Mannheim
Compact Memory

Das Morgenland · 1843-04-01 · 4 (4.1843) · p. Seite 100

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
6 (1843)
Issue
4 (4.1843)
Date
1843-04-01
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/4872516-5427218-5427348--2172-4874613
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

100 Geschichte Jerusalem«. fielt; ohne daß ihre Lage sich wesentlich änderte, waren sie Gegenstände der Schmach und der Unterdrückung von allen Seiten, bis endlich die muhammedanische Eroberung ihnen Gelegenheit gab, sowohl in Jerusalem als in ganz Palästina sich größere Rechte zu erwerben. Im letzten Theile des vierten Jahrhunderts, um das Jahr Z84, schlug Hieronymus, der berühmte Kirchenvater, seinen Wohnsitz in Palästina auf; hier blieb er als Mönch in dem Kloster z» Bethlehem bis zu seinem Tode im Jahr 420. Um diese Zeit waren Klöster und Gemeinden von Klausnern zahlreich; ganz Palästina war voll von Mönchen und Einsiedlern. Hieronymus spricht ausdrücklich von "der großenAnzahl von Brüdern und den Schaaren der Mönche," die in und um Jerusalem wohnten. Selbst Paula, eine edle römische Matrone, die Freundin des Hieronymus, machte zuerst eineWallfahrt nach den heiligen Oertern und zog sich dann ganz nach Bethlehem zurück, wo sie vier Klöster stiftete, eins für Mönche und drei für Rönnen. Auch war der Zudrang von Fremden und Pilgern, die von allen Theilen des Erdkreiseherbei kamen, die heiligen Stätten zu besuchen und das Kreuz anzubeten, nicht weniger merkwürdig. Derselbe Kirchenvater erzählt, daß die Frommen »nach Jerusalem strömten von allen Theilen der Welt, so daß die Stadt gedrängt voll war von Leuten beider Geschlechter und jeden Standes." Bon Gallien, Britannien, Persien, Indien, Aethiopien, Aegypten und dem ganzen Morgenlande kamen Fürsten und Edle in Menge nach der heiligen Stadt, die sich selbst für geringer an Religion und Wissenschaft hielten, und nicht den höchsten Grad der Tugend erreicht zu haben meinten, wenn sie nicht den Erlöser an den Stätten selbst anbeten könnten, welche durch die Erinnerungen seiner Person geheiligt waren. Die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.