Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 4 (4.1843)
- Date
- 1843-04-01
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte Zerusalem». 101 Pilger beschränkten aber ihre Verehrung nicht auf Palästina; nach Aegypten ward eben so häufig gewall» führtet, und viele gingen sogar nach Arabien, um den Düngerhaufen zu besuchen und den Boden zu küffen, wo Hiob mit so viel Geduld gelitten hatte. UeberKaupt gibt es seit dem vierten oder fünften Jahrhundert wenige unter den ausgezeichneten Kalenderheiligen zu deren Verdiensten nicht eine oder mehrere Wallfahrten nach den« heiligen Grabe gerechnet werden. Manche der Beffergesinnten sahen sich aber damals schon genöthigt, vor dem Jrrthnm zu warnen als ob die äußerliche Verehrung der geweihten Stätten die Heiligung des Herzens und deö Lebens ersetzen könne, und Gregor von Nissa führt die Verdorbenheit und Sittenlosigkcit, die in Jerusalem selbst herrschten als einen Beweis an, wie wenig die blos äußerlichen Eindrücke eine Erneuerung des Herzens bewirken konnten. Während der Jahrhunderte unmittelbar nach der Zerstörung Jerusalems hatte der Erzbischof seinen Sitz zu Cäsarca, und der Bischofstuhl in Jerusalem war ihm wir die übrigen unterworfen. Der Erzbischof von Cäsarea stand seinerseits wieder unter dem Patriarchen von Antiochia. AlS aber im vierten Jahrhundert die heiligen Oerter in Jerusalem aufgefunden und mit prächtigen Gebäuden verziert worden waren und die heilige Stadt die alte Wichtigkeit in der christlichen Welt wieder zu gewinnen schien, so waren ihre Bischöfe als Inhaber des ursprünglichen Sitzes der apostolischen Kirche nicht saumselig, ihre Ansprüche höher zu spannen. Nachdem der Streit längere Zeit gedauert, gelang es endlich dem Bischof Juvrnal, der den Bischofstuhl von Jerusalem von 420 bis 458 einnahm, auf dem Eoncilium zn Chalcrdon in de» Jvhren 451 — 453 die Anordnung zu erwirken, daß Ir-