unmoralisch ist dieser Zustand; denn so lang der Mensch in der Gesammtheit lebt, soll er äußerlich und praktisch nicht einen ganz andern darstellen als er innerlich ist". »Von diesen Gedanken bewegt, hat sich eine Anzahl deutscher Israeliten entschlossen, ihre Meinung über das Judenthum in seiner jetzigen Gestaltung durch eine öffentliche Erklärung auszusprechen, und von allen verwerfliche» Satzungen und verlebten Gebräuchen, die sie schon längst stillschweigend aufgegeben, nunmehr sich förmlich loszusagen ». Frägt sich nun aber wie viel soll aufgegeben und waS bleiben solle, welchedie Grundlage der neuen Glaubensgemeinschaft und die positiven Sätze seien zu denen sie sich bekennen will, so läßt uns da- Programm darüber ziemlich im Unklaren. ES äußert in dieser Be-