Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 4 (4.1843)
- Date
- 1843-04-01
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4872516-5427218-5427348--2174-4874615- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
102 Geichichl« Leruialem«. rusalcm nicht nur dem Erzbischof von Cäsaren sondern auch dcm Patriarchen von Antiochia entnommen, und für sich ein unabhängiges Patriarchat fein sollte. So viel äußerer Prunk aber auch getrieben wurde, so wenig war daS geistige Leben der Christen ein erfreuliches. In die theologischen Streitigkeiten, welche de» Kirchenfrirden in jenen Zeiten störten, war Palästina'ö hohe und niedre Geistlichkeit enge mit verflochten, und die Ruhe wurde endlich mehr den kräftigen Maaßregrln deS Kaisers Justinian (regierte seit 527) verdankt, als der bessern Ueberzeugung und Belehrungüfähigkeit der Streitenden. Jnstinian, der eine wahre Leidenschaft hatte zu öanen, bereicherte während seiner langen Regierung auch Palästina mit Kirchen, Klöstern und Hospitäler»; letztere zu Gunsten der fremden Pilger. Denn daS Zuströmen der Wallfahrer nahm eher zu als ab; cS ward als eine fromme Pflicht abendländischer Fürsten und anderer reicher Leute betrachtet, für die Bedürfnisse der Pilger zu sorgen. Im siebenten Jahrhundert gab eS kaum eine Stadt von einiger Bedeutung in Frankreich oder Italien, in welcher nicht der christliche Eifer für ein Hospital für die frommen Wallfahrer nach Rom und nach dem heiligen Lande gesorgt hätte. Diese Reisen der Pilger nach Jerusalem wurde» durch den Handelsverkehr erleichtert, der zu dieser Zeit mit dem Orient von mehrern Städten längs den Küsten deS Mittelmrereö unterhalten wurde; so wie auch das allgemeine Interesse für das gelobte Land durch denselben genährt und gesteigert ward. Im sechsten und siebenten Jahrhundert sandten Marsciller Kauflentc ihre Schiffe nach Alerandrir» und den Küsten von Syrien, und empfingen Von dort Papier, Oel, und Seide »nd die Spezereien des ferne»» Orients. Im sechsten Jahrhundert