Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 12 (12.1842)
- Date
- 1842-12-01
- Page
- Seite 381 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Züge aut fern Trient. 381 alle drei Tage tränken. Die längste Probe, der wir unsere Kamecle rücksichtlich des WafferS unterwarfen, bestanden sie auf der viertägigen Reife von Kairo bis nach Suez; jedoch tranken einige von ihnen selbst dann noch nicht, obgleich sie nur das trockene Futter hatten. Aber jederzeit fressen und trinken die Kameele wenig und sondern wenig ab. Es ist ein kaltblütiges, schwerfälliges, mürrisches Thier von geringem Gefühl und geringer Empfänglichkeit für den Schmerz. Disteln, stachlige Kräuter und Dornen sieht man es mit größerer Begierde abbeißen und kauen, als das weichste grüne Futter; auch scheint es keinen Schmerz von Schlägen oder Stichen zu fühlen, außer wenn sie sehr heftig sind. Man findet keine Anmuth oder Lebendigkeit an irgend einem alten oder, jungen Kameel; alles ist ungestaltet, linkisch und nngeschickt. Die Jungen haben nichts munteres oder spielendes, sondern sind in allen ihren Bewegungen so rntsthaft und nüchtern wie ihre Mütter, in dieser Beziehung also freilich dem Schaflamme sehr unähnlich. Als Lastträger des Ostens, als das "Schiff der Wüste-- hat das Kameel eine andere, wichtige Eigenschaft: seinen sichern Tritt. Ich war überrascht sie mit so vieler Leichtigkeit und Sicherheit die rauhesten Gebirgspässe auf, und absteigen zu sehn. Sie suchen ihren Weg nicht mit gleichem Scharfsinn auf, wie das Maulthier oder selbst wie das Pferd, aber sie treten viel sicherer und gefahrloser auf, und gleiten oder straucheln fast nie. Ich erinnere mich auf allen unser» langen Reisen mit denselben keines einzigen Beispiels; und doch kann es keine schlechten» Wege geben, als die Gebirgspässe zwischen Hebron und Wadi Musa. Die Araber regieren ihre Kameele durch wenige, stark aus der Kehle hervorgestoßene Laute. Das Zeichen für das Niederknieen ist