Mannheim
Compact Memory

Das Morgenland · 1843-04-01 · 4 (4.1843) · p. Seite 118

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
6 (1843)
Issue
4 (4.1843)
Date
1843-04-01
Page
Seite 118 (sequence 22)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4872516-5427218-5427348--2190-4874631
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

118 Geschichte Jerusalem«. mandie, des Vaters Wilhelm deS Eroberers, die er ji» Jahre 1035 allen Einwendungen seiner Barone zum Trotz unternahm. Nachdem er die Erbfolge für seine«« natürlichen Sohn Wilhelm gesichert und ihn unter dem Schutz und der Vormundschaft deS französischen Königs gelassen hatte, machte er sich mit einem großen Gefolge von Rittern, Baronen und Dienern auf den Weg. Er selbst ging barfuß wie jeder andere Wallfahrer, im Pilgergewand mit Pilgerstab und Tasche. Wenn er durch Städte kam, sandte er sein Gefolge voraus; er selbst ging ganz allein in aller Demuth hinterher und trug geduldig die Beleidigungen des Pöbels. Er nahm den Weg über Italien und Constantinopel, wo seine Frömmigkeit und Milde ihm die Hochachtung des Kaisers und der griechischen Edeln erwarb. Ersterer schickte ihm Geschenke zu und verbo, seinen Unterthancu, für die dem normannischen Herzog gelieferten Gegenstände Zahlung anzunehmen. Allein dieser lehnte die Gaben ab, und befahl seinen Leuten, alles zu bezahlen. Der Kaiser verordnete, daß kein Holz ihm geliefert werden sollte, um ihn zu zwingen, es unentgeltlich aus den kaiserlichen Magazinen zi« empfangen; allein Robert kaufte eine große Quantität Nüsse, und brauchte die Schaaken zur Feuerung. Auf seiner Reise durch Kleinasien ward er krank, und mußte in einer Sänfte, von Saracenen getragen, weiter gebracht werden. Einem heimkehrenden normannischen Pilger der ihn fragte, ob er für ihn keine Botschaft in die Heimath zu bringen habe, antwortete er: "Sage den Meinen, daß du mir begegnet, als ich von Teufeln in das Paradies getragen wurde.» Vor den Thoren Jerusalems fand Robert einen Haufen bedürftiger Pilger, die zu arm waren das Eintrittsgeld zu bezahlen, die Ankunft irgend eineS reichen, großmüthigen Pilger-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.