Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 4 (4.1843)
- Date
- 1843-04-01
- Page
- Seite 110 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte Jerusalem». 110 thcil gesehen; sie kommen nicht im Bösen, sondern wolle» blos ihr Gesetz erfüllen. - Dennoch wnrden sie eine Zeitlang in, Grsängniß behalten, jedoch mit großer Höflich, keit behandelt. Endlich verordnet, ans Einfluß rinrS Spaniers der Emir der Stadt, daß man sie in Freiheit setze. In der letzten Hälfte des achten und zu Anfang deS neunten Jahrhunderts, mitten in der Finsterniß jener Zeiten erregen zwei gleichzeitige Fürsten unsere Theilnahme, Herren der Morgen« und der Abendländer, beide vom umfassendsten Einflüsse auf ihren Welttheil und beide bi'S auf den heutigen Tag die Helden romantischer Sage. Im Morgenland« ist Harun-ex-Raschid (Aaron der Gerechte), der daS Scepter von 786 bis 809 führte, berühmt als das Ideal arabischer Gerechtigkeit, Großherzigkeit und Pracht, und als der, der dem Reiche der Kalifen sowohl durch die Waffen als die Wissenschaften einen Glanz gab, den es nie weder früher noch später erreichte. Im Abendlande dagegen ward Karl der Große der kluge Gründer eines neuen, noch mächtiger« Reiches, daS er während mehr als vierzig Jahren mit eben so viel Weisheit als Gerechtigkeit beherrschte, denn er regierte von 771 bi'S 814. DaS dazwischenliegende byzantinische Kaiserreich verhinderte diese beiden Fürsten, Rebenbuhler oder Feinde zu werden; beide erzeigten einander die größte Hochachtung und Freundschaft, welche auf gegenseitiger persönlicher Anerkennung und Werthschätzung beruhte. Noch ein anderer Grund trieb den abendländischen Kaiser an, einen freundschaftlichen Verkehr mit Harun einzuleiten. Karls Eifer für die Sache des Ehrist,nthnmS war nicht auf die Gränzen seines eigenen Reiches beschränkt; er erstreckte sich auch ans diejenigen Christen, welche sowohl in Afrika als in Asien