Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 3 (3.1843)
- Date
- 1843-03-01
- Page
- Seite 92 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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92 Geschichte Jerusalem«. Wie dieß auch sein mag, und unerachtet des Stillschweigens des Eusebius scheint doch kaum eine geschichtliche Thatsache besser beglaubigt zu sein, als diese angebliche Auffindung des wahren Kreuzes. Alle Geschichtschreiber des folgenden Jahrhunderts erzählen einstimmig die Umstände davon, und schreiben sie der Helena zu. Dieß ist jedoch noch nicht alles. -Cyrill, der von 348 n. Chr. an Bischof von Jerusalem war, also nur einige zwanzig Jahre nach dem Ereigniß, und der häufig seines PredigenS in der Kirche erwähnt, welche Constantins Freigebigkeit errichtet, sagt ausdrücklich, daß daS Kreuz unter jenem Kaiser aufgefunden worden und zu jener Zeit vor, Händen gewesen sei. So erzählt auch Hieronymus im Jahr 404 in seiner Beschreibung der Reise Paula's, daß diese letztere nicht allein im heiligen Grabe ihre Andacht verrichtet, sondern sich auch in Anbetung vor dem Kreuze niedergeworfen habe. Keiner dieser Kirchenväter erwähnt jedoch der Helena, weder in Verbindung mit dem Kreuze noch mit dem Grabe. An der damaligen Eristenz des vermeintlichen KrcuzeS zu zweifeln würde jedoch eben so wenig der Vernunft gemäß sein, als den legendenhaften Geschichten Glauben beizumeffen, die sich auf dessen Entdeckung beziehen. In den Schriften und Ueberlieferungen der darauf folgenden Jahrhunderte wurde der Name der Helena mehr herausgestellt. Ihr Gedächtniß und ihre Thaten wurden durch Sage« /verherrlicht und vergrößert mit jeder Generation mehr und mehr, bis endlich im vierzehnten Jahrhundert nicht weniger als dreißig Kirchen allein in den Grenzen Palästinas ihr zugeschrieben wurden. Heutzutage hat auf diese Weise beinahe jede noch bestehende Kirche von einigem Alterthum in diesem Lande nach den klösterlichen Ueberlieferungen ihren Ursprung der Freigebigkeit