Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 4 (4.1843)
- Date
- 1843-04-01
- Page
- Seite 117 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte Jerusalem«. 117 niß bestätigte, so daß der Wiederaufbau der Kirche zum heiligen Grabe beginnen konnte. Freude verbreitete sich in der Christenheit; Pilger strömten nach Jerusalem, frohlockend und Gaben bringend zur Wiederherstellung deS Gotteshauses. Die Kirche zum Grabe ward 1048 vollendet; aber statt der einstigen prächtigen Basilica auf dem Platze Golgatha zierte jetzt nur eine kleine Kapelle den Ort. Der Anwachs von Pilgern war nun sehr groß ge, worden. Das Jahr 1000 hatte in vielen Gemüthern die Erwartung rege gemacht von der Wiederkunft Christi, Andere sahen in der Zerrissenheit der damaligen Zeit und deren Zeichen die Vorbedeutung von dem nahen Auftreten des Antichrists. Tausende aus allen Ständen und Claffen wallfahrteten nach der heiligen Stadt. Nicht länger waren es einfache Pilger mit Stab und Tasche, ein Mönch, ein Abt oder selbst ein Bischof mit ein paar Gefährten, die ihren Weg nach dem gelobten Lande nahmen und gänzlich oder meistens von den Almosen der Frommen erhalten wurden; von jetzt an legten auch große Haufen Volks aus dem weltlichen Stande, besonders aber Edelleute und Fürsten mit großem bewaffnetem Gefolge das Pilgergewand an, und lenkten ihren Stab nach dem Morgrnlande. Selbst edle Frauen schreckten nicht die Beschwerden und Gefahren der Wallfahrt. Ja, viele der Pilger wünschten in dem Lande der Verheißung ihren Tod zu finden. Vielleicht war eS nm diesen Anlauf abznhalten, wahrscheinlicher aber »m des Gewinnes willen, daß dir Muhammedaner nm diese Zeit von jedem Pilger den Tribut eineS Goldstückes forderten für den Eintritt in die heilige Stadt. Unter die merkwürdigen Pilgerschasten dieses Jahrhunderts gehörte die des Herzogs Robert von der Nor-