Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 6 (6.1843)
- Date
- 1843-06-01
- Page
- Seite 191 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Ararat. 101 absetzten, theilS in das Bett des Karasu wälztm. Diese Schlammströme begannen am 6. Juli, wiederholten sich dreimal, und sollen von unterirdischem Krachen begleitet gewesen sein. ES that mir leid, über diese zweite Katastrophe eine ganz genaue Schilderung nicht erhalten zu können. Ich konnte keinen zuverlässigen Augenzeugen finden, der die Stelle genau zu bestimmen vermochte, von welcher diese räthselhaften Schlammströme ausgegangen. Die wenigen überlebenden Bewohner Argnri's, welche den Ausbruch in der Rahe gesehen, hatten sich, eine Wiederholung der Katastrophe fürchtend, in die Ebene zurückgezogen, und die kurdischen Nomaden, welche auf die Nachricht der Zerstörung des reichen Dorfes herbeigeeilt waren, um aus den Trümmern das Kostbarste hervorzuholen, wurden während der Plünderung durch die herabstürzenden Schlammströme gttödtet. Lange blieb diese Gegend unzugänglich, denn die breiartige Thonerde bildete von der Höhe der Schlucht bis weit hinab in die Ebene einen Ungeheuern Morast, so weich und so tief, daß selbst Vögel sich nicht hieher wagten, bis die Masse allmählig zu trocknen begann, und in eine feine hellbläuliche Erde sich verwandelte. Es ist sehr wahrscheinlich, daß diese Masse auzerriebenem Trachyt unter Einwirkung der Dämpfe entstand, und gleich der Moya, welche mehrere Vulkane in Quito au-werfen, hauptsächlich auS Kieselerde und Thonerde besteht, dm wesentlichstm Bestandtheilen de- TrachytS. Darüber kann freilich erst eine chemische Analyse sichem Aufschluß geben. Der größte Theil der Zeit meines Aufenthaltauf dem Ararat war der Besichtigung der Gegend gewidmet, über welche der Steinausbruch und die Schlammströme ihre Verheerungen verbreitet hatten. Die ausgeworfenen