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Das Morgenland · 1843-07-01 · 7 (7.1843) · p. Seite 219

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Journal
Das Morgenland
Volume
6 (1843)
Issue
7 (7.1843)
Date
1843-07-01
Page
Seite 219 (sequence 27)
Language
German
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Die Reform brr Juden. »I» Thalmud ist kein theologisches Werk nach unfern Be, griffen. Er enthält vielmehr in buntester Ansammlung und Aufeinanderhäufung alles Wissen seiner Verfasser, worin nur dasselbe bestanden habe. Alles was sie über Gottesdienst, Sitte und Brauch, Recht und Gericht, Pflichten und Sünden zu sagen hatten, aber auch eine Summe von Lebensregeln, Klugheitsvorschriften, Sprüche der Weisen u. s. w. *), sodann ihre natnrgeschichtlichen, mathematischen, astronomischen Kenntnisse, selbst sinn« reiche oder auch abgeschmackte Fabeln, Mährchen, Räth, sel u. dgl., — Alles ist niedergelegt in dem Thalmud, dem großen Wissens« und Lehrbuche der jüdischen Nation. Ohne das mindeste System liegen da in regellosester Häufung zusammengcworfen die sämmtlichen Bestand, theile der früher» Ueberliefrrung und des später» Wissen-. Um aber durch dieses Buch ein Band zu gewinnen, daü die ganze Nation vereinige, und um den Rabbinen, welche nach demselben das Volk leiten, das nöthige An» sehen zu geben, hat müssen eine Lehre ersonnen werden durch welche der Thalmud geheiliget wird. Es wird daher behauptet, es gebe zwei göttliche Gesetze, ein schriftliches und ein mündliches. Beide seien auf dem Berge Sinai von Gott dem Mose geoffenbart worden. Das zur schriftlichen Abfassung bestimmte habe Mose niedergeschrieben und dieses bilde die Thorah (die fünf Bücher Mose), das mündliche Gesetz aber habe Mose den Aeltrsten mitgetheilt, diese den Propheten und diese den Gesetzlehrern nach der babylonischen Gefangenschaft, bis endlich dieses mündliche Gesetz auch sei schriftlich nie« *) Die meisten in tem apvkryphischen Buche Jesu« Girach entfallenen Autsprüche finken sich in tem Thalmud wiekrr, selbst einige Kleichnißreken Jesu stnt unter verankerten Na men in tenselben ubergegangen.

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