Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 6 (6.1843)
- Date
- 1843-06-01
- Page
- Seite 170 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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170 — Der Prophet Haggai. worden — nichts andcrm zuzuschreiben hatten, als eben dieser ihrer Gleichgültigkeit, womit sie den Hauptzweck - ihrer Rückkehr aus den Augen verloren. Das Auftreten eines Propheten in ihrer Mitte machte Eindruck auf das Volk; es erwachte wie vom Schlafe und nach drei Wochen war man in voller Thätigkeit. *) (II.) Nachdem nun aber etwa vier Wochen hindurch das Werk des TempelbauS mit neuem Eifer war betrieben worden, erhielt Haggai den göttlichen Auftrag, die zweite, in seinem Buche uns aufbewahrte Weissagung auszusprechen (Cap. 2, 2—10). Obschon auch diese eigentlich an das Volk und seine zweifelmüthige Stimmung gerichtet ist, so wird doch in der Anrede wieder Serubabel, der Fürst, und Josua, der Hohepriester, genannt und ihnen das Wort zunächst zugewendet. Haggai sagt uns zwar nichts über die, in der Ge« , sinnung des Volkes und wohl auch seiner Führer liegende Veranlassung zu diesem Ausspruche, aber aus dem Inhalte des Gesagten ergibt sich, daß der Kleinmuth, nachdem ihn der erste, ncuerwachtc Eifer auf einige Wochen zurückgedrängt hatte, bald sich wieder geltend machte und die Frage erregte: Sind denn wir einem solchen Unternehmen gewachsen? Wo sollen alle die dazu nöthigen Mittel Herkommen? Und wenn wir auch daS Gebäude fertig bringen, wie wird eS so armselig erscheinen gegen dem ersten Tempel, der erbaut war mit Salomo'S Kunst und herrlich gemacht mit einer Fülle *) Diese Zeitangabe findet sich in dem ersten Der« de« 2. Cap., gehört aber »um Schluffe de« ». La», und man hat also ,u verbinden: Cap. l, >4.»daß ste kamen und arbeiteten am Hause de« HErrn Zebaoth ihre« Gotte« sLap. 2. t.s. am vierundiwanjigsten Tage de« sech«ten Monat« im »weiten Jahr de« Dariu«.»