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Das Morgenland · 1843-05-01 · 5 (5.1843) · p. Seite 152

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
6 (1843)
Issue
5 (5.1843)
Date
1843-05-01
Page
Seite 152 (sequence 24)
Language
German
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153 Situ armtnif#« Hochjeit in Damals. brannte. Hinter ihnen kam ein Mann mit einem Korb, welcher mit einem dünnen goldgestickten Schleier bedeckt war, durch dessen feines Gewebe man den Anzug eines Mannes erkennen konnte. Kerzen und Korb wurden zu den Füßen des Bischofs niedergesetzt, welcher sich vom Divan erhoben hatte und mit vier andern Priestern, die um ihn traten, ein Gebet sprach daS hie und da durch den Gesang von sieben Knaben unterbrochen wurde. Merkwürdig war es uns, daß wir, nachdem wir schon einige Stunden im Hause waren, nöch keine Spur vom Bräutigam gesehen hatten, dem doch die ganze Ee« remonie galt; jetzt, nachdem die Priester ihren Segen über die Kleider gesprochen, wandten sich alle Augen nach der Thür, an welcher ein noch junger Mann von etwa zweiundzwanzig Jahren in der ärmlichsten Kleidung stand. Wir hielten ihn Anfangs für einen Bettler; er war von hoher Gestalt, doch sehr blaß, und wagte kaum die Augen aufzuschlagen. Plötzlich fing er an, sich vor unfern Augen zu entkleiden, worauf ein alter Mann, ein Verwandter des Bräutigams — daß dieß der junge Mann war brauch« ich kaum zu sagen — zum Korbe trat und demselben zurrst das lange Unterkleid, dann den Shawl und den Gürtel, endlich das mit Pelz besetzte Oberkleid reichte. Nun erhob sich der Vater, nahm die Filzmütze die noch im Korb zurückgeblieben war, ging mit feierlichen Schritten auf seinen Sohn zu, und setzte sie ihm auf den Kopf, nachdem er ihm dreimal die Stirn geküßt hatte. Zn gleicher Zeit steckte er ihm an den kleinen Finger einen goldenen Ring mit einem herrlichen Brillant, dessen Feuer im ganzen Gemach umherstrahlte. Jetzt trat der Bischof wieder vor, schlug ihm ein rosenfarbigeS, goldgesticktes Tuch von Seide um den Hals, und gab ihm

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