Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 5 (5.1843)
- Date
- 1843-05-01
- Page
- Seite 157 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Sin» armenisch« -ochjrit in Damals. 157 Kirche betrachten. Ueber dem Altar, zu welchem vier Stufen von weißem Marmor führten, hing das Bild der Mutter Gottes, rechts von demselben die heilige Anna und links der heilige Petrus. In der Mitte hing ein Kronleuchter mit gelben Lichtern, welche schlecht brannten, und einige silberne Leuchter standen ohne Symmetrie in der Kirche umher. Endlich kam der Bräutigam und wurde zur linken Seite des Altars geführt; eine verschleierte Frau brachte sodann die Braut zur Rechten desselben. Der Bischof zog seine schönsten, mit Gold und Silber gestickten geistlichen Gewänder an, und nahm.Platz in einer Nische. Ein anderer Geistlicher vereinigte die Hände der Brautleute, während ein Dritter ihnen die Köpfe zusammendrückte; und ein Knabe, auf einem Gerüste stehend, hielt ein Kreuz und eine Wachskerze über sie. In dieser eigenen Stellung verweilten sie bei zwanzig Minuten, während welcher Zeit der Bischof vor sie trat und eine Messe laS. Der Gottesdienst endigte damit, daß ein DiaconuS ein Capitel deS Evangeliums Matthäi vortrug. Da aber dieser Mann das Unglück hatte, bucklig zu sein und mit der Zunge anzustoßen, so mußten wir die Feierlichkeit der Handlung stätS bedenken, um nicht in Lachen auszubrechen. Der Geistliche sprach darauf ein kurzes Gebet, und befestigte ein Band an der Mütze des Bräutigams und dem Barett der Braut, wobei er ihnen bedeutete, daß sie von nun an fürs Leben vereinigt seien. Ein Nachbar den ich fragte, wozu das unförmliche Holz- Barett der Frau diene, antwortete mir, es sei um beide gleich groß zu machen, damit sie erkennen, daß keineüber dem andern, sondern daß sie einander gleich stehen. Zum Schluß küßten die Brautleute ein Erucifir; die Braut wurde von derselben Frau wieder abgeholt und