Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 4 (4.1843)
- Date
- 1843-04-01
- Page
- Seite 119 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte Jerusalem«. 11» bruders abwartend, der ihnen die heilige Stadt öffnen ließe. Für jeden derselben bezahlte er einen goldenen Byzantiner*). Die Muhammedaner bewunderten seine Frömmigkeit und Freigebigkeit, und ein Emir hieß alles, was er für die Pilger bezahlt, ihm zurückerstatten. Allein Robert theilteldas Geld sogleich unter die armen Pilger aus. Er starb auf dem Heimweg in der Stadt NicLa, die Reliquien, die er gesammelt, wurden in der Abtei Cerisy niedergelegt, die er selbst gegründet hatte. Um diese Zeit war durch die Bekehrung der Ungarn zum Christenthum, die allmählig am Schluß des zehnten und während der ersten Hälfte des eilften Jahrhunderts statt gefunden hatte, ein neuer Weg für die Pilger nach dem heiligen Lande eröffnet. Denn nun konnten sie den ganzen Weg nach Constantinopel zu Land durch christliches Gebiet machen. Einer der ersten der diesen Weg be« nutzte, war der Bischof Lietbert von Cambray in Frankreich i. 1.1054. Eine so große Schaar Pilger begleitete ihn, daß die Gesellschaft Lrereit»» Domini (das Heer deS Herrn) genannt wurde. Der König von Ungarn bettachttte anfänglich diese große Menschenzahl nicht ohne Mißttauen, da er wenig an den Anblick von Pilgern gewöhnt war; doch behandelte er sie nachher mit Güte. Die Pilger reisten zu Land bis nach Laodicäa in Syrien, und stiegen dann wegen der Unsicherheit deS Landes zu Schiffe. Da aber ein Sturm sie zurücktrieb, und andere Pilger ihnen sagten, daß den Christen die heiligen Stätten in Jerusalem ganz verschlossen feien**) und sie überhaupt höchst unwürdig behandelt würden, *) Ein goldener Byjantiner war ungefähr fünf Speriesthaler an Werth. *•) Diese «»«schließung der Ehristen war nur eine vorübergehende MaaßregrI.