Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 1 (1.1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Vorwort. stimmteste erklären, daß wir eine heilige Scheu davor haben, eigene Gedanken und Ansichten, willkührliche Erfindungen und Ausmahlungen in das Heiligthum der Weissagung hineinzutragen. Wir haben daher absichtlich da und dort einen Gedanken unterdrückt, der vielleicht für manchen Leser nicht ohne Reiz würde gewesen sein, nur um ja nichts zu sagen, wozu wir nicht vor Gott, dem Allwissenden, und vor seiner Gemeine lebenslang einstehen können. So hoch wir die Weissagung ehren, so sehr verabscheuen wir das Prophezeien. Treten wir aber auch weniger in Einzelnes ein, so wird doch Niemand verkennen, daß das Ganze des prophetischen Wortes uns immer vor der Seele steht, daß dasselbe uns eine Wahrheit ist und als das schaffende Band von uns erkannt wird, welches die Zeiten nach Gottes Rath verknüpft, daß wir die Gegenwart mit ihren Begebenheiten anders nicht anschauen und erkennen als im Lichte der biblischen Weissagung, und daß die Zukunft — obgleich wir nicht in Einzelheiten cingehen — uns sicher, klar und groß vor, liegt, wie sie nach dem Munde der Propheten sich gestalten wird und muß. Schließlich — denn ein Vorwort soll kurz sein — laden wir wiederholt unsere theuern Leser nahe und fern ein, so sie etwas uns zu sagen haben, es mit brüderlicher Offenheit thun zu wollen. Denn wir möchten nicht als Lehrer und Meister uns aufstellen, sondern brüderlich znsammenstehen mit denen die, obgleich größtentheils von Angesicht unbekannt, in der Gemeinschaft des Geistes mit uns zusammengctreten sind, um die alten und neuen Fügungen Gottes in seinem Morgenlande zu betrachten.