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Das Morgenland · 1842-12-01 · 12 (12.1842) · p. Seite 380

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
5 (1842)
Issue
12 (12.1842)
Date
1842-12-01
Page
Seite 380 (sequence 28)
Language
German
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380 Zug« au« tem Orient. in Heerden lebend, und werden sie beunruhigt, so laufen sie wie die Schafe alle zusammen und drangen sich an einander. Sie werden gewöhnlich als geduldig dargestellt; aber damit kann nur die Geduld der Dummheit gemeint sein; sie sind vielmehr äußerst ungeduldig, und stoßen laute Töne deS Unwillens aus, wenn sie ihre -asten erhalten, und nicht selten, wenn sie niederknieen sollen. Sie sind auch widerspänstig und oft bösartig; - und der Versuch, sie vorwärts zu treiben, ist oft eben so mühsam als der, Schafe auf einen Weg zu bringen, den sie nicht gehen wollen. — Das Schreien deS Kameels lautet wie das dumpfe Blöcken des Schafes, zuweilen wie das Brüllen des Rindviehes, oder das heisere Quicken des Schweins. Aber die Araber achten nicht auf sein Schreien, so wie überhaupt dem armen Thiere in ihren Händen nicht viel Mitleid zu Theil wird. Schwere und wundreibende Lasten und magere Kost sind sein Loos, und Gott hat es dazu abgehärtet. Die Kameele der Fellahin *) scheinen ein erträglicheres Schicksal zu haben;'sie sind meistens groß, fett und stark, während die der Bedawin in den Wüsten vergleichungsweise dünn und schmächtig sind. Die merkwürdige Ausdauer des Kameels auf der Reise ohne Wasser scheint nicht minder auf eine ähnliche Natur hinzudeuten, wie die des Schafs, wenigstens wie sie sich darthut, nur in «eit größer« Grade. Der Thau und Saft des Grases und der Kräuter ist in gewöhnlichen Fällen hinreichend für sie; obgleich die Araber, wenn das Weidefutter trocken geworden ist, ihre Heerden alle zwei und die Kameele *) Man unterscheidet Fellahin und Bedawin. Di» erslern gewöhnlich Fellah« genannt sind die ansäßige, ackerbauende Bevölkerung; die Bedawin oder Beduinen sind die wan dernden Araber der Wüste.

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