Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 1 (1.1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4872516-5427218-5427342--2076-4874520- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vas Manna. 7 Saamenkvrn, oder kleine Erbsen wenig übertrafcn. Die Masse war mit Stacheln, Laub, Hülsen, Sand und Staub gemischt. Aus dieser Beschreibung ist klar, daß dieser Reisende kein reines Erzeugniß vor sich gehabt, sondern solches, das erst nach Sonnenaufgang gesammelt worden, da das Manna schon erweicht war und in diesem Zustande sich mit fremden Bestandtheilen vermischt hatte. Auch Niebuhr meldet, daß das Mauna, welches von der ausgehenden Sonne geschmelzt wird, brauner werde, in großen Klumpen zusammenfließe und eine noch schlechtere Beschaffenheit gewinne, wenn eS mit Laub, Zweigen und andern Dingen sich zusammenklebe. *) In andern östlichen Gegenden, namentlich in dem gebirgigten Theil von Luristan, wie in Mesopotamien, findet sich Manna ans einigen Bäumen von der Gattung der Eichen, die aber dort einen kleinern Wuchs haben als im nördlichen Europa. Man sammelt von ihnen das Manna, indem man des Nachts Tücher unter den Bäumen ausbreitet; es hat dann die Gestalt von großen Thautropfen. **) Burckhardt (S. 955.) führt das Gleiche an und fügt bei: »Etwas Aehnliches versicherte mich der Sohn der früher erwähnten türkischen Dame, der den größten Theil seiner Jugend zu Erzerum in Kleinasicn zugebracht hatte; er erzählte mir, daß in Musch, einer 3 bis 4 Tagereisen von Erzerum entfernten Stadt, von de^n Baume, der die Galläpfel gibt, eine Masse gesammelt wird, welche an Geschmack und Consistenz dem Manna der sinaitischen Halbinsel ganz ähnlich ist und von den Einwohnern statt des Honigs gebraucht wird.« *) Oedmann. Sammlungen, vi. S. 3. f. **) Wrllsted's Reisen in Arabien. deutsch bearbeitet von Notiger. Halle, 1842. 2r Band. S. 47.