Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 5 (5.1843)
- Date
- 1843-05-01
- Page
- Seite 155 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Sine armenische Kocht«it in vama-k. igg lich in Bewegung. Man sprach, lachte, erzählte, bis kurz darauf der Ceremonienmeister mit großen Schritten in die Mitte des Zimmers ttat und mit lauter Stimme verkündigte, daß es Zeit sei, die Braut zu holen und nach der Kirche zu führen. Alles erhob sich und ging vors Haus, um sich zu einem Zuge zusammenzureihen. Dieser begann mit einer Reihe Fackelttäger; dann kamen die Musik und die Sänger, hinter denen uns zu unserm großen Leidwesen der Ehrenplatz angewiesen wurde; sodann die übrigen Gäste und endlich unter den Dienern der Bräutigam. Nachdem wir uns in langsamem Schritt durch eine der schmutzigen schlechtgrpsiasterten Sttaßen — es war eine feuchte, neblige Januarnacht — etwa zehn Minuten fortbewegt hatten, kamen wir an daS Haus des BrantvaterS, wo an der Thür das nämliche Eerrmoniel mit unfern Stiefeln stattfand. Als wir eine große Vorhalle durchschritten hatten, kamen wir in ein Zimmer wo um einen Manghal (großes Kohlenbecken) diejenigen Freunde deS Hauses kauerten, welche den zweiten Rang in der Gesellschaft einnahmen. Aus diesem Zimmer wurden wir in den großen Empfangsaal geführt, der poch weit prachtvoller war als der im Hause des Bräutigams. Gegenüber dem Eingang befand sich eine Nische, in welcher außer einer Wanduhr von Alabaster mehrere hübsche Porcellanvasen mit künstliche»? Blumen standen. Die Fenster, höher als die der gewöhnlichen Häuser, waren mit seidenen Vorhängen versehen, die Kissen des DivanS von gelber Seide mit Blumen von braunem Sammt. Auf dem Teppich standen zwei sehr schön gearbeitete Manghal umgeben von großen bronzenen Leuchtern mit grünen Wachskerzen.