Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 5 (5.1843)
- Date
- 1843-05-01
- Page
- Seite 156 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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156 Sine armenische Hochzeit in Damals. Zuerst wurden wir auf gewöhnliche Weise bewillkommt, dann brachte man uns Kaffee und lange Pfeifen, und während wir behaglich rauchten gieng der arme Bräutigam im Kreise herum und küßte allen die Hand, die nicht bei seinem Vater gewesen waren. Dann kamen vier Künstler, welche vom Brautvater gedungen waren, und beglückten uns mit mehrern Musikstücken, welche je» doch nicht besser waren als die früher». Uebrigens blieben wir hier nur kurze Zeit, weil der Hochzeitszug jetzt endlich in die Kirche ging. Im Hofe sahen wir eine Menge Menschen um einen weißen Zelter gedrängt, der, sehr reich geschirrt, für die Braut bestimmt war. Der Zug setzte sich in Bewegung, und nach dem Bräutigam kamen die Freunde der Braut und endlich sie selbst zu Pferde, umringt von einer Anzahl Frauen zu Fuß. Sie trug ein Kleid von weißer Seide mit goldgestickten Blumen, daS ihr bis an die Sohlen reichte. Auf dem Kopf hatte sie einen Ueberwurf von weißem Mouffelin und über diesem einen von rothem Atlas, welcher beinahe das ganze Gesicht bedeckte. Auf dem Kopf trug sie ein Barett von Holz, einem Soldaten-Tschako, den man oben abgerundet, nicht unähnlich. Diese sonderbare Bedeckung ließ kaum die Form eines menschlichen Kopfes erkennen. Wir brauchten eine halbe Stunde um zur Kirche zu gelangen, welche zu unserm Empfange bereit sein sollte, jedoch so schlecht erleuchtet war, daß der Blick kaum bis zur Kuppel dringen konnte. Diese wurde von acht hölzernen Säulen getragen. Links am Eingang war ein Bild des heiligen Georg, wie er den Drachen erlegt, und rechts die Thüre, welche ins Kloster führt. Wir traten vor den Hauptaltar, und nachdem man uns Stühle gebracht, konnten wir mit Muße das Innere der