Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 5 (5.1843)
- Date
- 1843-05-01
- Page
- Seite 151 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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®in« armenisch« Hochjetz in Damalk. 151 toicbcr aufzuttocknen. Hierauf kam ein ganzer Troß in alttürkischer Tracht mit Turban und Kaftan, welche uns die langen Pfeifen in den Mund steckten und Kaffee reichten. Wir rauchten tapfer, und im Saal herrschte allgemeine Stille, weil jeder mit sich oder seiner Pfeife be, schäftigt war. Dieß selige Nichtsthun, der Glanz der seidenen Gewänder und der Spiegelwände, das Aroma des Kaffees und der feine Geruch des guten Tabaks versetzten uns in die alte Zeit des echt orientalischen Prunkes von welchem fast nur noch in Damask einige Spuren anzutreffen sind. Nachdem Pfeife und Kaffee einige Male gewechselt waren, ließ man uns eine Vier, telstunde ruhen, in welcher nichts vorfiel; dann wurden am Eingang des Zimmers zwei kleine Mattatzen ausgebreitet, und vier Personen erschienen, welche darauf Platz nahmen. Es war die Musikbande. Sie bestand aus zwei Violinisten, von denen einer blind war, einem Flötisten und einem der das Tambourin schlug. Das Concert begann mit einem türkischen Liede, dessen Schönheit zu fasten ich nicht im Stande war. Dann spielte der Blinde ein Violinsolo und präludirte so wahnsinnig auf seinem Instrument, fuhr so entsetzlich auf den Saiten herum, daß ich bis zu Ende des Stücks glaubte er stimme nur und probire sein Instrument. Nach einer martervollen halben Stunde beschlossen endlich die Virtuosen ihr Eoncert mit einem Gesänge, den der Blinde in näselndem Tone anhob, und dessen Refrain die drei andern im Chor sangen. Darauf entfernten sie sich und uns wurden wieder Pfeifen und Kaffee servirt. So wurde es 8 Uhr. Da ttaten zwei Kinder von 8 bis 10 Jahren ins Zimmer und jedes trug in der Hand einen Leuchter in Gestalt eines Blumenstraußes von Holz geschnitzt, auf welchem eine grüne Wachskerze