Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 6 (6.1843)
- Date
- 1843-06-01
- Page
- Seite 171 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Prophet Haggai. 171 daran gewendeten GoldeS und Silbers? Endlich was hat überhaupt dieser Tempel für eine Bedeutung in der Mitte einer kleinen Colonie zurückgekehrter jüdischer Anbauer? Wie wird er so dürftig ausgestattet sein? Wie traurig sind die freudigsten Feiertage, wenn keine versammelte, festliche Menge mit Lob und Jubel daherwogt! Kurz, nach den ersten Regungen des Eifers gewann wieder die Besorgniß Raum, man habe etwas unternommen zu dem cs noch nickt Zeit sei, und daS man entweder gar nicht oder doch nur verkümmert hinausführen werde. Auf diese Bedenken antwortete der Prophet in dieser zweiten Weissagung. Die Hauptstütze, die er den Zagenden gibt, ist die schon Cap. 1, 13. ausgesprochene göttliche Zusage: Ich bin mit euch (V. 5). Halten sie sich hieran fest, so sollen sie auch keinen Mangel leiden an den nöthigen HülsSmitteln deS Baues und der geziemenden Ausstattung desselben; denn (B. 9.) »mein ist das Silber und das Gold, spricht der HErr Zebaoth.» Auch wird das Volk nicht dürfen zagen und befürchten, daß dem neuen Tempel die Anerkennung und der zahlreiche Besuch fehlen werde*), . *) Diese Besorgniß hatte außer dem wat wir oben schon erwähnt noch einen besondern Grund in dem Umstande, daß dem neu zu errichtenden Tempel der wichtigste aller Gegenstände: die Bunde«labe mit dem Gnadenstuhl, von wo der HErr sich offenbarte, nebst den Tafeln de« Gesetze«, gänzlich fehlte. Vielleicht hatte man gehofft. e< «erde auf irgend eine Weise die verlorene Bunde«lade für den neuen Tempel wieder zur Hand gebracht werden, und da diese« al« unmöglich sich erwie«, so mag um so stärker die Bedenklichkeit erwacht sein, e« dürfte dieser Tempel al« nichtig und bedrutungllo« erscheinen, wenn da« Geräthe fehle um dessen willen hauptsächlich zuerst die Gtiftlhulte und hernach der salomonische Tempel war errichtet worden. — 2» allewege ist e« merkwürdig, daß der Prophet mit keinem Worte der Bun